Tollwut

Tollwut

Tollwut ist eine Krankheit, die durch Biss- und Kratzverletzungen erkrankter Tiere, oder Kontakt mit deren Speichel auf den Menschen übertragen wird. Die Impfung ist für gewisse Berufe, manchmal beim Reisen, und nach einer möglichen Ansteckung empfohlen.

Erreger und Übertragung

Tollwut ist eine praktisch immer tödlich verlaufende Krankheit, die durch Tollwutviren verursacht wird. Das Virus kann alle Säugetiere befallen und von diesen auf den Menschen übertragen werden. Wichtige Reservoirtiere sind in Europa Füchse und Fledermäuse, in tropischen und subtropischen Ländern vor allem Hunde. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch Biss- und Kratzverletzungen erkrankter Tiere, oder wenn deren Speichel auf menschliche Schleimhäute (z. B. Auge, Nase, Mund) gelangt.

Krankheitsbild

Die Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch variiert sehr stark, dauert aber im Allgemeinen zwischen 20 und 60 Tagen. Ein erstes Stadium der Krankheit ist geprägt von generellem Unwohlsein, Kopfschmerzen, Fieber und Jucken sowie Schmerzempfindlichkeit im Bereich der Biss- oder Kratzwunden. Im Akutstadium treten Muskelzuckungen, Hyperaktivität, Angstgefühle sowie Atem- und Schluckkrämpfe auf. Später kommt es zu Lähmungen und schliesslich fallen die Patienten ins Koma. Die Tollwut verläuft praktisch immer tödlich infolge Lähmung des Atmungszentrums ein. Eine Behandlung ist nur vor dem Auftreten erster Symptome möglich.

Verbreitung und Häufigkeit

Tollwut kommt nahezu weltweit vor. Lediglich einige Länder Nordeuropas, Australien, Neuseeland und Japan sind tollwutfrei. Dank aufwändigen Aktionen mit Impfködern konnte die Tollwut bei Füchsen in der Schweiz ausgerottet werden. Sie kann aber selten noch bei Fledermäusen oder bei illegal importierten Tieren (vor allem Hunden) auftreten. Die letzten Fälle bei einheimischen Tieren – mit Ausnahme der Fledermäuse – wurden 1996 beobachtet. Die Schweiz gilt seit 1999 offiziell als frei von terrestrischer Tollwut. In Westeuropa kam es in den letzten Jahren zu mehreren Todesfällen bei Menschen, die sich bei Reisen in Risikogebiete (Asien, Afrika) angesteckt hatten.

Vorbeugung

Nach einer Verletzung durch ein krankes oder fremdes Tier in einem Risikogebiet sollte die Wunde sofort gut mit Seife ausgewaschen und unverzüglich ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Solange noch keine Symptome aufgetreten sind, vermag eine Impfung den Ausbruch der Krankheit zu verhindern.

Eine vorbeugende Impfung wird in der Schweiz empfohlen für Tierärzte und deren Mitarbeiter, exponierte Tierpfleger und -händler, Personen mit Kontakt zu Fledermäusen und Personen, die in Laboratorien mit Tollwutviren arbeiten. Bei Reisen in von Tollwut betroffenen Gebieten ist die Impfung empfohlen, wenn ein bestimmter Reisestil gewählt wird (z. B. Rucksacktouristen, Abenteuerreisen in entlegene Gebiete, Velo- und Motorradfahrer) sowie bei längeren Aufenthalten.

Weitere Informationen zur weltweiten Verbreitung und Vorbeugung der Krankheit erhalten Sie bei Ihrem Hausarzt oder einer Fachärztin für Reisemedizin (siehe Register «Links»).

Weiterführende Themen

Schweizerischer Impfplan

Die Informationen über die in der Schweiz empfohlenen Impfungen sind im Schweizerischen Impfplan enthalten. Ziel ist ein optimaler Impfschutz jeder Einzelperson und der Bevölkerung insgesamt.

Letzte Änderung 11.10.2018

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