Koordination der Versorgung mit wichtigen COVID-19-Arzneimitteln

Der Bundesrat hat am 3. April 2020 die Änderungen zur COVID-19-Verordnung 2 verabschiedet. Sie enthält verschiedene Massnahmen, mit denen sich die Versorgung der Schweiz mit wichtigen medizinischen Gütern besser koordinieren lassen.

Der Bundesrat hat ab dem 27. April 2020 Lockerungen verfügt. Diese ermöglichen nun eine schrittweise Rückkehr zur Normalität auch in der Arzneimittelversorung. Die Versorgungssituation hat sich entschärft und ermöglicht wieder zu einem weniger strikten Bestellungsvorgang zurückzukehren.
Bei einer Änderung der Situation kann der Bund jedoch weiterhin eine Zuteilung der knappen Arzneimittel für die Behandlung der COVID-19 Patientinnen und Patienten durchführen.
Die Melde- sowie Verteilungsprozesse werden deshalb wie folgt ablaufen.  

Für Arzneimittel bedeutet dies:

Zum aktuellen Zeitpunkt werden folgende Wirkstoffe bzw. deren Präparate als «wichtig für COVID-19 Patientinnen und Patienten» betrachtet:

  • Midazolam (nur i.v. 50 mg, 15 mg)
  • Propofol
  • Rocuronium Bromide
  • Atracurium Besilat
  • Cisatracurium

Die bisherige Bestandesmeldung dieser Wirkstoffe durch die Spitalapotheken sowie die Meldung der Anzahl COVID-19 Patientinnen und Patienten muss weiterhin erfolgen.

Mögliche Massnahmen betreffend der Verteilung und Beschaffung von Arzneimitteln, die für COVID-19 Patientinnen und Patienten wichtig sind

Abhängig von der gemeldeten Anzahl COVID-19 Patientinnen und Patienten können wir im Einvernehmen mit dem BWL für die oben aufgeführten Wirkstoffe bzw. deren Präparate folgende Massnahmen ergreifen:

  • Lieferanten anweisen, nur bestimmte Kontingente an die Spitäler zu liefern;
  • Im Rahmen einer Sonderbeschaffung, mit allen Mitteln die uns zur Verfügung stehen, knappe Arzneimittel beschaffen.

Wir haben die Lieferanten angewiesen, ausreichende Mengen dieser Arzneimittel bis Ende 2020 zu beschaffen und vorrätig zu halten.

Der Bund empfiehlt den Lieferanten, bei allen Nicht-COVID-19 Bestellungen nur Lieferungen für einen ungefähren Monatsbedarf (basierend auf den Vorjahreszahlen) auszulösen. Darunter fallen auch Bestellungen für Arztpraxen, Zahnärzte und Tierärzte sowie ambulante Institutionen.

Ablauf der Bestellung und Verteilung

  • Die Bestellungen für Arzneimittel, die für COVID-19 Patientinnen und Patienten wichtig sind, sollen wie in einem normalen Bestellprozess ablaufen.
  • Lieferanten werden die vorgesehenen Mengen Arzneimittel, die für COVID-19 Patientinnen und Patienten wichtig sind, aufgrund der von den Spitälern gemeldeten Fallzahlen auslösen.
  • Für den Normalbedarf der Arzneimittel für Nicht-COVID-19 Patientinnen und Patienten empfehlen wir den Lieferanten, nur Mengen zu liefern, die einen Monatsbedarf nicht übersteigen (basierend auf den Vorjahreszahlen).  

Zuteilung

  • Das BAG und das BWL sind in regelmässigem Kontakt mit den Lieferanten, und achten auf eine den Fallzahlen entsprechende gerechte Zuteilung der Arzneimittel, die für COVID-19 Patientinnen und Patienten wichtig sind.
  • Grundlage für die Zuteilung der reservierten Arzneimittelmengen für die COVID-19 Patientinnen und Patienten ist die wöchentlich gemeldete Anzahl COVID-19 Patientinnen und Patienten.
  • Meldet eine Spitalapotheke nicht wöchentlich die Anzahl Patientinnen und Patienten, kann sie bei der Zuteilung der «COVID-19 Arzenimittel» nicht berücksichtigt werden.
  • Bei Sonderbeschaffungen durch das BAG wird es anhand des selben Verteilungsschlüssels basierend auf den COVID-19 Fallzahlen in den einzelnen Spitälern die Ware verteilen lassen – wann immer möglich durch die etablierten Vertriebskanäle.

Dies bedeutet für SIE als Hersteller / Lieferant:

  • Sie müssen sicherstellen, dass die vom BAG bestimmten Mengen der Arzneimittel, die für COVID-19 Patientinnen und Patienten wichtig sind, zusätzlich zum normalen Vorrat immer verfügbar sind.
  • Sie als Lieferant machen die Zuteilung der Arzneimittel, die für COVID-19 Patientinnen und Patienten wichtig sind, aufgrund der COVID-19 Fallzahlen welche die Spitalapotheken melden.
  • Falls Sie ein anormales Marktverhalten beobachten, melden Sie dies unverzüglich dem BWL und der Arbeitsgruppe COVID-19 Beschaffung des BAG.

Dies bedeutet für SIE als Spitalapothekerin oder Spitalapotheker:

  • Sie tragen Ihre Bestände der gelisteten Präparate, die jeweiligen Lieferanten sowie die Anzahl COVID-19 Patientinnen und Patienten wöchentlich im Zeitfenster von Freitag bis Montag 12 Uhr in drugshortage.ch ein. Meldungen ausserhalb von diesem Zeitraum können nicht berücksichtig werden.
  • Versorgen Sie mehrerer Spitäler, melden Sie uns die Summe der Bestände aller Arzneimittel sowie die gesamte Anzahl aller COVID-19 Patientinnen und Patienten dieser Spitäler auf «drugshortage.ch».
  • Bitte beachten Sie, dass nicht immer das Präparat, das Sie bestellt haben, lieferbar ist. So kann beispielweise statt Propofol 2% momentan nur 1% Lösung ausgeliefert werden.
  • Wenden Sie sich bei Notfall-Bestellungen, immer zuerst an Ihren Lieferanten, an andere Spitalapotheken oder dann an Ihren Kantonsapotheker.
  • Unter Berücksichtigung der aktuellen Unsicherheit der weiteren Entwicklung der Pandemie appellieren wir an Ihre Solidarität und bitten Sie, nicht mehr als die unbedingt notwendige Menge an knappen Arzneimitteln zu bestellen. Bitte helfen Sie sich in Notfällen auch weiterhin gegenseitig aus.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an hmr_covid@bag.admin.ch oder an die Geschäftsstelle der GSASA (sara.iten@gsasa.ch), bzw. die Kantonsapothekerin oder den Kantonsapotheker Ihres Kantons.

Nur für eine dringende Nachbestellung, die nicht durch die oben aufgeführten Möglichkeiten behoben werden kann, steht diese Notfallnummer des Bundes zur Verfügung: 058 485 65 00.

Bei technischen Fragen zur Datenbank «drugshortage.ch» wenden Sie sich bitte an folgende Adresse: enea.martinelli@spitalfmi.ch

Spezielle Anweisungen für die Behandlung mit Hydroxychloroquin

Für die Spitäler:

Für den ambulanten Bereich:

Letzte Änderung 11.05.2020

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Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Abteilung Biomedizin
Sektion Heilmittelrecht
Schwarzenburgstrasse 157
3003 Bern
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Tel. +41 58 463 51 54
E-Mail

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