Personalisierte Medizin

Die Personalisierte Medizin sieht vor, dass zusätzlich zum Krankheitsbild Informationen über die biologische Ausstattung (z.B. genetische Daten) sowie weitere Gesundheitsdaten für die Behandlung einer Person einbezogen werden.

Was genau ist personalisierte Medizin?

Die personalisierte Medizin (auch Präzisionsmedizin oder individualisierte Medizin genannt) umfasst diagnostische, präventive und therapeutische Massnahmen, die auf ein Individuum optimal zugeschnitten sind. Dazu werden Informationen (Daten) über die biologische Ausstattung einer Person, insbesondere auch genetische Daten, in den Entscheidungsprozess für Therapie- und Präventionsmassnahmen zur Behandlung dieser Person einbezogen. Von solch datenbasierten, massgeschneiderten Behandlungen erhofft man sich wirksamere Therapien und weniger Nebenwirkungen.

Das Konzept der Personalisierten Gesundheit geht über dasjenige der Personalisierten Medizin hinaus und spielt insbesondere für die Prävention eine wichtige Rolle. Für die Personalisierte Gesundheit stehen nicht nur die Patientinnen und Patienten im Fokus, sondern auch gesunde Personen. Es werden neben Informationen zur «Biologie» der Person weitere Gesundheitsdaten berücksichtigt, mit dem Ziel, Prävention und Gesundheitsförderung zu verbessern, z.B. durch eine frühere und umfassendere Identifizierung von beeinflussbaren Risikofaktoren sowie durch die Entwicklung von Massnahmen für eine positive Veränderung des Gesundheitsverhaltens.

Was sind Gesundheitsdaten?

Unter dem Begriff «Gesundheitsdaten» (oder auch gesundheitsbezogene Daten) werden Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammengefasst, die in irgendeiner Form den Gesundheitszustand einer Person entweder beschreiben oder mit ihm im Zusammenhang stehen. Es sind einerseits Angaben zum gesundheitlichen Befinden (z.B. Symptome, Allergien, Seh- oder Hörbehinderungen), zur Versorgung (z.B. Medikamente, chirurgische Eingriffe), Daten aus herkömmlichen Untersuchungsmethoden (z.B. Blutdruck, Laborwerte, Elektrokardiogramm, Röntgenaufnahmen), oder Resultate aus genetischen oder anderen Labortests. Auch Informationen zum Lebensstil (z.B. Ernährung, Alkohol- und Drogenkonsum, Rauchen, Bewegung) und Daten zum Lebensumfeld (z.B. Luft- und Wasserqualität, Passivrauch, Exposition gegenüber Noxen) sowie Versicherungsdaten und sozio-ökonomische Daten können zu den Gesundheitsdaten gezählt werden.

BAG-Arbeitsgruppe «Personalisierte Medizin»

Das BAG hat sich in den letzten Jahren vertieft mit den Entwicklungen rund um die datengetriebene Medizin befasst. Eine interne Arbeitsgruppe, in der alle Direktionsbereiche des BAG vertreten sind, hat im Juni 2017 einen Bericht zu den Entwicklungen der datengetriebenen Medizin und den damit verbundenen Herausforderungen und Aufgaben für das BAG erarbeitet. Der Bericht gibt eine Einführung ins Thema, beleuchtet Chancen und Risiken, präsentiert eine Übersicht über aktuelle, in der Schweiz laufende Initiativen im Bereich der datengetriebenen Medizin und zeigt Schnittstellen und Berührungspunkte des Themas mit Aktivitäten und Aufgaben des BAG und den damit verbundenen Herausforderungen auf. Beim Bericht handelt es sich um ein «evolutives Arbeitspapier», welches von der Arbeitsgruppe regelmässig aktualisiert werden wird.

Zusätzlich steht ein Faktenblatt zur Verfügung, welches die wichtigsten Information rund um die Personalisierte Medizin zusammenfasst.

Letzte Änderung 17.09.2018

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