Krim-Kongo-Fieber

Krim_Kongo_Fieber

Das Krim-Kongo-Fieber (oder hämorrhagisches Krim-Kongo-Fieber, CCHF) ist eine schwere virale Infektionskrankheit, die durch das gleichnamige Virus ausgelöst wird und zu den sogenannten viralen hämorrhagischen Fieber gehört.

Erreger und Übertragung

Das hämorrhagische Krim-Kongo-Fieber (CCHF) wird durch ein Virus der Familie der Bunyaviren vom Typ Nairovirus verursacht.

Das Krim-Kongo-Fieber ist eine Zoonose. Das CCHF-Virus wird durch Zeckensticke (vor allem vom Typ Hyalomma) übertragen, die als Reservoir funktionieren und vor allem in Asien, in Afrika und in einzelnen Regionen Europas anzutreffen sind. Die wichtigsten natürlichen Wirte [des Virus] sind Hasen und Igel sowie Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde, Schweine und einzelne Vögel. Das Virus kann auch durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten (hauptsächlich Blut, Erbrochenes und Exkrementen) von Menschen oder Tieren, seien es Haus- oder Wild-Tiere, die infiziert und krank, lebend oder tot sind. Eine Infektion kann auch über infizierte Objekte oder über Einatmen von infizierten Tröpfchen erfolgen.

Krankheitsbild

Die Inkubationszeit hängt von der Übertragungsart ab: nach einem Zeckenstich dauert es 1 bis 3 Tage (maximal 9 Tage), nach Kontakt mit Blut oder Ausscheidungen dauert es 5 bis 6 Tage (maximal 13 Tage).

Die ersten Symptome treten sehr abrupt in Form von hohem Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen, Kopf-, Nacken, Rücken- und Muskelschmerzen, Schwindel und Lichtempfindlichkeit. Die nächste Phase ist gekennzeichnet durch starke Stimmungsschwankungen, gefolgt von einer Phase der Schläfrigkeit. Bei einem schweren Verlauf kommt es zur Beeinträchtigung von verschiedenen Organen (Leber, Milz, Nieren) und zu Blutungen (daher die Bezeichnung «hämorrhagisches Fieber»). Die Sterblichkeit kann bis zu 40% betragen. Es gibt keine spezifische Therapie, wobei der Einsatz von Ribarivin wirksam scheint. Die Therapie erfolgt in erster Linie symptomatisch.

Verbreitung und Häufigkeit

Das Krim-Kongo-Fieber ist endemisch in zahlreichen Ländern Afrikas, des Mittleren Ostens, Osteuropas und Asiens. Seit 2000 wurden Fälle oder Ausbrüche in Albanien, Bulgarien, Georgien, Griechenland, Indien, Iran, Kasachstan, Kosovo, Mauretanien, Oman, Uganda, Pakistan, Sudan und Südafrika gemeldet. Im Iran, in Russland, in der Türkei und in Usbekistan werden jährlich über 50 Fälle registriert. Das Virus lässt sich bei Wildtieren, Nutztieren (Rinder, Schafe, Ziegen) und bei Sträussen (Südafrika) nachweisen. Es wird manchmal auf den Menschen übertragen.

Medizinisches und Laborpersonal sowie Familienmitglieder stellen eine Risikogruppe dar, vor allem während der Pflege von kranken Menschen, bei direktem Kontakt mit Körperflüssigkeiten.

Bis heute wurde in der Schweiz kein Fall gemeldet.

Vorbeugung

Der Einsatz von Zeckenschutzmitteln, das Tragen von hohen Schuhen und langer Kleidung reduzieren das Infektionsrisiko in den betroffenen Gebieten. Es wird dennoch empfohlen, Gegenden mit laufenden Epidemien meiden.

Das Risiko einer Infektion in der Schweiz ist ausgesprochen niedrig. Zurzeit gibt in der Schweiz keinen zugelassenen Impfstoff.

Im Falle einer Epidemie steht das BAG regelmässig in Kontakt mit seinen internationalen Partnern, um die erforderlichen Massnahmen zu ergreifen. Gemäss Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV 2005) meldet das BAG Fälle der WHO je nach Situation.

Weitere Informationen zur weltweiten Verbreitung und Vorbeugung der Krankheit erhalten Sie bei Ihrem Hausarzt oder einer Fachärztin für Reisemedizin.

Letzte Änderung 20.08.2018

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