Koordination der Versorgung mit wichtigen Covid-19-Arzneimitteln

Es sind verschiedene Massnahmen geplant, um die Versorgung der Schweiz mit wichtigen medizinischen Gütern besser zu koordinieren.

Die grundlegenden Arzneimittel für die Versorgung von Covid-19-Patienten werden regelmässig vom BAG, vom BWL und von Swissmedic sowie von Expertengruppen, die in Intensivmedizin, Infektiologie und interne Medizin spezialisiert sind, überwacht.

Remdesivir — Anwendung, Bestellung und Verteilung der verfügbaren Produkten

Ab dem 30. Juni kann der Wirkstoff Remdesivir in den Schweizer Spitäler auch ausserhalb von klinischen Studien zur Behandlung von Covid-19 Patientinnen und Patienten breiter eingesetzt werden.
Die Menge der verfügbaren Produkte ist jedoch begrenzt. Aus diesem Grund, arbeitet das BAG eng mit Gilead und medizinischen Fachgesellschaften zusammen, um eine angemessene und gerechte Versorgung der Patientinnen und Patienten mit Arzneimitteln zu gewährleisten.
Die Bedingungen für die Verabreichung, Bestellung und Auslieferung des Arzneimittels mit dem Wirkstoff Remdesivir sind wie folgt.

Welche Patienten können davon profitieren?

Das BAG hat eng mit den Experten der Swiss National Covid-19 Science Task Force, dem Präsidenten der Expertengruppe Clinical care, Herrn Prof. Dr. Manuel Batteguay, dem Präsidenten der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie (SSI), Herrn Prof. Dr. Nicolas Müller, dem Präsidenten der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin, Herrn Prof. Dr. Thierry Fumeaux und mit Vertretern der Schweizerischen Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM) Frau PD Dr. Esther Bächli und Frau PD Dr. Christine Baumgartner zusammengearbeitet.
Die verschiedenen Spezialisten haben sich auf Einschränkungen für die Verabreichung von Remdesivir an hospitalisierte Patienten mit Covid-19-Infektion geeinigt.

Die Behandlung kann nur dann verabreicht werden, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Infektion mit SARS-CoV-2 mit Falldefinitionskriterien gemäss BAG
  • Radiologisch bestätigte Pneumonie
  • Indikation zur Sauerstofftherapie, jedoch ohne Intubation oder ECMO

Die Dauer der Behandlung ist in jedem Fall auf maximal 5 Tage begrenzt.

Diese Bedingungen werden je nach Produktverfügbarkeit periodisch von Spezialisten überprüft.
Eine gemeinsame Mitteilung der medizinischen Fachgesellschaften über die Verabreichung von Remdesivir ist hier verfügbar:

Versorgungssituation

Bis jetzt konnte die Schweiz mit Restbeständen von Remdesivir aus verschiedenen klinischen Studien versorgt werden. Dieses Material wurde uns durch Gilead Schweiz kostenlos zur Verfügung gestellt. Diese Bestände sind jedoch jetzt aufgebraucht.

Um weiterhin eine angemessene Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln zu gewährleisten, hat der Bund vor kurzem eine Liefervereinbarung mit Gilead Schweiz abgeschlossen hinsichtlich einer regelmässigen Lieferung von Remdesivir (Veklury).

Gilead hat für ihr Produkt einen fixen Globalpreis von 390 USD pro Vial festgelegt. Weitere Informationen zur Kostenberechnung von Gilead finden Sie auf der Website unter Links.

Bestellverfahren und Zeitplan

Aufgrund der nach wie vor sehr beschränkten Produktionskapazitäten von Gilead bleibt das folgende Bestellverfahren bis auf Weiteres noch in Kraft.

Dieses Bestellverfahren kann je nach Produktverfügbarkeit jederzeit überarbeitet werden.

Zeitplan von Montag bis Freitag

Für eine Lieferung am nächsten Tag muss die Bestellung vor 14:00 Uhr an Globomedica gesandt werden. In Notfällen erreichen Sie Globomedica während der Geschäftszeiten (7:30 Uhr -17 Uhr) unter der Telefonnummer 044 986 20 80.

Zeitplan von Samstag bis Sonntag

Globomedica prüft die Bestellungen am Wochenende um 13:00 Uhr. Bestellungen die vor diesem Zeitpunkt eingehen werden im Normalfall noch am gleichen Tag, spätestens aber am Folgetag per Kurier geliefert. Bestellungen die nach 13:00 eingehen werden am Folgetag bearbeitet.

Weitere Details zur befristeten Zulassung von Remdesivir finden Sie auf der entsprechenden Seite von Swissmedic.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Arbeitsgruppe des BAG (hmr_covid@bag.admin.ch), an Gilead (ZUCOVID19@gilead.com) oder an den Lieferanten Globomedica (bb@globomedica.ch).
Für dringende Fragen auch am Wochenende können Sie sich auch telefonisch an das BAG wenden (058 485 65 00).

Andere wichtige Medikamente  — Versorgungssituation

Aufgrund des Anstiegs der Fallzahlen in den letzten Wochen hat das BAG beschlossen, die Meldepflicht für Lagerbestände bestimmter Arzneimittel in den Spitälern erneut einzuführen. Folgende Wirkstoffe unterliegen derzeit dieser Meldepflicht:

  • Midazolam
  • Propofol
  • Rocuronium
  • Atracurium
  • Fentanyl
  • Sufentanil
  • Remifentanil
  • Co-Amoxicillin
  • Dobutamin

Diese Wirkstoffliste wird situativ gemäss der aktuellen Versorgungssituation angepasst.

Informationen für Spitalapothekerinnen und Spitalapotheker

Datenbank «drugshortage»

Jede Woche, von Freitag bis Montag 12:00 Uhr, tragen Sie die Lagerbestände der gelisteten Arzneimittel und die jeweiligen Lieferanten auf folgende Adresse: drugshortage - Woche ein. Meldungen ausserhalb von diesem Zeitraum können nicht berücksichtigt werden.
Bitte geben Sie auch die aktuellen Zahlen der Covid-19-Patienten an: beatmete auf Intensivstation (IPS), NICHT-Beatmete auf IPS und «Normalpflege» (Nicht-IPS).
Die Meldepflicht gilt ab Montag, 17. August 2020.

Verfügbarkeit wichtiger Covid-19-Arzneimittel

  • Angesichts der aktuellen Versorgungslage bitten wir Sie, bei Bestellungen von Covid-19 wichtigen Arzneimitteln wie folgt vorzugehen:
    Minimaler Lagerbestand: 30 Tage, Basis Normalbedarf 2019
    Maximale Bestellmenge: 30 Tage, Basis Normalbedarf 2019 plus Bedarf für Covid-19 Patientinnen und Patienten.

  • Falls Ihr Lagerbestand bereits den Bedarf von mehr als zwei Monaten deckt, bestellen Sie bitte keine weiteren Waren, bis Sie Ihren Lagerbestand auf 30 Tage reduziert haben.

  • Das BAG und das BWL überwachen wöchentlich sowohl die Lagerbestände in den Gesundheitseinrichtungen, wie auch die Lagerbestände und die geplanten Lieferungen bei den Lieferanten, um die Versorgung mit den relevanten Arzneimitteln sicherzustellen.

Informationen für Hersteller und Lieferanten

  • Der Bund fordert die Lieferanten auf, bei Bestellungen für die aufgelisteten Arzneimittel:
      - Midazolam (nur i.v., 15 und 50 mg)
      - Propofol
      - Rocuronium
      - Atracurium
    nur Lieferungen für einen 30-Tagen Bedarf (basierend auf den Vorjahreszahlen) auszulösen.
    Darunter fallen auch Bestellungen für Arztpraxen, Zahnärzte und Tierärzte sowie ambulante Institutionen.
  • Sie müssen sicherstellen, dass die vom BAG bestimmten Mengen der Arzneimittel, die für Covid-19 Patientinnen und Patienten wichtig sind, zusätzlich zum normalen Vorrat immer verfügbar sind.
  • Falls Sie ein anormales Marktverhalten beobachten, melden Sie dies unverzüglich dem BWL und der Arbeitsgruppe Covid-19 Beschaffung des BAG.

Behandlung mit Hydroxychloroquin — zurückgezogen

Für die Spitäler:

Die Schweizerische Gesellschaft für Infektiologie hat diese Behandlung von ihren Empfehlungen zurückgezogen und empfiehlt sie nur noch im Rahmen von klinischen Studien.

Letzte Änderung 23.10.2020

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Abteilung Biomedizin
Sektion Heilmittelrecht
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