Strategie gegen healthcare-assoziierte Infektionen (Strategie NOSO)

Die Zahl der Spital- und Pflegeheiminfektionen in der Schweiz soll sinken. Dies ist das Ziel der nationalen Strategie zur Überwachung, Verhütung und Bekämpfung von healthcare-assoziierten Infektionen (Strategie NOSO), die der Bundesrat verabschiedet hat.

Mehr tun bei Spital- und Pflegeheiminfektionen

Geschätzte 70 000 Personen erkranken in Schweizer Spitälern jährlich an healthcare-assoziierten Infektionen (HAI), zirka 2000 sterben daran. Seit März 2016 liegt nun zu solchen Infektionen erstmals eine nationale Strategie vor, die Strategie NOSO. Zwar gibt es bereits zahlreiche Massnahmen. Was aber bislang gefehlt hat, sind deren Koordination, konsequente Umsetzung sowie eine bessere landesweite Überwachung der Situation. Dasselbe gilt für allgemein gültige Regelungen, etwa Minimalanforderungen bei der Hygiene in Gesundheitseinrichtungen. Zudem besteht Bedarf an Instrumenten zur Verhütung und zur flächendeckenden Kontrolle ihrer Umsetzung.

Viele Spital- und Pflegeheiminfektionen vermeidbar

HAI betreffen insbesondere die Harn- und die Atemwege oder treten als Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen und als Blutvergiftungen auf. 35 bis 55 Prozent der Fälle lassen sich mit gezielten Präventions- und Überwachungsmassnahmen verhindern. Der Bund will die Bevölkerung deshalb stärker schützen, sprich: die Zahl der Infektionen und der damit verbundenen Langzeitfolgen und Todesfälle reduzieren. Er stützt sich dabei auf die gesundheitspolitischen Prioritäten des Bundesrats (Gesundheit2020) sowie auf das revidierte Epidemiengesetz, das am 1. Januar 2016 in Kraft getreten ist. Die Strategie NOSO baut auf bestehenden Strukturen und Massnahmen auf, klärt Verantwortlichkeiten und trägt dazu bei, die Verhütungs- und Bekämpfungsziele koordiniert zu erreichen.

Vier Handlungsfelder

Das Strategiepapier basiert auf den vier Handlungsfeldern Governance, Monitoring, Verhütung und Bekämpfung sowie Bildung und Forschung. Für jedes ist ein strategisches Ziel definiert. Die strategischen Ziele sollen mit insgesamt 14 Schlüsselmassnahmen erreicht werden. So ist im Bereich Governance vorgesehen, bestehende Standards zu überprüfen und schweizweit einheitliche Empfehlungen zu erarbeiten. Bezüglich Monitoring soll ein nationales System zur Überwachung ausgebaut werden. Zur besseren Verhütung und Bekämpfung von HAI sollen das Gesundheitspersonal, aber auch Patientinnen und Patienten in Spitälern, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen sowie Besucherinnern und Besucher sensibilisiert werden. Schliesslich soll das Personal der Gesundheitseinrichtungen punkto Infektionsprävention bedarfsgerecht aus- und weitergebildet werden.

Verabschiedung durch den Bundesrat und Umsetzung

Der Bundesrat hat die Strategie NOSO am 23. März 2016 verabschiedet und das BAG mit der Umsetzung der Strategie NOSO beauftragt. Die Umsetzungsmassnahmen werden gemeinsam mit den Kantonen, Spitälern und Pflegeheimen sowie weiteren wichtigen Akteuren an die Hand genommen. Das Ziel der Strategie, HAI substanziell und nachhaltig zu reduzieren, kann nur erreicht werden, wenn die Umsetzung breit erfolgt und alle Akteure ihren Beitrag leisten.

Healthcare-assoziierte Infektionen im ambulanten Bereich

Parallel zur Umsetzung der Strategie NOSO trifft das BAG zurzeit verschiedene Abklärungen zur Bedeutung der healthcare- assoziierten Infektionen im ambulanten Bereich.

Die Vorstudie zum Handlungsbedarf und der Lagebeurteilung finden Sie unter den Dokumenten.

Dokumente

Dokumente zur Strategie NOSO:


Dokumente zur Vorstudie NOSO im ambulanten Bereich:


Strategie NOSO - kurz und bündig

Broschüre Strategie NOSO – Kurz und bündig

Hier finden Sie Informationen zur Nationale Strategie zur Überwachung, Verhütung und Bekämpfung von healthcare-assoziierten Infektionen (NOSO).

Strategie NOSO

Broschüre Strategie NOSO

Hier finden Sie Informationen zur nationalen Strategie zur Überwachung, Verhütung und Bekämpfung von healthcare-assoziierten Infektionen (Strategie NOSO).

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Letzte Änderung 17.09.2018

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