Haemophilus influenzae

Haemophilus_influenzae

Das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b verursacht vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern schwere Infektionen wie eitrige Hirnhautentzündungen. Die Impfung im Kindesalter schützt wirksam vor der Erkrankung.

Erreger und Übertragung

Haemophilus influenzae ist ein Bakterium, das trotz seines Namens nichts mit dem Influenzavirus (Erreger der Grippe) gemein hat. Sieben verschiedene Serotypen sind bekannt (Serotypen a-f und nicht typisierbar). Haemophilus influenzae existiert im Nasen-Rachen-Raum vieler Menschen, meist ohne dass diese erkranken – es kann jedoch auch schwere Erkrankungen verursachen.

Die Ansteckung von Mensch zu Mensch erfolgt durch Tröpfcheninfektion, z. B. beim Niesen, Sprechen und Husten. Sowohl gesunde Träger wie auch erkrankte Personen können Haemophilus influenzae übertragen.

Krankheitsbild

Zur Erkrankung kann es kommen, wenn die Immunabwehr noch nicht vollständig ausgebildet oder vermindert ist, etwa bei Kindern unter 5 Jahren, bei älteren Personen und bei anderen Menschen mit einer Immunschwäche.

Haemophilus influenzae kann verschiedene, leichte bis schwere Erkrankungen verursachen. Dazu gehören Mittelohrentzündung (Otitis media), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Lungenentzündung (Pneumonie), Kehldeckelentzündung (Epiglottitis), Hirnhautentzündung (Meningitis) und Blutvergiftung (Sepsis).

Bei Säuglingen und Kleinkindern ist insbesondere Haemophilus influenzae Serotyp b eine der häufigsten Ursachen für akute Entzündungen des Kehldeckels (mit Erstickungsgefahr) und eitrige Hirnhautentzündungen. Die Erkrankung kann trotz Anwendung wirksamer Antibiotika zu bleibenden Schäden wie Hörverlust oder geistiger und körperlicher Behinderung führen oder tödlich enden.

Verbreitung und Häufigkeit

Haemophilus influenzae-Erkrankungen kommen weltweit vor.

Vor der Einführung der Impfung gegen Haemophilus influenzae Typ b 1990 kam es in der Schweiz jährlich zu etwa 200 schweren Krankheitsfällen, von denen rund 150 bei Kindern unter 5 Jahren auftraten. Heute erkranken jährlich nur noch gegen 10 Kinder unter 5 Jahren, die meist nicht oder unzureichend geimpft sind.

Vorbeugung

Um Säuglinge zu schützen, müssen sie so früh wie möglich geimpft werden. Die Impfung gegen Haemophilus influenzae Typ b (kombinierte Impfung gegen Diphtherie, Starrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung und Haemophilus influenzae Typ b) ist für alle Kinder im Alter von 2, 4, 6 und 15 bis 24 Monaten empfohlen. Ab dem Alter von 5 Jahren ist die Impfung gegen Haemophilus influenzae Typ b nicht mehr nötig.

Dokumente



Factsheet Diphterie, Starrkrampf

Diphtherie, Starrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hib, Hepatitis B

Factsheet zu Diphtherie, Starrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hib, Hepatitis B, erarbeitet durch die Eidgenössische Kommission für Impffragen in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit.

Zahlen zu Haemophilus influenzae, invasiv

Datendetails zu Hib

Entwicklung der wöchentlichen Fallzahlen auf der Basis des obligatorischen Meldesystems, welches aufgrund von Meldungen der Ärzte erstellt wird.

Wöchentliche Fallzahlen

Basis: obligatorisches Meldesystem

Weiterführende Themen

Schweizerischer Impfplan

Die Informationen über die in der Schweiz empfohlenen Impfungen sind im Schweizerischen Impfplan enthalten. Ziel ist ein optimaler Impfschutz jeder Einzelperson und der Bevölkerung insgesamt.

Letzte Änderung 03.09.2018

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