NCD-Strategie: Auftrag, Vision, Ziele, Massnahmen und Steuerung

Bund, Kantone und Gesundheitsförderung Schweiz haben die NCD-Strategie gemeinsam entwickelt. Sie soll nichtübertragbare Krankheiten verhindern, verzögern oder deren Folgen vermindern.

Auftrag

Der Bundesrat hat entschieden, die Gesundheitsförderung zu stärken und Krankheiten vermehrt vorzubeugen. Dies soll die NCD-Strategie gewährleisten. Sie ist vom Dialog Nationale Gesundheitspolitik angeregt worden und gehört zur gesundheitspolitischen Gesamtschau Gesundheit2020.

Die Strategie baut auf Bewährtes und bündelt das Engagement der drei bisherigen nationalen Präventionsprogramme : die Programme Tabak, Alkohol sowie Ernährung und Bewegung. Dabei arbeiten verschiedene Akteure in der Prävention und der Gesundheitsversorgung  eng zusammen.

Schwerpunkte

Die NCD-Strategie fokussiert auf Krebs, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparats und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dies ermöglicht allen Akteuren eine klare Orientierung, damit sie ihre Ressourcen gezielt einsetzen können.

Ziele

Die Strategie hat vier übergeordnete, langfristige Ziele:

  • Die Krankheitslast dämpfen.
  • Den Kostenanstieg bremsen.
  • Die Zahl vorzeitiger Todesfälle verringern.
  • Die Teilhabe und Leistungsfähigkeit der gesamten Bevölkerung in Wirtschaft und Gesellschaft erhalten und verbessern.

Um diese übergeordneten Ziele zu erreichen, wurden sechs weitere, spezifische Ziele formuliert. Die NCD-Strategie soll:

  • Gesundheitsrisiken verringern, die durch individuelles Verhalten entstehen.
  • die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung verbessern und ihre Eigenverantwortung stärken. Die Menschen sollen Gesundheitsrisiken und deren mögliche Folgen kennen.
  • Bedingungen fördern, die eine gesunde Lebensweise vereinfachen.
  • die Chancengerechtigkeit stärken. Alle Menschen sollen Zugang zu den Informationen und zur Prävention erhalten.
  • den Anteil der Bevölkerung mit erhöhtem Erkrankungsrisiko verringern.
  • die Lebensqualität verbessern und die Pflegebedürftigkeit verringern.

Die NCD-Strategie baut auf bewährten Ansätzen, auf Kontinuität und die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure in der Schweiz. Dabei wollen Bund, Kantone, NGOs und die Gesundheitsversorgung ihre Zusammenarbeit besser koordinieren. Zudem soll innerhalb der NCD-Strategie die Zusammenarbeit mit Akteuren aus der Raumplanung oder Wirtschaft intensiviert werden. Auf diese Weise werden die zur Verfügung stehenden Mittel effizienter eingesetzt und alle profitieren vom Erfahrungsaustausch.

Handlungsfelder und Stossrichtungen

Die Strategie gliedert sich in Handlungsfelder und Stossrichtungen.

 

Zentrale Handlungsfelder
Handlungsfeld Stossrichtung
Gesundheitsförderung und Prävention
  • Risikofaktoren vorbeugen, Schutzfaktoren stärken;
  • Lebensphasen- und Settingansätze fördern;
  • Menschen in vulnerablen Situationen stärken.
Prävention in der Gesundheitsversorgung
  • Prävention in der Versorgung fördern;
  • Schnittstellen zwischen Prävention und Kuration verbessern;
  • Guidelines weiterentwickeln.
Unterstützende Handlungsfelder
Handlungsfeld Stossrichtung

Koordination und Kooperation

  • Bestehende Plattformen nutzen;
  • Stakeholderkonferenz etablieren;
  • Fachgremium für Prävention in der Versorgung aufbauen;

Finanzierung

  • Finanzielle Mittel strategieorientiert einsetzen;
  • Finanzierungslücken schliessen;
  • Finanzierung von Präventionsleistungen klären.

Monitoring und Forschung

  • NCD-Monitoring etablieren;
  • Forschung und Wissenstransfer anregen;
  • Innovation unterstützen.

Information und Bildung

  • Bevölkerung informieren;
  • Selbstmanagementangebote für chronisch Kranke fördern;
  • Gesundheitsfachpersonen aus- und weiterbilden.
Rahmenbedingungen
  • Gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen tärken;
  • Multisektorale Zusammenarbeit stärken;
  • Internationales Engagement pflegen.

Massnahmen

Die NCD-Strategie umfasst Massnahmen in verschiedenen Bereichen:

1. Bevölkerungsbezogene Gesundheitsförderung und Prävention

In diesem Bereich wollen wir die Menschen in ihrem Alltag ansprechen.. Diese Massnahmen werden in erster Linie auf kantonaler Ebene geplant und durch NGOs, Städte und Gemeinden umgesetzt.

Massnahmen:

  • Tabak- und Alkoholprävention
  • Bewegung und ausgewogene Ernährung fördern
  • Qualitätskriterien und Gesuchsvorgaben vereinheitlichen
  • Erfolgsfaktoren für kantonale Präventionsprogramme aufzeigen


2. Prävention in der Gesundheitsversorgung

Massnahmen in diesem Bereich richten sich an Menschen, die ein erhöhtes Krankheitsrisiko aufweisen oder erkrankt und im Kontakt mit dem Gesundheitssystem sind. Hierbei spielen Multiplikatoren wie Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal und weitere Fachpersonen eine zentrale Rolle. Diese Massnahmen sollen die Prävention in der medizinischen Versorgungskette verankern.

Massnahmen:

  • Grundlagen und Qualitätskriterien erarbeiten
  • Projekte zur Stärkung der Prävention in der Gesundheitsversorgung fördern
  • Finanzierungsmöglichkeiten von Präventionsleistungen aufzeigen
  • Gesundheitsfachpersonen aus- und weiterbilden
  • Selbstmanagement von chronisch kranken Personen und ihrer Angehörigen stärken
  • Nutzung neuer Technologien fördern


3.  Prävention in Wirtschaft und Arbeitswelt

In diesem Bereich geht es um die Rolle der Wirtschaft für die Gesundheit der Bevölkerung. Dies betrifft sowohl Arbeitgebende als auch Produzierende von Dienstleistungen und Produkten. Massnahmen in diesem Bereich sind freiwillig und können dank des Engagements der Wirtschaft umgesetzt werden.

Massnahmen:

  • Branchen- oder berufsspezifische Stressbefragungstools für Erwerbstätige mit relevanten Risiko- und Schutzfaktoren ergänzen
  • Bestehende Tools der Gesundheitsförderung Schweiz für Lernende um relevante Risiko- und Schutzfaktoren ergänzen
  • Institutionelle Zusammenarbeit im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement etablieren
  • Initiative actionsanté (freiwillige Bestreben von Unternehmen in den Bereichen Bewegung und Ernährung) weiterentwickeln und die gesunde Wahl erleichtern


4.  Querschnittmassnahmen

Bereichsübergreifende Massnahmen sollen dazu beitragen, die Ziele der NCD-Strategie zu erreichen. Sie betreffen die in der NCD-Strategie festgelegten Handlungsfelder «Koordination und Kooperation», «Finanzierung», «Forschung und Monitoring», «Information und Bildung» sowie «Rahmenbedingungen».

Der Bundesrat und der Dialog Nationale Gesundheitspolitik haben Ende 2016 den Massnahmenplan verabschiedet. Die Massnahmen sollen zwischen 2017 bis 2024 umgesetzt werden.

Gremium koordiniert die Massnahmen

Ein Leitungsgremium koordiniert die Umsetzung der NCD-Strategie und der Massnahmen im Bereich Psychische Gesundheit. Es setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern des BAG, der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) und der Gesundheitsförderung Schweiz (GFCH). Dieses Gremium wahrt den Gesamtüberblick über sämtliche Umsetzungen und sorgt für eine abgestimmte Kommunikation. Es zieht Partner und Bundesstellen mit ein.

Leitungsgremium

Kathrin Huber, GDK

Bettina Abel, GFCH

Roy Salveter, BAG

Salomé von Greyerz, BAG

Steuerung der Strategie

Der Dialog Nationale Gesundheitspolitik steuert die Umsetzung der Strategie und der Massnahmen. Eine Vereinbarung regelt die Zusammenarbeit zwischen Bund und Gesundheitsförderung Schweiz.

Organigramm Nationale Strategie NCD
Organigramm Nationale Strategie NCD

Steuerung: Dialog Nationale Gesundheitspolitik, Gremium ZAV

Koordination: Leitungsgremium (BAG, GDK, GFCH)

Schnittstellen zur Nationalen Strategie Sucht

Parallel zur NCD-Strategie entstand die Nationale Strategie Sucht. Sie dient demselben Ziel aus der Agenda Gesundheit2020: der Intensivierung der Gesundheitsförderung und Krankheitsvorbeugung. Beide Strategien beziehen verschiedene Partner ein und richten ihren Fokus darauf, Synergien zu schaffen.

Weiterführende Themen

Nationale Strategie Sucht

Suchtpolitik ist ein dynamisches Feld, das sich ständig neuen Herausforderungen stellen muss, etwa veränderten Verhaltensmustern und Konsumtrends.

Strategie Gesundheit2020

Das Schweizer Gesundheitssystem muss auch in Zukunft qualitativ hochstehend, finanzierbar und für alle zugänglich bleiben. Dieses Ziel verfolgt die Strategie Gesundheit2020 des Bundes mit 36 Massnahmen. Informieren Sie sich hier.

Letzte Änderung 15.11.2019

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Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten
Schwarzenburgstrasse 157
3003 Bern
Schweiz
Tel. +41 58 463 88 24
E-Mail

Kontaktinformationen drucken

https://www.bag.admin.ch/content/bag/de/home/strategie-und-politik/nationale-gesundheitsstrategien/strategie-nicht-uebertragbare-krankheiten/auftrag-schwerpunkte-ziele.html