Advance Care Planning

Indem Menschen mit chronischen und/oder degenerativen Krankheiten sowie ihren Angehörigen ein von einer geschulten Fachperson moderierter Diskussionsprozess angeboten wird, sind mit dem Advance Care Planning die Entscheidungen absehbar, die aufgrund des Krankheitsverlaufs bei Urteilsunfähigkeit zu treffen sind.

Das Wichtigste zur Entlastung betreuender Angehöriger

Die erste Etappe ermöglicht der erkrankten Person, ihre Werte und Vorstellungen vom Leben und vom Tod zu erkennen und auszudrücken. Sie kann dabei auch eine/n therapeutische/n Vertreter/in (TV) unter ihren Angehörigen bestimmen. Im zweiten Schritt wird der/die TV ermutigt, sich an den Diskussionen zu beteiligen. Die erkrankte Person wird gebeten, ein therapeutisches Ziel zu wählen, das ihr ermöglicht, ihre Patientenverfügung (PV) zu verfassen.

Diese Diskussionen bereiten den/die TV auf seine/ihre Rolle vor, indem sie ihm/ihr ermöglichen, die Werte und Wünsche der erkrankten Person kennen zu lernen. Der/die TV wird damit zu gegebener Zeit besser in der Lage sein, als Sprachrohr der erkrankten Person aufzutreten. Wenn die erkrankte Person ihre PV geschrieben hat, werden die Angehörigen von dieser oft schwierigen Entscheidungsfindung befreit. Die emotionale Belastung für die Angehörigen wird erleichtert. Die Veränderung im Alltag des/der betreuenden Angehörigen beim Tod der erkrankten Person ist weniger abrupt. Das Gefühl der Nutzlosigkeit oder auch Schuldgefühle sind ebenfalls weniger ausgeprägt

Steckbrief


Region

  • Genferseeregion

Sprachen

  • Französisch

Laufzeit

  •  2017 bis heute. Die Konzeptionsphase begann 2018 und die Pilotphase 2019. Die operative Phase läuft im 2. Halbjahr 2020 an.

Stand

  • Pilotphase 

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Letzte Änderung 09.09.2020

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