Verhaltensökonomie und Nudging in Gesundheitsförderung und Prävention

Was hält uns davon ab, die Treppe zu benutzen im Büro? Wann tun wir es trotzdem? Die Verhaltensökonomie kann bewährte Interventionen in der Gesundheitsförderung und Prävention optimieren. Wir haben zentrale Erkenntnisse in einem Bericht aufarbeiten lassen.

Verhaltensökonomie und Lebensstil

Das individuelle Verhalten spielt für die Gesundheit eine wichtige Rolle: Häufig werden Erkrankungen wie Diabetes, Herz- Kreislauferkrankungen oder chronische Rückenschmerzen durch einen ungesunden Lebensstil verursacht, wie zum Beispiel durch mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung usw. Ein wichtiger Grund hierfür ist, dass Menschen im Alltag viele kleinere und auch grössere Entscheidungen nicht vollständig rational treffen. Und häufig muss es schnell gehen. Präferenzen wie kurzfristige Vorteile überwiegen dann und beeinflussen unsere Entscheidungen – allen guten Vorsätzen zum Trotz.

Der Kontext, in dem wir eine Entscheidung treffen, spielt eine wichtige Rolle: Wird die alltägliche Umgebung gesundheitsförderlich gestaltet, z.B. mit gut sichtbaren und attraktiven Treppen, trifft man im Alltag leichter die gesunde Wahl. Dies kann soweit führen, dass «gesunde» Entscheidungen sogar intuitiv getroffen werden – ohne wirklich darüber nachdenken zu müssen.

Aus diesem Grund hat das BAG zentrale Erkenntnisse aus dem Bereich der Verhaltensökonomie von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) aufarbeiten lassen – für die Gesundheitsförderung und die Prävention von Nichtübertragbaren Krankheiten. Die Verhaltensökonomie (auch: Behavioural Insights) beschäftigt sich mit dem menschlichen Verhalten und kann bewährte Interventionen im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention ergänzen oder sogar optimieren.

Nudging

Nudging (von engl. to nudge für anstupsen) kann als Untergebiet der Verhaltensökonomie verstanden werden. Nudges funktionieren dadurch, dass sie ein gewisses Verhalten attraktiver wirken lassen oder sichtbarer machen. Sie wirken dann am besten, wenn das Bewusstsein oder der Vorsatz für das Verhalten bereits vorhanden ist und können deshalb im Alltag dabei unterstützen, gute Vorsätze umzusetzen. Dabei beinhalten Nudges keinen Zwang und keine verbindlichen Verhaltensvorschriften. Ein Beispiel:

Links steht ein jungen Mann mit einer Sprechblase der sagt: «Klar haben mir meine Eltern immer wieder gesagt, wie wichtig es ist, sich ‘ausgewogen’ zu ernähren. Aber wie funktioniert das genau? »  Rechts steht der gleiche Mann und folgendem Text: Sind im Einkaufwagen unterschiedliche Fächer für Produktkategorien wie Gemüse und Obst, Fleisch, Milchprodukte etc. vorhanden, fällt der Einkauf ausgewogener aus

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Letzte Änderung 17.12.2019

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