Spenden nach dem Tod? Halten Sie Ihren Willen schriftlich fest.

Halten Sie schriftlich fest, ob Sie nach dem Tod Organe, Gewebe oder Zellen spenden wollen oder nicht. Denn ist Ihr Wille nicht bekannt, werden Ihre Angehörigen mit dieser Frage konfrontiert. Lassen Sie sie nicht ratlos zurück.

Halten Sie bereits zu Lebzeiten schriftlich fest, ob Sie nach dem Tod Organe, Gewebe oder Zellen spenden möchten oder nicht. Dies schafft Klarheit und garantiert, dass nach Ihrem Willen verfahren wird. Jede Person, die das 16. Lebensjahr vollendet hat, kann eine Erklärung zur Spende abgeben. Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren treffen die Eltern bzw. die Erziehungsberechtigten die Entscheidung.

Um den Willen festzuhalten gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wählen Sie diejenige, die Ihnen am meisten entspricht:

  • Die Spendekarte: Diese Karte trägt man ständig auf sich oder man hinterlegt sie an einem Ort, den die Angehörigen kennen. Auf der Spendekarte können Sie Ihren Willen sehr differenziert festhalten: Man kann angeben, ob man alle oder nur gewisse Organe oder Gewebe spenden möchte. Man kann eine Spende auch generell ablehnen oder den Entscheid einer Vertrauensperson übertragen. Die Angaben auf der Spendekarte werden nicht registriert. Die Spendekarte können Sie kostenlos auf der folgenden Website bestellen oder zum selbst Ausdrucken downloaden: Spendekarte bestellen
  • Das privat geführte Register der Stiftung Swisstransplant: Unter www.swisstransplant.org können Sie sich registrieren und Ihren Willen hinterlegen. Wie auf der Spendekarte können Sie auch hier Ihren Willen sehr differenziert festhalten. Dazu füllen Sie ein Formular aus, das Sie unterschreiben und danach per Post an Swisstransplant senden oder als Scan in das elektronische Register übertragen.
  • Die Patientenverfügung: In einer Patientenverfügung kann man festhalten, welchen medizinischen Massnahmen man zustimmt und welche man ablehnt, für den Fall, dass man durch einen Unfall oder eine Krankheit nicht mehr selbst entscheiden kann.  Auch der Wille bezüglich Organspende kann eingetragen werden. Bewahren Sie Ihre Patientenverfügung so auf, dass sie bei Bedarf gefunden wird. Verschiedene Organisationen bieten Patientenverfügungen zusammen mit einer Beratung an (weiterführende Informationen finden Sie im Register «Links»).
  • Das Elektronische Patientendossier (EPD). Im EPD können Sie Dokumente mit Informationen rund um Ihre Gesundheit ablegen und bestimmen, wer darauf zugreifen darf. Auch die Spendekarte kann hier abgelegt werden. Das EPD befindet sich zurzeit allerdings noch im Aufbau. Es wird im Frühjahr 2020 in allen Regionen der Schweiz verfügbar sein. Einige Regionen lancieren ihre Projekte früher. Wann das EPD in Ihrer Region zur Verfügung steht erfahren Sie hier: Elektronisches Patientendossier (EPD) eröffnen (Benachrichtigungsdienst).

Ein Testament ist nicht geeignet, um seinen Willen zur Organspende festzuhalten, da Testamente erst spät nach dem Tod eröffnet werden. Organe, Gewebe und Zellen können dann nicht mehr verwendet werden.    

Mit einem «Ja» zur Spende stimmt man auch den vorbereitenden medizinischen Massnahmen zu, ohne die eine Spende nicht möglich ist. Angaben dazu finden Sie unter dem folgenden Link:  

Auch die Angehörigen informieren

Es ist möglich, dass eine schriftliche Willensäusserung unleserlich ist oder nicht gefunden wird. Dann werden die nächsten Angehörigen gefragt, ob sie den Willen der verstorbenen Person kennen. Teilen Sie deshalb Ihren Willen auch den Angehörigen mit. Nur so können diese stellvertretend in Ihrem Sinne entscheiden und werden später nicht daran zweifeln, richtig entschieden zu haben.
Als «nächste Angehörige» gelten Lebensgefährten (Ehegattin, Ehegatte, eingetragene Partnerin bzw. Partner, Lebenspartnerin, Lebenspartner), Kinder, Eltern, Geschwister, Grosseltern oder andere Personen, die mit der verstorbenen Person eng verbunden waren.
Falls keine schriftliche Willensäusserung vorliegt und keine nächsten Angehörigen vorhanden oder erreichbar sind, ist die Entnahme von Organen, Geweben oder Zellen nicht erlaubt.

Reisen ins Ausland

Auch bei einem Aufenthalt im Ausland kann sich die Frage nach einer Organspende stellen, etwa nach einem tödlichen Unfall. Grundsätzlich gelten für eine Organspende immer die rechtlichen Bestimmungen im Aufenthaltsland. In vielen Ländern gilt die sogenannte Widerspruchslösung. Bei dieser Regelung dürfen einer verstorbenen Person Organe entnommen werden, wenn sie keinen schriftlichen Widerspruch festgehalten hat. Wer im Todesfall keine Organe spenden möchte, sollte also seinen Widerspruch festhalten. Einige Länder bieten dazu ein Widerspruchsregister an, in dem man sich registrieren lassen und seinen Willen festhalten kann. Für Reisende ist es nicht immer möglich oder sehr aufwendig, sich im Ausland zu registrieren. Es ist aber davon auszugehen, dass Länder mit Widerspruchslösung auch andere Formen der Willensäusserung respektieren. So empfiehlt zum Beispiel Österreich, den Widerspruch aufzuschreiben und dieses Dokument bei den Ausweispapieren auf sich zu tragen (Widerspruchsregister Österreich). Die meisten Länder mit Widerspruchslösung akzeptieren es zudem, wenn die Angehörigen den Widerspruch der verstorbenen Person mündlich mitteilen.

 

Yes or no? So wird Ihr Wille im Ausland verstanden

 

Eine schriftliche Willensäusserung für Reisen ins Ausland sollte in der jeweiligen Landessprache oder zumindest in Englisch verfasst sein. Legen Sie das Dokument zu Ihren Ausweispapieren. Das Dokument muss den Willen klar ausdrücken und Namen, Vornamen, das Geburtsdatum, das aktuelle Datum und die Unterschrift enthalten. Verwenden können Sie zum Beispiel die Spendekarte der Schweiz, die es zum selbst Ausdrucken in verschiedenen Sprachen gibt, u.a. auch auf Englisch. Auch die Deutsche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet den Deutschen Organspendeausweis in zahlreichen Sprachen zum Download an. Auch auf dieser Karte kann man angeben, ob man spenden möchte oder nicht: https://www.organspende-info.de/organspendeausweis/bestellen

Letzte Änderung 30.07.2019

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