Coronavirus: Umgang mit Erkrankten und ihren Kontakten

Aufgrund der epidemiologischen Lage wurden erneut Massnahmen ergriffen. Die Fallzahlen blieben zunächst auf tiefem Niveau stabil und steigen jetzt wieder stark an. 

Da die Infektionen mit dem Coronavirus stark ansteigen, wurden im Oktober 2020 mehrere Massnahmen ergriffen, die zur Eindämmung der Epidemie beitragen sollen. Insbesondere lokale Ausbrüche müssen rechtzeitig erkannt und Infektionsketten unterbrochen werden. Damit die Übertragungsketten besser kontrolliert werden können, wurden die Kapazitäten für die Fallerkennung sowie die Isolations- und Quarantänemassnahmen in den Kantonen verstärkt. Dies mit den Zielen:

  • die Ausbreitung von SARS-CoV-2 bremsen;
  • Ausbrüche frühzeitig erkennen und kontrollieren;
  • Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf (besonders gefährdete Personen) schützen;
  • die Kapazitäten des Spitalsystems, eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung so vielen Menschen wie möglich zu bieten, behalten.

Übersichtsdokument über den Umgang mit erkrankten Personen (PDF, 305 kB, 15.12.2020)

Vorgehen bei symptomatischen Personen

Labordiagnostische Abklärung (Testung) und klinische Meldung

Die Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien werden regelmässig der aktuellen Situation angepasst. Dieser Abschnitt gibt einen groben Überblick zu den aktuell gültigen Prinzipien. Die detaillierten Informationen finden Sie im PDF Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien (PDF, 151 kB, 18.12.2020) auf der Seite Meldeformulare (unter Covid-19 Meldung).

Beprobungskriterien: Wann erfolgt eine labordiagnostische Abklärung?

Die Beprobungskriterien definieren, welche Personen abgeklärt werden sollen. Für die Diagnose von Covid-19 sind PCR-Tests sowie ab dem 2. November 2020 auch SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltests zugelassen. Serologische Tests sollten nicht eingesetzt werden.

Aktuell wird eine Testung in folgenden Situationen empfohlen:

  • bei allen Personen, die Covid-19 kompatible Symptome haben;
  • bei asymptomatischen Personen, die eine Meldung eines Kontakts mit einem Covid-19 Fall durch die SwissCovid App erhalten haben.
  • bei asymptomatischen Personen im Rahmen einer Ausbruchsuntersuchung und –Kontrolle gemäss den Empfehlungen des BAG, angeordnet durch eine Ärztin/einen Arzt.
  • Bei Kontaktpersonen, die sich in Quarantäne befinden. Ein einziger Test kann ab dem 5. Tag nach dem (ersten) Kontakt durchgeführt werden. Ein negativer Test beendet die Quarantäne nicht vorzeitig.

Bei asymptomatischen Personen, die per 21.12.2020 ausserhalb der Verdachts- Beprobungs- und Meldekriterien mittels Schnelltest getestet werden (beispielsweise im Rahmen eines Schutzkonzeptes) Hierbei gilt:

  • Die Resultate dieser Tests sind nicht meldepflichtig.
  • Diese Tests werden nicht durch den Bund bezahlt.
  • Ein positives Resultat muss jedoch immer mit einem PCR-Test bestätigt werden. Dieses Resultat wird via Labormeldung automatisch an Bund und Kantone gemeldet.

Vermerken Sie auf dem Auftragsformular für einen PCR Test an das Labor die Telefonnummer der Patientin/des Patienten. Bei einem Antigen-Schnelltest vermerken Sie die Telefonnummer der Patientin/des Patienten bei der Meldung des Testresultats im elektronischen Meldeportal an das BAG: https://forms.infreport.ch/. Dies erleichtert den zuständigen kantonalen Stellen das Contact Tracing nach einem positiven Abstrich.

Zudem wird eine labordiagnostische Abklärung postmortem empfohlen bei verstorbenen Bewohnern von Alters- und Pflegeheimen sowie anderen sozialmedizinischen Institutionen bei denen zum Zeitpunkt des Todes kein Testresultat vorliegt und kein epidemiologischer Link (enger oder indirekter Kontakt z.B. während eines Ausbruchs in sozialmedizinischen Institutionen) zu einem laborbestätigten Fall bekannt ist. Dies, damit allfällige Schutzmassnahmen für die weiteren Bewohner umgesetzt werden können.

Wichtig: Ein negatives Testergebnis schliesst die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht vollständig aus, da auch falsch-negative Ergebnisse möglich sind. Mehr Details hierzu finden Sie unter den FAQs für Gesundheitsfachpersonen unter «SARS-CoV-2-Tests und Isolationsmassnahmen»

Die Vergütung der diagnostischen Analyse auf SARS-CoV-2 wird in einem Faktenblatt (PDF, 837 kB, 22.12.2020) ausführlich erläutert.

Meldekriterien: Wie werden Antigen-Schnelltests gemeldet?

Melden Sie Befunde zu Antigen-Schnelltests elektronisch über das Meldeportal an das BAG: https://forms.infreport.ch/

  • Positive Befunde: innerhalb von 2 Stunden
  • Negative Befunde: innerhalb von 24 Stunden

Die Meldung eines positiven Antigen-Schnelltests stellt sicher, dass positiv getestete Personen ins kantonale Contact Tracing aufgenommen werden und ist daher von grösster Wichtigkeit.

Meldekriterien: Wann erfolgt eine Meldung des klinischen Befundes?

Melden Sie klinische Befunde zu positiven SARS-CoV-2-Tests (PCR und Antigen-Schnelltests) innerhalb von 24 Stunden von

  • hospitalisierten Patienten
  • Patienten in Alters- und Pflegeheimen
  • Patienten in anderen sozialmedizinischen Institutionen
  • Todesfällen

Melden Sie wenn möglich elektronisch: die entsprechende Anleitung finden Sie unter Meldeformulare.

Bei hospitalisierten Personen oder verstorbenen Personen mit Covid-19 kompatibler Symptomatik und negativem PCR-Testresultat, melden Sie die klinischen Befunde ebenfalls, wenn:

  • die Röntgenaufnahme (CT-Scan) mit Covid-19 vereinbar ist und keine andere Ätiologie bekannt ist oder
  • ein epidemiologischer Link zu einer positiv getesteten Person besteht und keine andere Ätiologie bekannt ist.

Da ein negatives PCR-Ergebnis die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht vollständig ausschliesst.

Risiko der Dekompensation bei Patienten, die zu Hause isoliert werden

Von Spitalärzten im Tessin wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass einige Patientinnen und Patienten mit einer Covid-19 verdächtigen Symptomatik, die zu Hause isoliert werden, eine sich plötzlich verschlechternde Symptomatik aufweisen.

Etwa fünf bis sieben Tage kam es zu einem kritischen Verlauf mit Fieber und Asthenie, aber ansonsten nur wenigen Symptomen. Obwohl die Patientinnen/Patienten keine subjektive Dyspnoe zeigen, kann bei ihnen eine Lungenentzündung mit sehr geringer Sauerstoffsättigung vorliegen. Diese muss schnell erkannt und behandelt werden, da innerhalb weniger Stunden eine Verschlechterung eintreten kann, die eine Intubation erfordert. Wir wissen, dass über 80 Prozent der Patientinnen/Patienten mit Covid-19 einen milden Verlauf haben, aber es ist sehr wichtig, diejenigen schnell zu erkennen, bei denen ein kritischer Verlauf droht.

Informieren Sie Ihre Patientinnen und Patienten daher, sich bei folgenden Warnzeichen bei Ihnen zu melden:

  • Mehrere Tage anhaltendes Fieber
  • Mehrere Tage anhaltendes Schwächegefühl
  • Atemnot
  • Starkes Druckgefühl oder Schmerzen in der Brust
  • Neu auftretende Verwirrung
  • Bläuliche Lippen oder bläuliches Gesicht

Untersuchen Sie den Patienten/die Patientin klinisch. Zusätzlich zur Lungenauskultation, messen Sie Blutdruck, Puls, Temperatur, Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung, um eine Hypoxämie diagnostizieren zu können. Die Hypoxämie ist zum Teil klinisch nicht ersichtlich. Machen Sie bei Anzeichen eines schweren Verlaufs gegebenenfalls eine Thorax-Röntgenaufnahme. Überweisen Sie den Patienten/die Patientin bei Bedarf in ein Spital.

Isolations- und Quarantänemassnahmen

Damit die Übertragungsketten besser kontrolliert werden können, wurden die Kapazitäten für die Fallerkennung sowie die Isolations- und Quarantänemassnahmen während der Transitionsphase in den Kantonen verstärkt. Isolation und Quarantäne werden durch die zuständigen kantonalen Stellen angeordnet.

Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung

Alle Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung (z.B. mit Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit) und/oder plötzlichem Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinns mit oder ohne Fieber, Fiebergefühl oder Muskelschmerzen) sollen sich testen lassen und mindestens bis zum Erhalt des Testergebnisses zu Hause isolieren, wenn ihr Gesundheitszustand das zulässt. Abweichungen bei Kindern unter 12 Jahren sind jedoch möglich. Die Ärztin/der Arzt kann abklären, ob das symptomatische Kind engen Kontakt mit einer erkrankten oder symptomatischen erwachsenen Person hatte, insbesondere im engen häuslichen Umfeld. Das Dokument Vorgehen bei symptomatischen Kindern bis 12 Jahren und Testindikation (PDF, 805 kB, 06.11.2020) beschreibt, wie das Vorgehen entsprechend des Kontexts angepasst werden kann.

Hatte eine Person Kontakt zu einer erkrankten Person, besteht die Gefahr, dass Sie selbst erkrankt. Darum soll Sie strikt die Verhaltens- und Hygienemassnahmen des BAG einhalten und unnötige Kontakte vermeiden.

Da die Fallzahlen rasch ansteigen, ist es möglich, dass die zuständige kantonale Stelle vorübergehend Erkrankte und ihre Kontakte nicht zeitnah kontaktieren kann. In diesem Fall ist es nötig, dass die Erkrankten ihre engen Kontakte selber informieren. Auf der Seite Vorgehen bei Symptomen und möglicher Ansteckung finden Erkrankte und deren engen Kontakte die Informationen, wie sie vorgehen sollen.

Personen mit laborbestätigtem Covid-19: Isolation

Die Isolation von Personen mit laborbestätigtem Covid-19 wird von der zuständigen kantonalen Stelle angeordnet. Sie halten sich an die Anweisungen zur Isolation (PDF, 272 kB, 23.12.2020). Da die Fallzahlen rasch ansteigen, ist es möglich, dass die zuständige kantonale Stelle die Personen nicht zeitnah kontaktieren kann.

Informieren Sie Ihre Patienten an wen sie sich bei Anzeichen eines ernsten Verlaufs wenden können. Warnzeichen für einen ernsten Verlauf sind:

  • Mehrere Tage anhaltendes Fieber
  • Mehrere Tage anhaltendes Schwächegefühl
  • Atemnot
  • Starkes Druckgefühl in der Brust
  • Neu auftretende Verwirrung
  • Bläuliche Lippen oder bläuliches Gesicht (Zyanose)

Falls ihr Allgemeinzustand dies erlaubt, ist die Isolation zu Hause bzw. an ihrem Lebensort (Pflegeheim, Asylzentrum, Anstalten des Freiheitsentzugs, Hotel, Tagesstätte usw.) möglich: Bis 48 Stunden nach Abklingen der Symptome, sofern seit Symptombeginn mindestens 10 Tage verstrichen sind. Falls die Person einen plötzlichen Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns hatte: Es kann länger dauern, bis sich die Geruchs- und Geschmacksnerven erholen. Daher kann die Isolation aufgehoben werden, wenn der Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinns als einzige Symptomatik nach dieser Zeit noch weiterbesteht.

Schwer erkrankte Personen werden gemäss den Empfehlungen von Swissnoso im Spital isoliert. Die Dauer der Isolation hängt von der Schwere der vorhandenen Symptome ab. Sie wird vom Spital aufgrund der Empfehlungen von Swissnoso festgelegt. Bei einer Rückkehr nach Hause oder einer Verlegung in eine andere Einrichtung muss die Isolation, wie von Swissnoso beschrieben, weitergeführt werden. Diese Regelung gilt auch für hospitalisierte Personen mit wahrscheinlichem Covid-19 (Personen mit einem negativen PCR-Testergebnis und mit einem mit Covid-19 kompatiblen Röntgenbild (CT-Scan) oder einem epidemiologischen Zusammenhang mit einem bestätigten Fall und keiner anderen Ätiologie).

Bei Personen, die am Ende einer Isolationsphase infolge von einer laborbestätigten Covid-19-Erkrankung stehen, empfiehlt das BAG keinen Test. Nach der Isolation sollen die Personen weiterhin die Hygiene- und Verhaltensregeln der Kampagne «So schützen wir uns» befolgen. Denn obwohl die Ansteckungsgefahr zu diesem Zeitpunkt deutlich reduziert ist, kann sie auf niedrigem Niveau für eine unterschiedlich lange Zeit weiterbestehen.

Weitere Informationen erhalten die betroffenen Personen unter «Anweisungen zur Isolation (PDF, 272 kB, 23.12.2020)»

Personen mit negativem Testergebnis

Personen mit negativem Testergebnis und Covid-19 kompatiblen Symptomen, die nicht hospitalisiert werden müssen, sollen bis 24 Stunden nach Abklingen der Symptome zu Hause bleiben (unabhängig davon, wieviel Zeit seit Symptombeginn vergangen ist), wie es zur Kontrolle der Ausbreitung anderer Atemwegsinfektionen (z. B. Influenza) empfohlen wird.

Kontaktpersonen sollen ihren Gesundheitszustand beobachten und sich strikt an die Hygiene- und Verhaltensregeln der Kampagne «So schützen wir uns» halten. Wenn bei den Kontaktpersonen Symptomen auftreten sollen sie sich testen lassen und mindestens bis zum Erhalt des Testergebnisses zu Hause isolieren.  

Enge Kontaktpersonen (höheres Infektionsrisiko): Quarantäne

Die Quarantäne wird von der zuständigen kantonalen Stelle angeordnet. Die Kantone haben ihre Kapazitäten für die Fallerkennung sowie die Isolations- und Quarantänemassnahmen verstärkt, können aber nicht in allen Fällen mit dem schnellen Anstieg Schritt halten. Da die Fallzahlen rasch ansteigen, ist es daher möglich, dass die zuständige kantonale Stelle enge Kontakte nicht direkt kontaktiert. In diesem Fall finden enge Kontakte die Informationen, wie sie vorgehen sollen unter Vorgehen bei Kontakt mit einer infizierten Person.

Die engen Kontaktpersonen von symptomatischen Personen mit einer laborbestätigten Covid-19 oder von hospitalisierten Personen mit wahrscheinlichem Covid-19 werden 10 Tage unter Quarantäne gestellt, wenn sie mit der erkrankten Person Kontakt hatten, während diese symptomatisch war oder in den 48 Stunden vor Symptombeginn. Sie erhalten Anweisungen zur Quarantäne (PDF, 360 kB, 23.12.2020). Dabei sollen die Personen auf Ihren Gesundheitszustand achten und jeglichen Kontakt mit anderen Personen vermeiden. Sie können im Homeoffice weiterarbeiten. Leben besonders gefährdete Personen im gleichen Haushalt, sollten diese während der Quarantäne-Dauer wenn möglich von den anderen Personen getrennt werden.

Treten bei einer Person in Quarantäne Symptome auf, dann soll sie sich testen lassen und mindestens bis zum Erhalt des Testergebnisses zu Hause isolieren. Da auch nach der vorgeschriebenen Quarantäne-Dauer Symptome auftreten können (die Inkubationszeit kann bis zu 14 Tage betragen), soll die Person weiterhin auf ihren Gesundheitszustand achten und die Hygiene- und Verhaltensregeln «So schützen wir uns» befolgen.

Die Kontaktpersonen, die bereits eine mittels PCR bestätigte Infektion in den letzten 3 Monaten gehabt haben, können von der zuständigen kantonalen Stelle von der Quarantäne befreit werden.

Weitere Informationen erhalten die betroffenen Personen unter Anweisungen zur Quarantäne (PDF, 360 kB, 23.12.2020).

Kontaktpersonen mit niedrigem Infektionsrisiko

Kontaktpersonen von erkrankten Personen, die keinen engen Kontakt hatten, beobachten ihren Gesundheitszustand und halten sich strikt an die Hygiene- und Verhaltensregeln «So schützen wir uns». Sie arbeiten weiter, wenn möglich im Homeoffice.


Weiterführende Themen

Dokumente

Hier finden Gesundheitsfachpersonen aktuelle Dokumente mit Empfehlungen und Informationen sowie die wichtigsten Links.

Schutzkonzepte und -massnahmen

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu den Schutzkonzepten für Praxen und Einrichtungen von Gesundheitsfachpersonen sowie zu den Empfehlungen für die Schutzmassnahmen für Gesundheitsfachpersonen und besonders gefährdete Personen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hier finden sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen von Gesundheitsfachpersonen.

Letzte Änderung 21.12.2020

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Kontakt

Anfragen im Zusammenhang mit Covid-19 beantworten wir nicht schriftlich.

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Tel.
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