Kinder und Jugendliche leiden unter aktueller Situation – Newsletter NCD Nr. 14 – Januar 2021

Newsletter Nationale Strategie NCD

Liebe Leserin, lieber Leser

Ihr Sechzehnjähriger reagiere oft gereizt, erzählte mir kürzlich eine Bekannte am Telefon. Der sonst so unternehmungslustige und kontaktfreudige Junge sei häufig schlecht gelaunt, lustlos und kapsle sich immer mehr ab. Sie sorgt sich um ihn und fragt sich, ob dies eine altersbedingte Phase oder doch eine Folge der Pandemie-Massnahmen ist. Tatsache ist: Die aktuelle Situation setzt vielen Jugendlichen zu. Kein Ausgang, Freunde stets auf Distanz, kaum Möglichkeiten für soziales Leben, Selbstbestimmung oder Selbstgestaltung. Auch an jüngeren Kindern geht die aktuelle Situation nicht spurlos vorbei: Sie leiden an fehlender Nähe, spüren die Unsicherheit der Eltern oder Lehrpersonen.
Die Pandemie schlägt vielen Menschen auf das Gemüt. Dass dies Kinder und Jugendliche besonders betrifft, zeigen verschiedene Studien. In den Kliniken steigt die Nachfrage nach Angeboten der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Davon erzählt auch Lisa Aeberhard, die Sozialdienst-Leiterin der universitären psychiatrischen Dienste Bern im ersten Beitrag dieses Newsletters.
Meiner Bekannten riet ich: «Sprich mit deinem Sohn über die Situation. Es gibt auch verschiedene Hilfsangebote, die in dieser herausfordernden Zeit entlasten können». Ganz nach dem Motto «Darüber reden. Hilfe finden» des Aktionstags psychische Gesundheit im vergangenen Monat.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in das neue Jahr!

Eva Bruhin

 

 

 

 

Herzliche Grüsse

Eva Bruhin, Leiterin Sektion Präventionsstrategien,
Leiterin NCD-Strategie

Folgen der aktuellen Krise auf die Psyche von Kindern und Jugendlichen

Wie beeinflusst die Corona-Krise die Psyche von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen? Wie äussert sich dies im Alltag der Kinder- und Jugendpsychiatrie? Lisa Aeberhard, Leiterin des Konsiliardienstes Klinische Sozialarbeit bei den Universitären psychiatrischen Diensten Bern UPD gibt Auskunft:

Zum Interview mit Lisa Aeberhard
 

Das Motto des schweizweiten Aktionstages zur psychischen Gesundheit vom 10. Dezember 2020 bleibt aktuell: «DARÜBER REDEN. HILFE FINDEN.» In der aktuellen Krisenzeit bleibt es wichtig, die psychische Gesundheit zu stärken. Auf der Website des Aktionstages finden Sie ein Faktenblatt mit den Hintergründen sowie Unterstützungsangebote:

Zur Website des Aktionstages vom 10.12.20

Zum Spectra-Podcast «Darüber reden. Hilfe finden»

Themenübersicht

Massnahmen

Januar 2021 – Das BAG setzt die NCD-Strategie gemeinsam mit vielen verschiedenen Partnern um.

Die nachfolgende Übersicht gibt einen Überblick über den Umsetzungsstand der Massnahmen der jeweiligen Handlungsfelder respektive Massnahmenbereiche.

Wer fördert die Gesundheit am Arbeitsplatz?

Betriebe profitieren von gesunden Mitarbeitenden. Verschiedene Akteure unterstützen Arbeitgebende direkt und indirekt dabei, die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden mit betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) zu fördern. Die Fachhochschule Nordwestschweiz liefert nun mit der «BGM Akteurslandschaft» erstmals einen Überblick, wer in der Schweiz an diesem Thema arbeitet.

Zur BGM Akteurslandschaft

Verstärkte Zusammenarbeit für betriebliches Gesundheitsmanagement

Gemeinsam mit weiteren Partner will das BAG die Gesundheit am Arbeitsplatz fördern. Für einen besseren Austausch und mehr Zusammenarbeit von national tätigen Akteuren hat das BAG gemeinsam mit sechs Partnern die Institutionelle Plattform Betriebliches Gesundheitsmanagement (IP BGM) ins Leben gerufen.

Mehr Informationen zur IP BGM

Bewegung als Therapie

Körperliche Aktivität ist eine effektive Therapie für Personen mit nichtübertragbaren Krankheiten (NCD), psychischen Erkrankungen oder Suchtproblemen. Dennoch wird diese Therapieform in der Schweiz bislang wenig eingesetzt. Wir möchten Bewegung als Therapie stärker in der Gesundheitsversorgung verankern. Dazu hat die ZHAW nun Handlungsempfehlungen für die Schweiz erarbeitet:

Zum Faktenblatt

Zur Studie der zhaw

Neue Qualitätskriterien für gesundheitsfördernde und nachhaltige Schulen

Das Schulnetz21 fördert Schulen auf dem Weg zu mehr Gesundheitsförderung und Nachhaltigkeit. Mit seinen neuen Qualitätskriterien liefert es ein Instrument zur Schulentwicklung, mit dem die Schulen gesundheitsfördernde Massnahmen planen und eruieren können. Die Qualitätskriterien helfen den Schulen, ihre Massnahmen wirkungsvoll umzusetzen.

Zu den neuen Qualitätskriterien

Ergebnisbericht zum Forum SELF: Gemeinsam auf Augenhöhe

Das Forum SELF zur Selbstmanagement-Förderung im vergangenen November widmete sich den Fragen: Wie kann «gemeinsam auf Augenhöhe» gelingen, was braucht es dazu und wo stehen wir überhaupt diesbezüglich? Nun liegt der Ergebnisbericht zum Forum vor. Weiter finden Sie auf unserer Website aufgezeichnete Referate sowie die Tagungsunterlagen.

Zum Ergebnisbericht (PDF, 678 kB, 28.01.2021)

Zu den Tagungsunterlagen

Zum Artikel im Spectra-Artikel «Selbstmanagement ist so wichtig wie noch nie»

Wie fördert das BAG die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen?

Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist zentral für die öffentliche Gesundheit in der Schweiz. Im vergangenen Jahr haben wir einen Bericht publiziert, der die Aktivitäten des BAG für die Kinder- und Jugendgesundheit aufzeigt. Es handelt sich um eine Momentaufnahme der BAG-Tätigkeiten zu Beginn des Jahres 2020.

Zum Bericht

Aus der Praxis

Januar 2021 – Dieses Jahr stellen wir Projekte vor, welche die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen fördern und zur Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten und Suchtproblemen beitragen.

WHO: #HealthyAtHome

Aufgrund der aktuellen Pandemie bleiben weltweit viele Menschen zu Hause, treiben weniger Sport und sitzen mehr als normalerweise. Mit der Kampage #HealthyAtHome will die WHO Menschen motivieren, sich trotz allem zu bewegen. Weiter gibt die WHO im Rahmen der Kampagne Tipps zur Ernährung, zur Tabakentwöhnung oder zur Förderung der psychischen Gesundheit.

Zur Kampagne


Neue Sammlung von Projekten für Kinder und Jugendliche

Die Schweizerische Gesundheitsstiftung Radix präsentiert mit der neuen Website www.pgfwirkt.ch eine Übersicht von wirksamen Massnahmen in der Gesundheitsförderung und Prävention. Die vorgestellten Massnahmen richten sich primär an Kinder und Jugendliche. www.pgfwirkt.ch ist vom BAG mitfinanziert und wendet sich an Gemeinden, Fachstellen und andere Interessierte.

www.pgfwirkt.ch


Zu jung für Rheuma? Die Rheumaliga klärt auf

Mit der Kampagne «Ich und mein Rheuma» rüttelt die Rheumaliga Schweiz an gängigen Vorurteilen gegenüber Menschen mit Rheuma. Denn Rheuma ist eine oftmals schwerwiegende chronische Krankheit, die Menschen allen Alters treffen kann. «Ich bin jung und habe Rheuma. Das passt nicht ins Schema vieler Menschen», so bringt es eine der Protagonistinnen der Rheumaliga-Kampagne auf den Punkt.

Zur Kampagne


Tabakfreie Investitionen

Die Lungenliga Schweiz ist mit der weltweit tätigen Organisation Tobacco Free Portfolios (TFP) eine dreijährige Partnerschaft eingegangen. Gemeinsam wollen sie Finanzunternehmen davon überzeugen, nicht mehr in die Tabakindustrie zu investieren. Claudia Künzli, Leiterin Gesundheitsförderung und Prävention bei der Lungenliga Schweiz, erklärt die Initiative und zeigt auf, wie Sie aktiv werden können:

Wie funktioniert das "Tobacco Free Finance Pledge"?

Foto von Claudia Künzli
Claudia Künzli

Finanzinstitute unterzeichnen das «Pledge» und verpflichten sich damit, nicht (mehr) in Organisationen zu investieren, die (alternative) Tabak- und Nikotinprodukte herstellen. Diese Verpflichtung entspricht den Vorgaben zur nachhaltigen Entwicklung, wie sie z.B. die Schweizerische Stiftung für nachhaltige Entwicklung Ethos oder Swiss Sustainable Finance festhalten (weitere Informationen unten).

Welche Erfolge verzeichnen Sie in der Schweiz?

Seit der Zusammenarbeit mit Tobacco Free Finance Anfang 2020 haben wir zwei Pensionskassen davon überzeugt, das Pledge zu unterzeichnen. Damit wurden die tabakfreien Investitionen auf weltweit 11'000'000 Milliarden Dollar erhöht. Bis jetzt haben sich weltweit 140 Finanzdienstleister in 26 Ländern für ein tabakfreies Portfolio entschieden. Darunter sind auch in der Schweiz ansässige internationale Organisationen wie beispielsweise die AXA.

Was kann jede und jeder Einzelne von uns tun, um das Vorhaben voranzutreiben?

Zum einen kann jede und jeder Einzelne bei der eigenen Bank, Versicherung oder Pensionskasse prüfen, ob diese die anvertrauten Gelder tabakfrei investieren. Ist dies nicht der Fall, steht es jeder Person frei, die Bank oder die Versicherung zu wechseln. Bei Pensionskassen kann via ArbeitgeberIn Druck erzeugt werden.

Für uns ist es zudem hilfreich, wenn wir Zugang zu Schlüsselpersonen von namhaften Finanzinstitutionen erhalten (z.B. CEO oder CIO). Persönliche Kontakte erhöhen die Chancen auf die Unterzeichnung des Pledges. Und damit verzichten mehr Unternehmen darauf, in eine Industrie zu investieren, die sowohl die Gesundheit der Bevölkerung als auch die Umwelt nachhaltig schädigt. Solche Informationen sind also jederzeit willkommen. Gerne können Sie sich bei mir melden (Tel.: 031 378 20 57, Mail: c.kuenzli@lung.ch), auch wenn Sie Fragen haben oder weitere Informationen wünschen.

Weitere Informationen:

-          Pledge

-          Schweizerische Stiftung für nachhaltige Entwicklung Ethos

-          Swiss Sustainable Finance

-          Video der Lungenliga

-          Tobacco free portfolios

Kampagne «Mein Kind hat Krebs»

Der Dachverband Kinderkrebs Schweiz setzt sich zusammen mit seinen Mitgliedsorganisationen dafür ein, die Situation krebskranker Kinder, Jugendlicher und ihrer Familien landesweit zu verbessern. Mit seiner neuesten Sensibilisierungskampagne macht Kinderkrebs Schweiz auf die grosse Belastung aufmerksam, welche die Diagnose Krebs bei einem Kind mit sich bringt. Neben organisatorischen und psychischen Herausforderungen fallen für Familien auch finanzielle Ausgaben an, die sie in existenzielle Not bringen können.

Weitere Informationen zur Kampagne «Mein Kind hat Krebs»


Machen Sie Ihr Projekt bekannt!

In diesem Jahr stehen bei uns Kinder und Jugendliche im Fokus. Kennen Sie gute, innovative Projekte der Gesundheitsförderung und Prävention, die sich an Kinder und Jugendliche richten? Gerne stellen wir diese in einem der nächsten Newsletter vor.

Mail an praeventionsstrategien@bag.admin.ch

Wissen

Januar 2021 – In dieser Rubrik weisen wir auf relevante Studien oder anderes Wissenswertes hin.

 

Über 1000 Todesfälle aufgrund von Bewegungsmangel

In der Schweiz sterben jährlich über tausend Menschen, weil sie sich zu wenig bewegen. Am stärksten betroffen sind Frauen und Personen ab 75 Jahren. Dies zeigt eine neue Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW, die im Auftrag des BAG durchgeführt wurde.
Faktenblatt «Todesfälle durch Bewegungsmangel in der Schweiz 2017»

Studie «Physical inactivity attributable deaths in Switzerland in 2017»

 

Neues WHO-Faktenblatt zu körperlicher Aktivität in der Schweiz

Wie hoch ist der Anteil der Menschen, die sich ausreichend bewegen, in den verschiedenen Altersgruppen? Wie fördert die Schweiz die Bewegung ihrer Bürgerinnen und Bürger? Das neue Faktenblatt der WHO liefert Antworten auf Fragen rund um die körperliche Aktivität in der Schweiz. Das Faktenblatt erlaubt zudem Vergleiche mit anderen Ländern.

Zum Faktenblatt

Aus den Medien

Januar 2021

Spectra-Ausgabe zum Stand der nationalen Präventionsstrategien

Im Dezember 2020 publizierte spectra die Ausgabe «Nationale Präventionsstrategien: Zwischenbilanz und Ausblick». Die Ausgabe zeigt auf, was im Rahmen der nationalen Strategie Prävention nichtübertragbarer Krankheiten und der nationalen Strategie Sucht bereits erreicht wurde. Sie gibt auch einen Ausblick in die zweite Hälfte der Umsetzung der beiden Strategien:

Zur aktuellen Spectra-Ausgabe

Agenda / Veranstaltungen

Januar 2021 – In dieser Rubrik weisen wir auf spannende Veranstaltungen in den kommenden Monaten hin.
Tragen Sie sich die Daten in Ihrer Agenda ein.


Save the Date: 22. März 2021, Start von prevention.ch

Ab dem 22. März 2021 steht allen Interessierten die vom BAG erstellte, neue Austauschplattform prevention.ch zur Verfügung. Die Plattform dient als Schaufenster und Inspirationsquelle für die Themen NCD, Sucht und psychische Gesundheit und schafft Synergien zwischen den Fachpersonen und den Themen.

Am 30. März 2021 geben wir zwischen 13 und 17 Uhr eine digitale Einführung: Wir stellen vor, wie die Plattform funktioniert, welche Vorteile sie bietet und wie Sie diese nutzen und sich beteiligen können. In einem interaktiven Teil der Veranstaltung werden Sie Gelegenheit haben, Fragen zu stellen und Inputs zu geben. Wer diesen Newsletter abonniert hat, wird im Vorfeld eine Einladung für die Eröffnungskonferenz erhalten.

29. April 2021: Nationale Demenzkonferenz 2021

Public Health Schweiz und Alzheimer Schweiz führen eine Online-Veranstaltung zum Thema «Demenzprävention: Möglichkeiten und Grenzen» durch. Programm und Anmeldung: demenz-konferenz.ch

27. Mai 2021 Stakeholderkonferenz Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten

Online-Veranstaltung zum Thema «Gesundheit von Kindern und Jugendlichen: eine Selbstverständlichkeit?». Die Veranstaltung organisiert das BAG gemeinsam mit der GDK, Gesundheitsförderung Schweiz und dem Bundesamt für Sport (BASPO).

16. September 2021 Stakeholderkonferenz Nationale Strategie Sucht & Netzwerktagung Psychische Gesundheit Schweiz

Gemeinsam mit dem Netzwerk Psychische Gesundheit Schweiz organisiert das BAG die Stakeholderkonferenz Sucht. Der Anlass widmet sich dem Thema «Kinder und Jugendliche stärken!».

 

Letzte Änderung 28.01.2021

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Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten
Schwarzenburgstrasse 157
3003 Bern
Schweiz
Tel. +41 58 463 88 24
E-Mail

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