Erarbeitung und Massnahmenplanung der NCD-Strategie

Seit 2013 haben Bund, Kantone und NGOs die NCD-Strategie gemeinsam erarbeitet. Mit der Verabschiedung des Massnahmenplans durch den Bundesrat und den Dialog Nationale Gesundheitspolitik am 16. respektive 24. November 2016 konnte mit der Umsetzung begonnen werden.

Projektorganisation

Bei der Erarbeitung der NCD-Strategie wurde grossen Wert auf den Einbezug und die Beteiligung von Fach- und Betroffenenorganisationen gelegt. Dieser partizipative Prozess spiegelt sich auch in der breit abgestützten Projektorganisation wieder.

Im Leitungsgremium der Projektorganisation sind der Bund, die Kantone und Gesundheitsförderung Schweiz vertreten. Im erweiterten Leitungsgremium wirken auch die NGOs, Public-Health-Experten sowie weitere Akteure mit. In zwei Teilprojekten erarbeiteten zudem Arbeitsgruppen mit Vertretungen aus den verschiedenen Akteursbereichen Stossrichtungen für die nationale Strategie (s. Dokumente «Executive Summary TP1» und «Executive Summary TP2»).

Strategieerarbeitung und Zeitplan

Um den gesellschaftlichen Herausforderungen der NCDs zu begegnen, hat der Dialog Nationale Gesundheitspolitik im Jahr 2013 die Erarbeitung einer NCD-Strategie in Auftrag gegeben. Der Bundesrat hat die NCD-Strategie zudem als Teil seiner Gesamtschau Gesundheit2020 zu einer seiner Prioritäten erklärt.

Das Bundesamt für Gesundheit, die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren und Gesundheitsförderung Schweiz haben auf der Grundlage zweier Arbeitsgruppenberichte, die zuvor von zahlreichen Akteuren verfasst wurden, einen Strategieentwurf erarbeitet. Dieser wurde im Sommer 2015 im Rahmen einer öffentlichen Konsultation von den Partnern begutachtet und anschliessend überarbeitet.

Die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten wurde im Frühjahr 2016 durch den Dialog Nationale Gesundheitspolitik und vom Bundesrat verabschiedet.

Erarbeitung des Massnahmenplans

Der Bundesrat hat parallel zur Verabschiedung der NCD-Strategie das Eidgenössische Departement des Innern (Bundesamt für Gesundheit) beauftragt, bis Ende 2016 die Umsetzung der Strategie zu planen und einen entsprechenden Massnahmenplan zu entwickeln. Die Federführung für diesen Prozess lag beim BAG, der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) und der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz (GFCH).

Gemeinsam haben die Trägerorganisationen den Massnahmenplan entwickelt, welcher die Massnahmen des Bundes, der GDK sowie von GFCH umfasst. Fachorganisationen sowie Expertinnen und Experten wurden konsultiert. Der Massnahmenplan wurde am 16. November 2016 vom Bundesrat und am 24. November 2016 vom Dialog Nationale Gesundheitspolitik verabschiedet. Die Massnahmen sollen zwischen 2017–2024 umgesetzt werden.

Massnahmenbereiche, Hauptmassnahmen und Querschnittmassnahmen

Die Hauptmassnahmen sind in drei Bereiche gegliedert. Die drei Bereiche decken die beiden in der NCD-Strategie 2017–2024 festgelegten Handlungsfelder «Gesundheitsförderung und Prävention» und «Prävention in der Gesundheitsversorgung» der NCD-Strategie ab. Diese Bereiche sind:

1)    Bevölkerungsbezogene Gesundheitsförderung und Prävention

Spricht Menschen in ihrem Alltag (Setting) an und zielt darauf ab, die Risikofaktoren in Bevölkerungsgruppen konzertiert anzugehen. Die Programme werden in erster Linie auf kantonaler Ebene geplant und durch NGOs, Städte und Gemeinden umgesetzt (strategisches Handlungsfeld «Gesundheitsförderung und Prävention»).

Die Hauptmassnahmen in diesem Bereich sind:

  • Die Tabak- und Alkoholprävention sowie die Förderung von Bewegung und ausgewogener Ernährung.
  • Kinder und Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen spezifisch ansprechen
  • Qualitätskriterien und Gesuchsvorgaben vereinheitlichen.
  • Erfolgsfaktoren für kantonale Präventionsprogramme aufzeigen.

2)    Prävention in der Gesundheitsversorgung

Richtet sich an Menschen, die in Kontakt mit dem Gesundheitssystem stehen, weil sie erhöhte Erkrankungsrisiken aufweisen oder bereits erkrankt sind. Die Massnahmen in diesem Bereich verankern die Prävention in der medizinischen Versorgungskette. Eine besondere Rolle kommt dabei den Multiplikatoren, also der Ärzteschaft, dem Pflegepersonal und weiteren Fachpersonen zu (strategisches Handlungsfeld «Prävention in der Gesundheitsversorgung»).

Die Hauptmassnahmen in diesem Bereich sind:

  • Grundlagen und Qualitätskriterien erarbeiten.
  • Projekte zur Stärkung der Prävention in der Gesundheitsversorgung fördern.
  • Finanzierungsmöglichkeiten von Präventionsleistungen aufzeigen.
  • Gesundheitsfachpersonen aus- und weiterbilden.
  • Das Selbstmanagement von chronisch kranken Personen und ihrer Angehörigen stärken.
  • Die Nutzung neuer Technologien fördern.

3)    Prävention in Wirtschaft und Arbeitswelt

Betont die Rolle der Wirtschaft für die Gesundheit der Bevölkerung, sowohl als Arbeitgebende als auch als Produzierende von Dienstleistungen und Produkten. Die Massnahmen in diesem Bereich sind freiwillig und können dank des Engagements der Wirtschaft umgesetzt werden (strategisches Handlungsfeld «Gesundheitsförderung und Prävention»).

Die Hauptmassnahmen in diesem Bereich sind:

  • Branchen- oder berufsspezifische Stressbefragungs-Tool für Erwerbstätige mit relevanten Risiko- und Schutzfaktoren ergänzen.
  • Bestehende GFCH-Tools für Lernende um relevante Risiko- und Schutzfaktoren ergänzen.
  • Institutionelle Zusammenarbeit im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement etablieren.
  • actionsanté weiterentwickeln und die gesunde Wahl erleichtern.

Querschnittmassnahmen

Weitere bereichsübergreifende Massnahmen tragen dazu bei, die Ziele der NCD-Strategie zu erreichen. Diese betreffen die in der NCD-Strategie festgelegten Handlungsfelder «Koordination und Kooperation», «Finanzierung», «Forschung und Monitoring», «Information und Bildung» sowie «Rahmenbedingungen».

Umsetzung des Massnahmenplans

Der NCD-Massnahmenplan bildet die Grundlage zur Umsetzung der Ziele der NCD-Strategie 2017–2024. Er zeigt die Massnahmen von Bund, GDK und GFCH auf und bietet Anknüpfungspunkte für weitere Akteure in den Bereichen «Bevölkerungsbezogene Gesundheitsförderung und Prävention», «Prävention in der Gesundheitsversorgung» und «Prävention in Wirtschaft und Arbeitswelt». Nebst Bund, Kantonen und GFCH werden weitere Akteure in ihren Tätigkeitsgebieten Massnahmen an der Strategie ausrichten und umsetzen und somit dazu beitragen, dass die Ziele der NCD-Strategie gemeinsam erreicht werden können.

Dokumente

Executive Summary TP1 (PDF, 343 kB, 18.03.2015)Risikofaktoren, Nationale Präventionsaktivitäten und Synergien zu krankheitsspezifischen Teilstrategien

Executive Summary TP2 (PDF, 773 kB, 18.03.2015)Prävention in der Gesundheitsversorgung: Der Mensch im Zentrum

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Letzte Änderung 08.11.2018

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