Neues Coronavirus: Massnahmen, Verordnung und Erläuterungen

Der Bundesrat lockert weitere Massnahmen. Viele Betriebe, Einrichtungen und Veranstaltungen sind mit Schutzkonzepten wieder offen oder erlaubt. Befolgen Sie im Alltag weiterhin die Hygiene- und Verhaltensregeln. Denn das Coronavirus soll sich nicht erneut ausbreiten.

Der Bundesrat hat im März Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus erlassen – gesetzliche Vorgaben wie Verbote sowie Hygiene- und Verhaltensregeln. Damit konnte er die Bevölkerung schützen und die Verbreitung des neuen Coronavirus stark eindämmen. Nun lockert der Bundesrat die Massnahmen schrittweise.

Ab 6. Juni können weitere Betriebe und Einrichtungen öffnen. Neu dürfen Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen wieder stattfinden. Voraussetzung sind Schutzkonzepte. Kommt es dabei zu engen Kontakten, müssen Kontaktdaten erhoben werden. So kann im Falle einer neu infizierten Person die Rückverfolgbarkeit sichergestellt werden. Auch müssen alle Beteiligten die Hygiene- und Verhaltensregeln befolgen können – Organisatoren und Veranstalterinnen, Teilnehmende, Angestellte, Kunden und Kundinnen, Lehrpersonen, Schüler und Schülerinnen, Lernende, Sportler und Trainerinnen.

Voraussetzung für den Betrieb von Geschäften oder Einrichtungen und die Durchführung von Aktivitäten

Damit Geschäfte oder Einrichtungen geöffnet sein oder Aktivitäten stattfinden können, muss ein Schutzkonzept gemäss Vorgaben des Bundes vorliegen. Dies gilt auch für Aktivitäten und Betriebe, die vom Verbot ausgenommen waren. Alle Beteiligten müssen das Schutzkonzept einhalten können. In den meisten Fällen beinhaltet das Schutzkonzept auch die Erhebung von Kontaktdaten, um im Falle einer neu infizierten Person die engen Kontakte ausfindig machen zu können (Rückverfolgung gewährleisten).

Für private Veranstaltungen,  bei denen die Teilnehmenden dem Organisator bekannt sind, braucht es kein Schutzkonzept. Die gastgebende Person muss jedoch die Rückverfolgung der Kontakte im Fall einer neu infizierten Person gewährleisten. Auf Anfrage der zuständigen kantonalen Behörde muss sie die Kontaktdaten an die Behörde weiterleiten.

Verantwortlichkeiten

Die Betreiber von Einrichtungen und die Organisatoren von Veranstaltungen und Aktivitäten sind für die Erfüllung der Vorgaben und deren Einhaltung verantwortlich. Dies gilt auch für selbstständig Erwerbende und für Betriebe, die vom Verbot ausgenommen waren.

Weder Bund noch Kantone validieren oder genehmigen Schutzkonzepte. Die Einhaltung der Schutzkonzepte wird von den Kantonen überwacht.

Schutzkonzepte

Anleitungen und Informationen zu Schutzkonzepten finden Sie auf der Seite Empfehlungen für Arbeitswelt und Schule.

Lockerungen der Massnahmen

Aktuell nimmt die Zahl der positiv getesteten Personen weiter ab. Deshalb lockert der Bundesrat die Massnahmen unter bestimmten Voraussetzungen nun weiter.

Gestattet ab 28. Mai

  • Sämtliche Formen von Gottesdiensten und religiösen Feiern, privat oder in der Gemeinde

Geöffnet/gestattet ab 30. Mai

  • Treffen in der Öffentlichkeit von maximal 30 Personen (auf öffentlichen Plätzen, Spazierwegen oder Parkanlagen) 

Geöffnet/gestattet ab 1. Juni

  • Unterschriftensammlungen im öffentlichen Raum

Geöffnet/gestattet ab 6. Juni

  • Betriebe wie Casinos, Freizeitparks, Tierparks, zoologische und botanische Gärten, Wellnessanlagen, Schwimmbäder
  • Betriebe des Sommertourismus wie Campingplätze, Bergbahnen, Rodelbahnen, Bike- und Seilparks
  • Erotikbetriebe und -dienstleistungen und Angebote der Prostitution
  • Ferienlager für Kinder und Jugendliche mit maximal 300 Personen
  • Gastronomiebetriebe: Aktivitäten wie Billard, Darts und Live-Musik, Bedingung:
    • Konsumation sitzend (gilt nicht für Diskotheken, Nachtclubs, Tanzlokale)
    • Öffnungszeiten beschränkt
  • Gastronomiebetriebe: Besuch auch für Gästegruppen von mehr als 4 Personen, Bedingungen:
    • Kontaktdaten mindestens einer Person der Gruppe müssen erhoben werden
    • Konsumation sitzend (gilt nicht für Diskotheken, Nachtclubs, Tanzlokale)
    • Öffnungszeiten beschränkt
  • Politische und zivilgesellschaftliche Kundgebungen mit maximal 300 Personen (Bedingung: Bezeichnung einer verantwortlichen Person zur Einhaltung des Schutzkonzepts)
  • Präsenzunterricht in den Mittel-, Berufs- und Hochschulen sowie weiteren Ausbildungsstätten
  • Sporttrainings mit Körperkontakt, zum Beispiel Schwingen, Ringen, Boxen, American Football oder Rugby
  • Sportwettkämpfe mit maximal 300 Personen (Bedingung: Bezeichnung einer verantwortlichen Person zur Einhaltung des Schutzkonzepts)
  • Veranstaltungen mit maximal 300 Personen

Gestattet ab 15. Juni

Grenzübertritte von und nach Deutschland, Frankreich und Österreich

Gestattet ab 1. Juli 2020

Versammlungen von Gesellschaften (Frist für Einberufung für schriftliche oder elektronische Versammlungen)

Weiterhin verboten

  • Sportwettkämpfe mit engem Körperkontakt
  • Treffen von mehr als 30 Personen im öffentlichen Raum
  • politische und zivilgesellschaftliche Kundgebungen mit mehr als 300 Personen
  • Veranstaltungen mit mehr als 300 Personen
Neues Coronavirus: Lockerung der Massnahmen, seit 11. Mai (2. Etappe)

Bisherige Lockerungen

Vom Verbot immer ausgenommen

Antworten auf Fragen zur Lockerung der Massnahmen finden Sie auf der Seite FAQ.

Befolgen Sie weiterhin die Hygiene- und Verhaltensregeln

Auch wenn der Bundesrat nun – unter strikter Einhaltung von Schutzkonzepten – die Massnahmen lockert: Das neue Coronavirus ist immer noch da. Wir müssen uns darauf einstellen, längere Zeit mit ihm zu leben. Um das Risiko einer erneuten starken Verbreitung zu reduzieren, sollten wir alle weiterhin konsequent die Hygiene- und Verhaltensregeln befolgen sowie unnötige Kontakte vermeiden.

Älter als 65 oder Erwachsen mit einer Vorerkrankung? Vermeiden Sie Orte mit hohem Personenaufkommen (zum Beispiel Bahnhöfe, öffentliche Verkehrsmittel) und Stosszeiten (zum Beispiel Einkaufen am Samstag, Pendelverkehr). Weitere Informationen finden Sie auf der Seite für «Besonders gefährdete Personen».

Arbeitgebende müssen besonders gefährdete Personen schützen

Gefährdete Arbeitnehmende sollen besonders geschützt werden. Der Bundesrat hat am 16. April 2020 präzisiert, wer besonders gefährdet ist und was im Rahmen der Schutzmassnahmen zu beachten ist.

Arbeitgeber ermöglichen besonders gefährdeten Personen, ihre Arbeit von zu Hause aus zu erledigen. Dazu treffen sie geeignete organisatorische und technische Massnahmen und ermöglichen bei Bedarf angemessene Ersatzarbeit.

Kann die besonders gefährdete Person nur vor Ort arbeiten, müssen die Arbeitgeber Abläufe oder den Arbeitsplatz so anpassen, dass die betroffene Person geschützt ist. Wenn sich ein Arbeitgeber nicht daran hält, kann der Betrieb geschlossen werden.

Wenn es nicht möglich ist, dass eine betroffene Person zu Hause arbeitet und sie das Risiko am Arbeitsplatz als zu hoch einstuft, kann sie die Arbeit im Betrieb ablehnen. Der Arbeitgeber muss in diesem Fall den Lohn weiter bezahlen.

Eine besonders gefährdete Person teilt ihre besondere Gefährdung ihrem Arbeitgeber durch eine persönliche Erklärung mit. Der Arbeitgeber kann ein ärztliches Attest verlangen.

Wenn Sie in die Schweiz einreisen

Der Bundesrat beobachtet die epidemiologische Entwicklung in der Schweiz und in anderen Ländern. Basierend darauf entscheidet er, welche Massnahmen gelockert werden. Dazu gehören auch die Bestimmungen für die Einreise in die Schweiz. Diese passt der Bundesrat seit Mitte Mai schrittweise an.

Wenn Sie in die Schweiz einreisen, müssen Sie die hiesigen Verhaltens- und Hygieneregeln beachten. An den Grenzübergängen erhalten Sie alle wichtigen Informationen zur epidemiologischen Situation in der Schweiz.

Aufgrund der unsicheren Lage können die konkreten Bestimmungen je nach Herkunftsland und Grenzübergang rasch ändern. Eventuell müssen Sie einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen, oder es wird ihre Körpertemperatur gemessen.

Informieren Sie sich vor Ihrer Reise auf der Webseite des Staatssekretariats für Migration SEM. Dort finden Sie Fragen und Antworten zu Einreisebeschränkungen und -ausnahmen, zu Personenfreizügigkeit und Visa-Stopp.

In der Schweiz gibt es keine Quarantänevorschriften für einreisende Personen, die keine Krankheitssymptome aufweisen.

Haben Sie Krankheitssymptome? Konsultieren Sie die Seite «Isolation und Quarantäne» und befolgen Sie die Anweisungen.

In Einrichtungen mit Publikumsverkehr wie Restaurants, Geschäften oder Museen müssen Sie die jeweiligen speziellen Schutzkonzepte befolgen, die Ihnen vor Ort erklärt werden.

Sind Sie älter als 65 oder haben Sie eine Vorerkrankung? Beachten Sie unsere Empfehlungen für besonders gefährdete Personen.

Ausnahmen für Kantone in besonderen Gefährdungslagen

Der Bundesrat kann die Kantone ermächtigen, für eine begrenzte Zeit und für bestimmte Regionen eine Einschränkung oder Einstellung der Tätigkeit bestimmter Wirtschaftsbranchen anordnen zu können. Dazu muss die Gesundheit der Bevölkerung aufgrund der epidemiologischen Situation besonders gefährdet sein.

Gesuche kann der Bundesrat ganz oder teilweise bewilligen. Das unter anderem, wenn die betroffene Wirtschaftsbranche aufgrund des Ausbleibens von Grenzgängern beeinträchtigt ist.

Betriebe, die nachweislich die Präventionsmassnahmen nach der COVID-19-Verordnung 2, Artikel 7d Absatz 1 erfüllen, können ihren Betrieb weiterführen.

Gesundheitsversorgung

Die Kantone können öffentliche und private Spitäler zur Bereitstellung ihrer Kapazitäten verpflichten.

Die Spitäler sind verpflichtet, einen ausreichenden Bestand an wichtigen Arzneimitteln vorrätig zu haben. Dies gilt für die Behandlung von Patientinnen und Patienten, die am neuen Coronavirus erkrankt sind, und für weitere medizinisch dringende Behandlungen.

Der Bundesrat will die Versorgung mit medizinischen Gütern sicherstellen.

Meldepflicht der Gesundheitsversorger

Der Bund will die Gesundheitsversorgung koordinieren. Dazu braucht er aktuelle Informationen aus den Spitälern. Beispielsweise müssen die Kantone dem Koordinierenden Sanitätsdienst melden, wie hoch die Auslastung der Spitalbetten ist oder wie viele Intensivpflegeplätze belegt sind.

Strafbestimmungen

Wer sich nicht an die erlassenen Verbote hält, wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldbusse bestraft.

Weitere Informationen finden Sie in der Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19) (COVID-19-Verordnung 2).

Verordnung

Erläuterungen

Erläuterungen im Änderungsmodus

Dokumente

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Downloads in verschiedenen Sprachen

Wie Sie sich schützen können: Die Plakate, Videos und Anleitungen hier erklären dies. Sie sind verfügbar in verschiedenen Sprachen, auch in Sprachen der Migrantinnen und Migranten. Laden Sie sie herunter, verbreiten Sie sie weiter.

Links

kontakt

Kontakte und Links

Zum neuen Coronavirus: Telefonnummern der verschiedenen Infolines, Links zu Webseiten von Bundesstellen und den Kantonen und zu weiteren nützlichen Webseiten.

Gesetze

Gesetzgebung Übertragbare Krankheiten – Epidemiengesetz (EpG)

Das Epidemiengesetz soll gewährleisten, dass übertragbare Krankheiten frühzeitig erkannt, überwacht, verhütet und bekämpft werden und trägt dazu bei, Krankheitsausbrüche mit grossem Gefährdungspotenzial besser zu bewältigen.

Weiterführende Themen

Empfehlungen für Arbeitswelt und Schulen

Die Empfehlungen für die Arbeitswelt richten sich an Arbeitgebende und berufstätige Personen. Diese Empfehlungen und die Massnahmen des Bundes beeinflussen die Arbeitswelt. Informieren Sie sich hier darüber.

Regelungen in der Krankenversicherung

Regelungen in der Kranken- und Unfallversicherung im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus, beispielsweise zur Kostenübernahme medizinischer Leistungen, zur Tarifierung und Finanzierung: Informieren Sie sich hier.

Gesetzgebung Übertragbare Krankheiten – Epidemiengesetz (EpG)

Das Epidemiengesetz soll gewährleisten, dass übertragbare Krankheiten frühzeitig erkannt, überwacht, verhütet und bekämpft werden und trägt dazu bei, Krankheitsausbrüche mit grossem Gefährdungspotenzial besser zu bewältigen.

Koordinationsorgan Epidemiengesetz (KOr EpG)

Das Koordinationsorgan Epidemiengesetz (KOr EpG) stärkt die Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen im Bereich der übertragbaren Krankheiten.

Leichte Sprache

Alle Menschen haben viele Fragen zum Corona-Virus.
Sie sicher auch!
Man kann krank werden. Man kann sich schützen.
Es gibt Regeln und Verbote.
Hier finden Sie Informationen.

Gebärdensprache

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Letzte Änderung 27.05.2020

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Aufgrund der ausserordentlichen Lage können wir Anfragen nicht schriftlich beantworten.

Informieren Sie sich auf unseren Seiten. Wir aktualisieren sie laufend.

Auf Kontakte und Links finden Sie Kontaktinfos, auch zu anderen Bundesstellen und den Kantonen.

Kontaktinformationen drucken

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