Brucellose (Maltafieber, Morbus Bang)

Brucellose

Die Brucellose wird in den meisten Fällen durch den Genuss von kontaminierten Lebensmitteln, insbesondere nicht-pasteurisierten Milchprodukten, übertragen. Es gibt keine Impfung dagegen. Die Krankheit kommt hierzulande selten vor.

Erreger und Übertragung

Brucellose ist eine Infektionskrankheit, verursacht von Bakterien der Gattung Brucella (B.). Es gibt mehrere Arten von Brucellen, die mehrheitlich bei einer bestimmten Tiergruppe anzutreffen sind, und von denen einige auch auf den Menschen übertragbar sind (Zoonose): B. melitensis (Schaf- und Ziegenbrucellose, beim Menschen: Maltafieber), B. abortus (Rinderbrucellose, beim Menschen: Morbus Bang), B. suis (Schweinebrucellose) und B. canis (Hundebrucellose).

Zur Ansteckung kommt es in der Regel durch den Genuss von verunreinigten Lebensmitteln (insbesondere nicht pasteurisierten Milchprodukten) oder durch den direkten Kontakt mit infizierten Tieren und deren Ausscheidungen (wie z.B. Milch, Stuhl, Urin). Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist normalerweise nicht möglich.

Krankheitsbild

Bis zu 90 % der Infektionen verlaufen ohne Symptome. Ansonsten treten 5 bis 60 Tage nach der Ansteckung grippeähnliche Anzeichen auf. Nach einer kurzen beschwerdefreien Zeit folgt rasch ansteigendes Fieber bis 40°C, verbunden mit Schüttelfrost sowie Schwellungen von Leber, Milz und Lymphknoten. Charakteristisch für Brucellose durch B. melitensis oder B. suis ist ein malariaähnlicher, wellenförmiger Fieberverlauf. Je nach Brucellen-Art kommt es fallweise zu Komplikationen wie Entzündungen des Knochenmarks bzw. der Gelenke, des Herzens, der Lunge oder der Hirnhaut.

Die Erkrankung kann spontan abheilen oder zu einem chronischen Verlauf führen (bei etwa 5 % der Erkrankten). Bei frühzeitiger und adäquater Behandlung mit Antibiotika besteht ein fast hundertprozentiger Heilungserfolg. Die Sterblichkeit liegt bei unter 2 %.

Verbreitung und Häufigkeit

Die Krankheit ist bei Haus- und Nutztieren mit grösseren regionalen Unterschieden weltweit verbreitet. In Europa tritt sie bei Tieren lediglich noch im Mittelmeerraum auf; ausserhalb Europas im Nahen Osten sowie in Afrika, Zentralasien, Indien und Lateinamerika. In der Schweiz sind Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine frei von Brucellose.

Die Zahl der hierzulande gemeldeten Brucellose-Fälle ist gering (ein bis zehn Fälle pro Jahr) und die Krankheit damit selten.

Vorbeugung

Um einer Ansteckung mit Brucellen vorzubeugen, sollte auf Produkte aus nicht pasteurisierter Milch in und aus betroffenen Regionen verzichtet werden. Zudem ist der direkte Kontakt mit möglicherweise infizierten Tieren zu vermeiden. Eine Impfung gegen Brucellose gibt es weder für Mensch noch Tier. 

Zahlen zu Brucellose

Datendetails zu Brucellose

Entwicklung der wöchentlichen Fallzahlen auf der Basis des obligatorischen Meldesystems, welches aufgrund von Meldungen der Ärzte erstellt wird.

Wöchentliche Fallzahlen

Basis: obligatorisches Meldesystem

Letzte Änderung 23.08.2019

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