Neues Coronavirus: Schutzkonzepte und -massnahmen

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu den Schutzkonzepten für Praxen und Einrichtungen von Gesundheitsfachpersonen sowie zu den Empfehlungen für die Schutzmassnahmen für Gesundheitsfachpersonen und besonders gefährdete Personen.

Praxen und Einrichtungen von Gesundheitsfachpersonen müssen gemäss der Covid-19-Verordnung besondere Lage über ein situations- und betriebsadäquates Schutzkonzept verfügen. Im Anhang der Verordnung werden die Grundprinzipien zur Verhütung der Übertragung beschrieben.

Aufgrund der weltweiten Verbreitung von SARS-CoV-2 muss mit Schutzmaterial (Masken, Brillen, Überschürzen, Handschuhe) sorgsam umgegangen werden. Die Verfügbarkeit von Hygienemasken ist derzeit ausreichend, um das allgemeine Maskentragen für alle (Gesundheits-)Fachpersonen einzuführen, die einen Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhalten können, wenn Sie die Patientinnen und Patienten, Heimbewohner/innen oder Kundinnen und Kunden untersuchen oder pflegen.  

Die Hygiene- und Verhaltensregeln der Kampagne «So schützen wir uns» auf www.bag-coronavirus.ch gelten für alle – auch für Gesundheitsfachpersonen. Auf dieser Seite finden Sie Flyer und Plakate, die Sie herunterladen oder bestellen können.

Schutzmassnahmen im Gesundheitsbereich

Die Vorsorgemassnahmen für eine hospitalisierte Person mit begründetem Verdacht oder mit einer bestätigten Covid-19 finden Sie auf der Internetseite von Swissnoso: www.swissnoso.ch

Derzeit bekannte Hauptübertragungswege des neuen Coronavirus

  • Bei engem und längerem Kontakt: Wenn man zu einer infizierten Person weniger als 1,5 Meter Abstand hält. Je länger und enger man Kontakt mit einer infizierten Person hat, desto wahrscheinlicher ist eine Ansteckung.
  • Durch Tröpfchen: Niest oder hustet die erkrankte Person, können die Viren direkt auf die Schleimhäute von Nase, Mund oder Augen von anderen Menschen gelangen.
  • Über die Hände: Ansteckende Tröpfchen aus Husten, Niesen oder von kontaminierten Oberflächen können sich an den Händen befinden. Sie gelangen an Mund, Nase oder Augen, wenn man diese berührt.

Schutzkonzepte in Praxen und Einrichtungen von Gesundheitsfachpersonen

Gemäss Art. 4 der Covid-19-Verordnung besondere Lage, müssen öffentlich zugängliche Einrichtungen und Betriebe ein Schutzkonzept erarbeiten und umsetzen. Somit müssen auch die Praxen und Einrichtungen von Gesundheitsfachpersonen über ein Schutzkonzept verfügen, das gewährleistet, dass das Übertragungsrisiko für ihre Patientinnen und Patienten und Klientinnen und Klienten minimiert wird. Dies bedeutet, dass die Praxen und Einrichtungen gewährleisten müssen, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Eine Unterschreitung des Abstands ist dann zulässig, wenn geeignete Schutzmassnahmen wie das Tragen einer Gesichtsmaske oder das Anbringen zweckmässiger Abschrankungen vorgegeben ist.

Für Spitäler, niedergelassene Ärzte und (Gesundheits-)Fachpersonen, die Covid-19 Patienten behandeln, gibt es spezifische Empfehlungen betreffend Schutzmaterial und Umgang mit schwer Erkrankten. Die Schutzkonzepte zum Betrieb von Arztpraxen und ergänzend dazu das Schutzkonzept für «Gruppentherapien» finden Sie auf der Webseite der FMH unter «aktuelle Informationen zum Coronavirus».

Wichtig: Besonders gefährdete Personen sind nicht mehr speziell durch das Gesetz geschützt, sind jedoch immer noch durch ein erhöhtes Risiko an Komplikationen gefährdet. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Schutzmassnahmen für besonders gefährdete Personen.

Einkauf von Schutzmaterial

Private und öffentliche Organisationen sind für die Beschaffung von Schutzmaterial grundsätzlich selbst verantwortlich. Der Bund beschafft Mangelgüter für das Gesundheitswesen im Sinne einer subsidiären Unterstützung. Im Pflegebereich tätige Organisationen und Gesundheitsfachpersonen können allfällige Gesuche um Unterstützung direkt an die im Kanton zuständige Stelle (in der Regel die Kantonsapotheken) richten. Eine Liste der Kantonsapothekerinnen und Kantonsapotheker ist auf der Seite der Kantonsapothekervereinigung zu finden.  

Schutzmasken

Das BAG empfiehlt die Verwendung einer Hygienemaske (chirurgische Maske, OP-Maske) für:

  • (Gesundheits-)Fachpersonen, die Patientinnen und Patienten, Heimbewohnerinnen und Heimbewohner oder Kundinnen und Kunden untersuchen und pflegen, und dabei einen Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhalten können.
  • Mitarbeitende im Gesundheitswesen, die Dienstleistungen erbringen, die einen engen Kontakt (weniger als 1,5 Meter Abstand) mit Patientinnen und Patienten, Heimbewohnerinnen und Heimbewohner oder besonders gefährdeten Personen beinhalten (z. B. Zimmerreinigung in Pflegeeinrichtungen oder Wartung von medizinischen Geräten zu Hause).
  • Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion, die aus dem Haus gehen müssen (z.B. für einen Arzttermin). Ohne Hygienemaske muss die symptomatische Person stets einen Abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen wahren.

Das BAG empfiehlt die Verwendung einer FFP2/3-Maske für:

  • Direkt exponierte (Gesundheits-)Fachpersonen bei Tätigkeiten mit grossem Risiko der Aerosolbildung bei Personen mit begründetem Verdacht oder bestätigtem Covid-19.

    Das Tragen der FFP2-Maske ist bis 30 Minuten über die aerosol-generierende Massnahme hinaus, und solange die erkrankte Person während dieser Zeit im Raum ist, empfohlen.

    FFP2-Masken können von einem Mitarbeitenden während einer ganzen Schicht getragen werden.

Swissnoso definiert die Tätigkeiten mit grossem Risiko der Aerosolbildung (z. B. Intubation, nicht invasive Beatmung, Bronchoskopie, Laryngoskopie). Diese Empfehlungen sind auf der entsprechenden Webseite zu finden: www.swissnoso.ch.

Mittlerweile gibt es ausreichende wissenschaftliche Evidenz, dass sich SARS-CoV-2 über enge Kontakte und Tröpfchen überträgt. Bei Tröpfchen-Infektion reichen Hygienemasken aus um zu schützen, wenn bei einem medizinischen Eingriff keine starke Aerosolbildung zu erwarten ist. Nasen-Rachenabstriche sind keine Eingriffe, die mit starker Aerosolbildung einhergehen, daher ist eine Hygienemaske ausreichend.

Richtige Verwendung der Hygienemasken

  • Waschen Sie sich vor dem Anziehen der Hygienemaske die Hände mit Wasser und Seife oder mit einem Desinfektionsmittel.
  • Setzen Sie die Hygienemaske vorsichtig auf, so dass sie Nase und Mund bedeckt, und ziehen Sie sie fest, so dass sie eng am Gesicht anliegt.
  • Berühren Sie die Maske nicht mehr, sobald Sie sie aufgesetzt haben. Waschen Sie sich nach jeder Berührung einer gebrauchten Hygienemaske, z. B. beim Abnehmen, die Hände mit Wasser und Seife oder mit einem Desinfektionsmittel.
  • Im Falle einer Maskenknappheit: Hygienemasken (Typ II oder Typ IIR) können bis zu acht Stunden getragen werden, auch wenn sie feucht sind.
  • Grundsätzlich sollte höchstens eine Maske für eine Dauer von acht Stunden und höchstens zwei Masken für eine Dauer von 12 Stunden getragen werden. Hygienemasken (Typ II oder Typ IIR) können unter bestimmten Umständen häufiger gewechselt werden, zum Beispiel, wenn die (Gesundheits-)Fachperson nach der Betreuung einer infektiösen Patientin/eines infektiösen Patienten eine nicht infektiöse Patientin/einen nicht infektiösen Patienten versorgt oder während der Pause.
  • Wenn ausreichend Hygienemasken verfügbar sind, werden die Masken bei häuslicher Pflege nach jedem Besuch gewechselt.

Schutzhandschuhe, Überschürzen und Schutzbrillen

Das BAG empfiehlt die Verwendung von Schutzhandschuhen und Überschürzen für:

  • (Gesundheits-)Fachpersonen, die Personen mit begründetem Verdacht oder bestätigtem Covid-19 untersuchen oder pflegen und dabei einen Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhalten können.

Das BAG empfiehlt die Verwendung eines Augenschutzes bzw. das Tragen einer Schutzbrille für:

  • (Gesundheits-)Fachpersonen, die bei Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion (z.B. Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit mit oder ohne Fieber, Fiebergefühl oder Muskelschmerzen) Nasopharynx- und Rachenabstriche auf SARS-CoV-2 durchführen.
  • (Gesundheits-)Personal, welches Atemwegssekreten direkt exponiert ist oder bei Tätigkeiten mit grossem Risiko der Aerosolbildung (wie von Swissnoso definiert), wenn ein begründeter Verdacht oder ein bestätigtes Covid-19 vorliegt.

Jede Fachperson nutzt dieselbe Brille so lange wie möglich. Wiederverwendbare Schutzbrillen müssen nach jedem Gebrauch desinfiziert und an einem staubfreien Ort gelagert werden.

Strategie für die Wiederbenutzung von Schutzmaterial im Falle einer Knappheit

Es können Strategien für die Wiederbenutzung von Schutzmaterial angewandt werden. Diese müssen jedoch von erfahrenen Teams entwickelt und von einer einwandfreien Handhygiene begleitet werden. Beispiele dazu sind in den Empfehlungen von Swissnoso beschrieben, die auf der Webseite www.swissnoso.ch verfügbar sind.

Schutzmassnahmen für besonders gefährdete Personen

Bei der Bekämpfung der Ausbreitung des neuen Coronavirus ist der Schutz der Gesundheit von besonders gefährdeten Personen weiterhin sehr wichtig. Sie haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe.

Für besonders gefährdete Personen sind die Hygiene und Verhaltensregeln der Kampagne «So schützen wir uns» daher sehr wichtig. Wichtige Empfehlungen sind:

  • Gründlich und regelmässig die Hände waschen.
  • Stets den erforderlichen Abstand zu anderen Personen (mindestens 1,5 Meter) halten, auch wenn sie Freunde und Familie treffen.
  • Stosszeiten und Orte mit hohem Personenaufkommen (beispielsweise Bahnhöfe oder öffentliche Verkehrsmittel während des Pendelverkehrs, Einkaufen am Samstag etc.) vermeiden.
  • Unterstützungsangebote (bspw. für das Einkaufen) sind bei verschiedenen Organisationen, über die Gemeinde oder im Internet zu finden.

Wer ist besonders gefährdet und muss besonders geschützt werden?

Besonders gefährdete Personen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe. Dazu zählen vor allem ältere Menschen, schwangere Frauen und Menschen mit Vorerkrankungen. Die folgenden Personengruppen sollen deswegen besonders geschützt werden:

Personen ab 65 Jahren

Schwangere Frauen

Erwachsene, die folgende Vorerkrankungen aufweisen

  • Bluthochdruck
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Diabetes
  • Chronische Atemwegserkrankungen
  • Krebs
  • Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen
  • Adipositas Grad III (morbid, BMI ≥ 40 kg/m2).

Das Risiko für schwere Verläufe ist bei Kindern gering. Mit den vorhandenen Daten kann derzeit keine klare Altersgrenze gezogen werden, ab welcher sich das Risiko bei Jugendlichen mit einer der oben genannten Vorerkrankungen klar erhöht. Ob für einen Jugendlichen/eine Jugendliche mit Vorerkrankung besondere Schutzmassnahmen getroffen werden müssen, kann nur individual-medizinisch entschieden werden. Es sollten dabei sowohl das Expositionsrisiko als auch die Schwere der Vorerkrankung berücksichtigt werden.

Das BAG berücksichtigt bei der Präzisierung der Kategorien der besonders gefährdeten Personen den aktuellen Stand der Wissenschaft und die Einschätzungen der medizinischen Fachgesellschaften der Schweiz. Das BAG führt die Kategorien der besonders gefährdeten Personen laufend nach. Diese Kategorien sind im Dokument Kategorien besonders gefährdeter Personen (PDF, 209 kB, 12.08.2020) zu finden.


Weiterführende Themen

Informationen für Gesundheitsfachpersonen

Neuigkeiten, Dokumente, Schutzkonzepte und -massnahmen, Umgang mit Erkrankten und ihren Kontakten, FAQs, Contact Tracing

Dokumente

Hier finden Gesundheitsfachpersonen aktuelle Dokumente mit Empfehlungen und Informationen sowie die wichtigsten Links.

Umgang mit Erkrankten und ihren Kontakten

Alle Personen mit Symptomen einer akuten Erkrankung der Atemwege und ihre engen Kontaktpersonen sollen zuhause bleiben. Dadurch kann das Gesundheitssystem vorrangig die schweren Fälle sowie besonders gefährdete Personen versorgen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hier finden sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen von Gesundheitsfachpersonen.

Letzte Änderung 10.09.2020

Zum Seitenanfang

Kontakt

Anfragen im Zusammenhang mit Covid-19 beantworten wir nicht schriftlich.

Informieren Sie sich auf unseren Seiten. Wir aktualisieren sie laufend.

Auf Kontakte und Links finden Sie Kontaktinfos, auch zu anderen Bundesstellen und den Kantonen.

Tel.
+41 58 462 21 00

Kontaktinformationen drucken

https://www.bag.admin.ch/content/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/information-fuer-die-aerzteschaft/schutzmassnahmen.html