Menschen mit psychisch-somatischer Komorbidität (KoV)

Psychisch kranke Menschen, die gleichzeitig eine körperliche Erkrankung haben, bilden die zweite Patientengruppe im Projekt «Koordinierte Versorgung». Handlungsbedarf besteht insbesondere an der Schnittstelle «Akutsomatik – Psychiatrie/psychiatrische Klinik».

Fokus: Psychisch kranke Menschen mit gleichzeitig somatischer Erkrankung stehen im Zentrum der laufenden Aktivitäten
© BAG

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat im Rahmen des Projekts «Koordinierte Versorgung» eine Situationsanalyse erstellen lassen, welche die Herausforderungen in der Versorgung von psychisch erkrankten Personen mit zusätzlichen körperlichen Erkrankungen aufzeigt (siehe Dokumente).  

Modelle guter Praxis

Um Modelle guter Praxis bei der Versorgung von psychisch kranken Menschen mit gleichzeitig somatischer Erkrankung aufzuzeigen, hat das BAG ein Mandat in Auftrag gegeben. Aus der Forschung und Theorie ist bekannt, dass die koordinierte Versorgung für diese Patientengruppe wichtig und notwendig ist. Es gibt bislang jedoch wenige Kenntnisse darüber, wie Modelle einer koordinierten Versorgung praktisch umgesetzt werden können. Um diese Lücke zu schliessen, sind in einem umfassenden Bericht acht verschiedene Modelle, deren Umsetzung, Nutzen, Chancen und Herausforderungen beschrieben und vertieft analysiert.  

Koordinierte Versorgung an der Schnittstelle (Akut-)Psychiatrie – Akutsomatik (PDF, 1 MB, 25.01.2019)Analyse von Modellen guter Praxis im Bereich der koordinierten Versorgung von psychisch erkrankten Personen mit zusätzlichen somatischen Erkrankungen (socialdesign, 2018)

Fakten zur Patientengruppe

In der Schweiz leiden über 70 Prozent der Personen mit ausgeprägter psychischer Belastung und rund 73 Prozent der Personen mit Depressionssymptomen zusätzlich an körperlichen Beschwerden. Besonders häufig sind Komorbiditäten im Bereich von Essstörungen, Störungen durch psychotrope Substanzen (Alkohol und Drogen), bei Schizophrenien, bei Demenz und im Zusammenhang mit  depressiven Störungen. Betrachtet man die akutmedizinische somatische Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, so sieht man, dass diese häufig aufgrund von nicht-übertragbaren Krankheiten (NCD) behandelt werden.

Das hat auch Einfluss auf die Mortalität dieser Patientengruppe. Menschen mit psychischen Erkrankungen haben eine um 10 bis sogar 25 Jahre geringere Lebenserwartung. Die tiefere Lebensdauer wird nebst der erhöhten Prävalenz für NCD unter anderem auf Nebenwirkungen von Psychopharmaka bzw. auf einen selbstvernachlässigenden Lebensstil zurückgeführt. Suizide erklären nur einen kleinen Teil der verkürzten Lebenserwartung.

Logo Koordinierte Versorgunt Deutsch

Dokumente


Studie zu psychisch-somatischer Komorbiditaet (PDF, 868 kB, 10.10.2017)Koordinierte Versorgung für psychisch erkrankte Personen an der Schnittstelle „Akutsomatik – Psychiatrie resp. psychiatrische Klinik“. Situationsanalyse und Handlungsbedarf. Schlussbericht (2017)

Koordinierte Versorgung an der Schnittstelle (Akut-)Psychiatrie – Akutsomatik (PDF, 1 MB, 25.01.2019)Analyse von Modellen guter Praxis im Bereich der koordinierten Versorgung von psychisch erkrankten Personen mit zusätzlichen somatischen Erkrankungen (socialdesign, 2018)

Weiterführende Themen

Psychische Erkrankungen und Gesundheit

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Letzte Änderung 22.10.2018

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