Bei der Behandlung und Pflege von Patientinnen und Patienten mit chronischen oder mehrfachen Erkrankungen besteht Koordinationsbedarf. An der Konferenz Gesundheit2020 vom 26. Januar 2015 wurde deshalb das Projekt «Koordinierte Versorgung» initiiert.
Aktuell
Modelle guter Praxis: Koordinierte Versorgung von Menschen mit psychisch-somatischer Komorbidität
Um Modelle guter Praxis bei der Versorgung von psychisch kranken Menschen mit gleichzeitig somatischer Erkrankung aufzuzeigen, hat das BAG ein Mandat in Auftrag gegeben. Aus der Forschung und Theorie ist bekannt, dass die koordinierte Versorgung für diese Patientengruppe wichtig und notwendig ist. Es gibt bislang jedoch wenige Kenntnisse darüber, wie Modelle einer koordinierten Versorgung praktisch umgesetzt werden können. Um diese Lücke zu schliessen, sind in einem umfassenden Bericht acht verschiedene Modelle, deren Umsetzung, Nutzen, Chancen und Herausforderungen beschrieben und vertieft analysiert. Zum Bericht
Abgeltung von Leistungen im Rahmen der koordinierten Versorgung
Ein neues Handbuch zur Abgeltung von Leistungen der koordinierten Versorgung beschreibt zehn Fallbeispiele, in denen Herausforderungen bezüglich der Abgeltung an den Schnittstellen auftreten. Diese Fallbeispiele werden juristisch beurteilt und sind mit einer Handlungsempfehlung zuhanden der Leistungserbringer und Kostenträger versehen. Zum Bericht
Rahmenkonzept Gesundheitliche Vorausplanung
Eine Arbeitsgruppe hat im Auftrag des ein nationales Rahmenkonzept zur Vorausplanung im Gesundheitswesen erarbeitet. Das Konzept beinhaltet Grundlagen und Empfehlungen für die konkrete Umsetzung in die Gesundheitsversorgung der Schweiz. Zum Konzept
Neue Broschüre «Hochbetagte Menschen mit Mehrfacherkrankungen»
Eine neue Broschüre vermittelt anhand von typischen Fallbeispielen auf anschauliche Art geriatrisches Grundwissen und zeigt zudem, wie die Zusammenarbeit berufsgruppen- und sektorenübergreifend erfolgt. Zur Broschüre
Die «koordinierte Versorgung» wird definiert als die Gesamtheit der Verfahren, die dazu dienen, die Qualität der Behandlung der Patientinnen und Patienten über die ganze Behandlungskette hinweg zu verbessern. Im Zentrum steht die Patientin bzw. der Patient: Die Koordination und Integration erfolgen entlang der ganzen Behandlung und Betreuung.
In Zukunft wird es mehr ältere Menschen und mehr Menschen mit (mehrfachen) chronischen Krankheiten geben. Die Behandlungsmöglichkeiten werden aufgrund der medizinisch-technischen Fortschritte weiter zunehmen und schwerkranke Menschen werden zukünftig länger überleben. Damit werden auch die Anforderungen an eine gut abgestimmte Behandlung weiter ansteigen. Der Bundesrat hat den Handlungsbedarf in diesem Bereich erkannt. In den gesundheitspolitischen Prioritäten Gesundheit2020 hat er sich zum Ziel gesetzt, Massnahmen zu ergreifen, um die Koordination während der ganzen Behandlungskette zu verbessern. Denn eine lückenhafte Koordination führt zu Qualitätseinbussen, zu mehr unnötigen Behandlungen und zu überflüssigen Kosten.
Wer profitiert von koordinierter Versorgung?
Das Projekt «Koordinierte Versorgung» des Bundes hat zum Ziel, die koordinierte Versorgung für diejenigen Patientengruppen zu verbessern, die viele unterschiedliche und aufwändige Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen – also jene 10 Prozent der Versicherten, die gemeinsam 70–80 Prozent der Leistungen beanspruchen. Es wurden verschiedene Studien durchgeführt, die zeigen, dass dazu z.B. hochbetagte multimorbide Menschen, chronisch kranke Menschen, psychisch kranke Menschen oder Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger gehören. vgl. «Patientengruppen».
Bestehende Massnahmen stärken und Rahmenbedingungen optimieren
Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, die bestehenden Aktivitäten zur Förderung der koordinierten Versorgung in den laufenden Strategien und Massnahmen von Gesundheit2020 zu ermitteln und zu verstärken. Dazu gehören z.B. Palliative Care, die Demenzstrategie oder die Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten. Als Drittes sollen die Rahmenbedingungen für die koordinierte Versorgung, v.a. in den Bereichen Finanzierung, Bildung und elektronisches Patientendossier, überprüft und allenfalls verbessert werden.

Teilprojekte
Links
Obsan Dossier: Soins intégrés en Suisse (in Französisch, Zusammenfassung auf Deutsch)
Letzte Änderung 13.07.2022
Kontakt
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Abteilung Gesundheitsstrategien
Sektion Nationale Gesundheitspolitik
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