Weiterentwicklung des elektronischen Patientendossiers

Das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG) regelt die Rahmenbedingungen für die Einführung und Verbreitung des elektronischen Patientendossiers. Das Gesetz wird in den nächsten Jahren umfassend revidiert.

Das elektronische Patientendossier ist ein wichtiges Instrument der Gesundheitsversorgung. Alle für eine Behandlung wichtige Informationen können darin abgelegt werden und sind jederzeit für Patientinnen und Patienten sowie für dazu berechtigte Gesundheitsfachpersonen abrufbar.

Das elektronische Patientendossier soll

  • die Qualität der medizinischen Behandlung stärken,
  • die Behandlungsprozesse verbessern,
  • die Patientensicherheit erhöhen,
  • die Effizienz des Gesundheitssystems steigern und
  • die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten fördern.

Für eine erfolgreiche Einführung und Verbreitung des elektronischen Patientendossiers (EPD) fehlt derzeit eine klare Aufgaben- und Kompetenzaufteilung zwischen Bund und Kantonen sowie eine nachhaltige Finanzierung. Dies hat der Bundesrat in einem Bericht im August 2021 festgehalten (Postulat Wehrli 18.4328). Deshalb hat der Bundesrat das Eidgenössische Departement des Innern EDI am 27. April 2022 beauftragt, zwei Vernehmlassungsvorlagen auszuarbeiten:

  • einerseits eine Vernehmlassungsvorlage für eine umfassende Revision des Bundesgesetzes über das elektronische Patientendossier (EPDG),
  • andererseits eine Vernehmlassungsvorlage für eine Übergangsfinanzierung bis zum Inkrafttreten der umfassenden Revision.

Zudem wird jährlich eine Revision der Ausführungsgesetzgebung durchgeführt, mit welcher das EPD auf dem neuesten Stand der Technik gehalten und weiterentwickelt wird.

Die Stammgemeinschaften und Kantone sind aufgefordert, die Verbreitung des elektronischen Patientendossiers bis zum Inkrafttreten der EPDG-Revisionen weiterhin aktiv mit Massnahmen voranzutreiben.

Das BAG und eHealth Suisse werden die Verbreitung des elektronischen Patientendossiers zusätzlich mit einer nationalen, breiten und zeitlich begrenzten Informationskampagne unterstützen.

Umfassende Revision EPDG

Der Bundesrat will das elektronische Patientendossier (EPD) mit verschiedenen Massnahmen weiterentwickeln. Die Vorlage umfasst folgende Eckwerte: 

  • Die Aufgaben- und Kompetenzaufteilung zwischen Bund und Kantonen, um eine nachhaltige Finanzierung des EPD sicherzustellen. Der Bund soll in Zukunft die Weiterentwicklung des EPD inhaltlich koordinieren und finanzieren. Die Finanzierung der Stammgemeinschaften ist Sache der Kantone. Sie sorgen dafür, dass mindestens eine Stammgemeinschaft auf ihrem Hoheitsgebiet tätig ist.
  • Um die Nutzung des EPD zu fördern, soll für alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, die obligatorisch krankenversichert sind oder über eine Militärversicherung verfügen, automatisch und kostenlos ein EPD eröffnet werden. Jede Person kann aber auch auf ein EPD verzichten (Opt-Out-Modell).
  • Die Verpflichtung aller ambulant tätigen Gesundheitsfachpersonen, ein EPD zu führen (Umsetzung Motion SGK-N 19.3955) und behandlungsrelevante Daten der Patientinnen und Patienten im EPD zu erfassen.
  • Das Nutzbarmachen der Daten für die Forschung. Mit der Gesetzesrevision soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass Patientinnen und Patienten mit ihrer ausdrücklichen Zustimmung die nicht anonymisierten medizinischen Daten in ihrem EPD für Forschungszwecke zur Verfügung stellen können.
  • Die Nutzung einer künftigen staatlichen E-ID (elektronischer Identifikationsnachweis) für den Zugang zum EPD.

Die Vernehmlassung zu der Vorlage der umfassenden Revision des EPDG dauerte vom 28. Juni bis am 19. Oktober 2023. Die Stellungnahmen der Vernehmlassung sind nun au Fedlex publiziert.

Übergangsfinanzierung

Die umfassende Revision des EPDG wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Mit einer zeitlich befristeten Übergangsfinanzierung soll daher die Finanzierung der Stammgemeinschaften bis zum Inkrafttreten der umfassenden Gesetzesrevision sichergestellt werden. Mit dieser Teilrevision soll das EPD zudem als Instrument der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) verankert werden. Ferner soll der Prozess für die Eröffnung eines elektronischen Patientendossiers erleichtert werden.

Die Vernehmlassung zu der Vorlage zur Übergangsfinanzierung dauerte vom 26. Januar bis 2. Mai 2023. Die Stellungnahmen der Vernehmlassung sowie der Ergebnisbericht sind auf Fedlex zu finden. Die Botschaft zur Übergangsfinanzierung wurde am 6. September 2023 zur Beratung an das Parlament überwiesen.Die Botschaft zur Übergangsfinanzierung, der Entwurf des Gesetzes sowie der Bundesbeschluss sind im Bundesblatt vom September 2023 publiziert.

Weitere Informationen zu den Finanzhilfen werden auf dieser Seite veröffentlicht.

Jahresrevision

Im Rahmen der Jahresrevisionen des Ausführungsrechts zum EPDG sammeln das BAG und eHealth Suisse Weiterentwicklungs- und Aktualisierungsbedürfnisse zum elektronischen Patientendossier. Bereits erfolgt sind die Schaffung einer rechtlichen Grundlage für die Einführung eines nationalen elektronischen Medikationsplans im EPD sowie die Überarbeitung der technischen und organisatorischen Zertifizierungsvoraussetzungen für Gemeinschaften und Stammgemeinschaften.

Die revidierten Anhänge der Verordnung des EDI über das elektronische Patientendossier (EPDV-EDI) dieser Jahresrevision sind am 1. Juni 2023 in Kraft getreten. Die Stakeholder haben nun bis zum 31. Mai 2024 Zeit, diese Änderungen umzusetzen. Die aktualisierten Anhänge der Verordnung des EDI sowie die Erläuterungen sind auf der BAG Webseite publiziert: Gesetzgebung Elektronisches Patientendossier (EPDG).

Medien

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Weiterführende Themen

Gesetzgebung Elektronisches Patientendossier (EPDG)

Das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier und die entsprechenden Verordnungen regeln die Rahmenbedingungen für die Einführung und Verbreitung des elektronischen Patientendossiers in der Schweiz.

Finanzhilfen für die Stammgemeinschaften

Das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier wird in den nächsten Jahren umfassend revidiert. Mit einer zeitlich befristeten Übergangsfinanzierung soll die Finanzierung der Stammgemeinschaften bis zum Inkrafttreten der umfassenden Gesetzesrevision sichergestellt werden.

Letzte Änderung 20.11.2023

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