Lymphogranuloma Venereum (LGV)

Lymphogranuloma Venereum (LGV) ist eine sexuell übertragbare Infektion. LGV kann durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden. Die Infektion ist mit Antibiotika behandelbar.

Erreger und Übertragung

Lymphogranuloma Venereum (LGV) wird durch die Serotypen L1, L2, und L3 von Chlamydia trachomatis verursacht (in den meisten Fällen durch die Genovariante L2b) und ist sexuell übertragbar. In der Gesamtbevölkerung kommt LGV sehr selten vor. In letzter Zeit wurde ein epidemisches Wiederauftreten von LGV bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM) beobachtet, hauptsächlich bei HIV-positiven MSM. LGV kann beim ungeschützten vaginalen, oralen und analen Geschlechtsverkehr übertragen werden.  

Krankheitsbild

LGV verläuft häufig asymptomatisch. Treten Symptome auf, so handelt es sich in einem Primärstadium um nicht schmerzhafte Geschwüre an der Eintrittspforte, die je nach Stelle oft unbemerkt bleiben. In einem Sekundärstadium kommt es typischerweise zu einem Anschwellen der Lymphknoten mit Schmerzen und Fieber sowie zu Blutungen und eitrigem Ausfluss. Ohne rechtzeitige Behandlung kann die Infektion schwere vernarbende Läsionen im Anus oder anderem betroffenen Körperteil verursachen, die einen chirurgischen Eingriff erfordern. Die Infektion ist mit Antibiotika behandelbar.

Verbreitung und Häufigkeit

In den letzten Jahrzehnten wurde LGV vor allem in den subtropischen und tropischen Regionen Afrikas, Indiens, Südostasiens, der Karibik sowie Zentral- und Südamerikas beobachtet. In den westlichen High-Income-Countries wurde ab 2003 ein epidemisches Wiederauftreten von LGV bei MSM beobachtet, so auch in der Schweiz.

Vorbeugung

Kondome und weitere Massnahmen des Safer Sex verringern das Risiko, sich mit LGV zu infizieren. Deshalb gilt:

1. Vaginal- und Analsex mit Kondom
2. Und weil’s jede(r) anders liebt: Den persönlichen Safer-Sex-Check auf lovelife.ch machen

Eine Ansteckung kann aber dennoch erfolgen. Es ist wichtig, sie früh zu erkennen. Wird die Krankheit diagnostiziert, müssen alle Sexualpartner untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.

Auch während der Behandlung ist man noch infektiös. Das Beste ist deshalb, während der antibiotischen Behandlung auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Ist das nicht möglich, sollten unbedingt Kondome benutzt werden.

Wer wechselnde oder mehrere Sexualpartner gleichzeitig hat, soll mit seinem Arzt, seiner Ärztin oder einer anderen Fachperson über HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen sprechen und sich beraten lassen, ob Tests nötig sind.

Weiterführende Themen

Sexuell übertragbare Infektionen

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Nationales Programm HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (NPHS)

Das NPHS zielt drauf ab, die Anzahl Neuinfektionen von HIV und anderen STI zu senken und gesundheitsschädigende Spätfolgen zu vermeiden. Informationen zum Programm erhalten Sie hier.

Letzte Änderung 31.08.2018

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