Überwachung Antibiotikaresistenzen beim Mensch

Eine bereichsübergreifende Überwachung mit standardisierten Methoden bei Mensch, Tier, Landwirtschaft und Umwelt wird aufgebaut. Diese liefert Informationen zum Vertrieb und Einsatz von Antibiotika sowie zur Entstehung und Entwicklung von Resistenzen.

Strategie Antibiotikaresistenz: Mensch

Resistenzen umfassend überwachen


Die Schweizer Datenbank Anresis ermöglicht eine umfassende Überwachung der Antibiotikaresistenzentwicklung. Diese Überwachung ist wichtig für den Schutz der öffentlichen Gesundheit und die Definition der prioritären Massnahmen.


Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat im Rahmen der Strategie Antibiotikaresistenzen anresis.ch beauftragt, das bestehende Überwachungsnetzwerk auszubauen, namentlich durch die Einbindung neuer Laboratorien. Auf der von anresis.ch entwickelten Webseite www.infect.info werden die neusten Daten zu Antibiotikaresistenzen klar und intuitiv präsentiert. Dieses Instrument für praktizierende Ärztinnen und Ärzte liefert die neusten Daten zur nationalen und lokalen Antibiotikaresistenzrate verschiedener Bakterien auf einen Blick. Eine Smartphone-App und die Verlinkung dieser Daten mit den Verschreibungsrichtlinien sind für 2019 vorgesehen.

Das BAG und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV publizieren alle zwei Jahre den sogenannten Swiss Antibiotic Resistance Report. Dieser umfassende Bericht vermittelt ein Bild der Trends beim Antibiotikaverbrauch und bei den Antibiotikaresistenzen in der Schweiz. Die Resistenzdaten im Humanbereich werden zudem monatlich analysiert und im BAG-Bulletin publiziert.

Zur Ergänzung dieser umfassenden Überwachung hat das BAG spezifische Studien subventioniert, darunter eine Studie (2016–2017) zu den neuen Formen von Colistinresistenz. Bei Colistin handelt es sich um ein Reserveantibiotikum (siehe Rubrik "Dokumente" weiter unten).


Neues nationales Referenzlabor aufbauen


Ein neues nationales Referenzlabor erhält die Aufgabe, die Entwicklung neuartiger Antibiotikaresistenzen frühzeitig zu erkennen und zu überwachen.


Auf Anregung des BAG wurde Anfang 2017 das Nationale Referenzlaboratorium zur Früherkennung und Überwachung neuartiger Antibiotikaresistenzen (NARA) gegründet. Es hilft privaten oder öffentlichen Laboratorien bei der Identifizierung neuartiger Formen von Antibiotikaresistenzen, die noch relativ selten sind, aber zunehmen, und die aus Sicht der öffentlichen Gesundheit kritisch sind. Alle mikrobiologischen Laboratorien werden somit aufgefordert, dem NARA die Proben zu schicken, in denen sie solche Resistenzformen, beispielsweise Carbapenemasen, ausfindig gemacht haben. Die vom NARA durchgeführten Analysen ermöglichen, die in die Resistenzmechanismen involvierten Gene zu identifizieren und ihre allfällige Verbreitung rasch zu erkennen.

Gezielte, standardisierte Analysen


Das NARA und das Swiss Antibiogram Committee verfassen die Empfehlungen und Richtlinien für standardisierte Laboranalysen.


Obwohl die Mehrheit der 120 mikrobiologischen Laboratorien in der Schweiz bereits relativ einheitliche Methoden anwenden (in Anlehnung an Empfehlungen von EUCAST), bleibt die Charakterisierung gewisser neuartiger Resistenzformen, namentlich Carbapenemasen, komplex. Die ergänzenden Empfehlungen und Richtlinien ermöglichen, die für die öffentliche Gesundheit wichtigen Resistenzen gemäss standardisierten Methoden gezielt und systematisch zu charakterisieren.

Weiterführende Themen

Antibiotikaresistenzen

Hier erfahren Sie Wissenswertes zu Antibiotika und Antibiotikaresistenzen.

Regionallabornetzwerk

Die Kantone betreiben ein Netzwerk von Regionallaboratorien, um Analysen von seltenen und/oder gefährlichen pathogenen Erreger zu ermöglichen, die nicht durch öffentliche oder private Laboratorien abgedeckt werden.

Letzte Änderung 14.01.2019

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Abteilung Übertragbare Krankheiten
Sektion Strategien, Grundlagen und Programme
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