Schweizerische Gesundheitsaussenpolitik (GAP)

Die Gesundheitsaussenpolitik (GAP) ist ein politisches Instrument, das der Schweiz ermöglicht, auf internationaler Ebene einen koordinierten Ansatz und eine kohärente Haltung zur globalen Gesundheit zu vertreten.

 
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Eröffnungsrede von Bundesrat Alain Berset an der 71. Weltgesundheitsversammlung, Genf (CH), 21. Mai 2018 (©WHO / A. Tardy)

Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden aller Menschen

Am 15. Mai 2019 hat der Bundesrat eine aktualisierte Version seiner Gesundheitsaussenpolitik für die Jahre 2019–2024 verabschiedet. Dank dieser Politik folgen die Bundesakteure einer gemeinsamen Logik zur internationalen Zusammenarbeit mit Staaten, internationalen Organisationen und anderen internationalen Akteuren, um einen möglichst hohen Gesundheitsstandard für alle zu erreichen.

Der Bundesrat will sich auf internationaler Ebene in folgenden sechs prioritären Aktionsfeldern engagieren:  

    1. Gesundheitsschutz und humanitäre Krisen

    2. Zugang zu Heilmitteln

    3. Nachhaltige Gesundheitsversorgung und Digitalisierung

    4. Gesundheitsdeterminanten

    5. Gouvernanz in der globalen Gesundheitsordnung

    6. Suchtpolitik

Als Beispiel: In Bezug auf den Gesundheitsschutz und die humanitären Krisen will die Schweiz unter anderem den Schutz ihrer Bevölkerung vor globalen Gesundheitsrisiken verbessern. Dazu beteiligt sie sich in der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an der Stärkung des internationalen Systems zur Früherkennung, Überwachung, Verhütung und Bekämpfung von übertragbaren Krankheiten. Ausserdem setzt sie sich für die Bekämpfung der zunehmenden Resistenz gegen herkömmliche Antibiotika ein und fördert dazu insbesondere die Prävention von Infektionskrankheiten, die Entwicklung neuer Antibiotika und die internationale Koordination. Schliesslich tritt sie dafür ein, dass in allen Ländern der Zugang zur Gesundheitsversorgung in Krisensituationen gewährleistet ist.

Auf den internationalen Kontext zugeschnittene Politik

Die globalen Entwicklungen der letzten Jahre und neue gesundheitliche Herausforderungen wurden bei der Anpassung der Gesundheitsaussenpolitik an den internationalen Kontext ebenfalls berücksichtigt. Dazu gehört auch die Ersetzung der Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen durch die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Vor diesem Hintergrund hat der Bundesrat die Gesundheitsaussenpolitik 2019–2024 verabschiedet, welche die allgemeine Ausrichtung des Vorgängerprogramms beibehält, aber sechs Aktionsfelder umfasst, die stark auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der UN-Agenda 2030 abgestimmt sind. Damit soll sichergestellt werden, dass die Schweiz einen noch wirksameren Beitrag zur nationalen und globalen Gesundheit leisten kann.

Kohärenz auf dem internationalen Parkett

Die GAP wurde aktualisiert, um die Kohärenz zwischen der Entwicklung der nationalen Politik und dem internationalen Engagement der Schweiz im Gesundheitsbereich zu gewährleisten. Angesichts der Komplexität der Beziehungen zwischen den vielen internationalen Gesundheitsakteuren war die Schweiz eines der ersten Länder, die eine departementsübergreifende Strategie für die Gesundheitsaussenpolitik verabschiedet haben. Dank dieses Instruments kann die Schweiz eine koordinierte und kohärente Gesundheitspolitik auf nationaler und internationaler Ebene entwickeln. Die sechs Aktionsfelder der GAP wurden in Absprache mit Akteuren der Kantone, der Privatwirtschaft, der Forschung und der Zivilgesellschaft sowie mit weiteren betroffenen Akteuren festgelegt. Zwischen den Aktionsfeldern und den damit verbundenen jeweiligen Aktivitäten bestehen Wechselwirkungen. Die GAP 2019–2024 wird innert höchstens sechs Jahren neu überprüft.

Die GAP bezieht folgende Akteure ein:

 

Eidgenössische Organe wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) oder die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK), medizinische und wissenschaftliche Einrichtungen wie Spitäler, Kliniken, Universitäten und Forschungszentren, weitere nicht staatliche Akteure wie Stiftungen, Verbände, Nichtregierungsorganisationen und den Privatsektor.

 

Letzte Änderung 15.11.2019

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