Chlamydiose

Chlamydiose

Chlamydiosen sind sexuell übertragbare Infektionen bakterieller Herkunft. Die Infektion kann durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Eine Chlamydiose kann mit Antibiotika geheilt werden.

Erreger und Übertragung

Chlamydien-Infektionen sind die am häufigsten diagnostizierten sexuell übertragbaren Infektionen bakterieller Herkunft. Sie werden durch das Bakterium Chlamydia trachomatis verursacht. Die Infektion kann durch ungeschützten oralen, vaginalen und analen Geschlechtsverkehr oder bei der Geburt von der Mutter auf das Neugeborene übertragen werden.

Krankheitsbild

Etwa 70 % der Frauen und etwa 50 % der Männer mit einer Chlamydien-Infektion haben nur geringfügige oder gar keine Beschwerden. Wenn Beschwerden vorhanden sind – in der Regel 2 bis 6 Wochen nach der Infektion – so äussern sich diese vor allem durch Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen sowie durch Ausfluss aus der Scheide bzw. Harnröhre. Auch wenn keine Symptome auftreten, können Chlamydien auf Sexualpartner übertragen werden. Eine Chlamydiose kann mit Antibiotika geheilt werden oder auch spontan ausheilen.

Eine unbehandelte Chlamydiose kann bei Frauen eine Beckenentzündung nach sich ziehen, die zu Unterleibsschmerzen, Fieber, ungewöhnlichem Ausfluss, Beckenschmerzen und zur Verklebung der Eileiter führen kann. Tritt Letzteres ein, erhöht sich das Risiko einer Bauchhöhlenschwangerschaft und kann Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Bei Männern ist in seltenen Fällen eine Nebenhodenentzündung mit anschliessender Sterilität die Folge. Infizierte Neugeborene können an einer Bindehaut- oder an einer Lungenentzündung erkranken.

Verbreitung und Häufigkeit

In der Schweiz nimmt, wie in Europa auch, die Zahl der jährlich gemeldeten Chlamydien-Infektionen seit sechs Jahren kontinuierlich zu. Im Jahr 2016 lag die Anzahl Neudiagnosen bei 11'013. Aufgrund von Schätzungen sind zwischen 3 und 10 % der sexuell aktiven Bevölkerung von Chlamydien betroffen; 70 % davon sind Frauen. Die Infektion ist bei Jugendlichen und jungen Frauen unter 24 Jahren verbreitet; Männer sind zum Zeitpunkt der Diagnose im Durchschnitt etwas älter.

Vorbeugung

Kondome und weitere Massnahmen des Safer Sex verringern das Risiko, sich mit Chlamydien zu infizieren. Deshalb gilt:

1. Vaginal- und Analsex mit Kondom
2. Und weil’s jede(r) anders liebt: Den persönlichen Safer-Sex-Check auf lovelife.ch machen

Eine Ansteckung kann aber dennoch erfolgen. Es ist wichtig, sie früh zu erkennen. Wird die Krankheit diagnostiziert, müssen alle Sexualpartner untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.  

Wer wechselnde oder mehrere Sexualpartner gleichzeitig hat, soll mit seinem Arzt, seiner Ärztin oder einer anderen Fachperson über HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen sprechen und sich beraten lassen, ob Tests nötig sind.

Zahlen zu Chlamydiose

Datendetails zu Chlamydiose

Entwicklung der wöchentlichen Fallzahlen auf der Basis des obligatorischen Meldesystems, welches aufgrund von Meldungen der Ärzte erstellt wird.

Wöchentliche Fallzahlen

Basis: obligatorisches Meldesystem

Weiterführende Themen

Sexuell übertragbare Infektionen

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Nationales Programm HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (NPHS)

Das NPHS zielt drauf ab, die Anzahl Neuinfektionen von HIV und anderen STI zu senken und gesundheitsschädigende Spätfolgen zu vermeiden. Informationen zum Programm erhalten Sie hier.

Letzte Änderung 27.11.2018

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Kontakt

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