Neues Coronavirus: Schutzkonzepte und -massnahmen

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu den Schutzkonzepten für Praxen und Einrichtungen von Gesundheitsfachpersonen sowie zu den Empfehlungen für die Schutzmassnahmen für Gesundheitsfachpersonen und besonders gefährdete Personen.

Praxen und Einrichtungen von Gesundheitsfachpersonen müssen gemäss COVID-Verordnung 2 über ein situations- und betriebsadäquates Schutzkonzept verfügen. Unter «Schutzkonzepte in Praxen und Einrichtungen von Gesundheitsfachpersonen» werden die Grundprinzipien zur Verhütung von Übertragungen beschrieben und auf bestehende Vorlagen von Schutzkonzepten verlinkt. Dies kann als Grundlage bei der Erstellung eines Schutzkonzepts verwendet werden.

Aufgrund der weltweiten Verbreitung von SARS-CoV-2 muss mit Schutzmaterial (Masken, Brillen, Überschürzen, Handschuhe) sorgsam umgegangen werden. Die Verfügbarkeit von Hygienemasken ist derzeit ausreichend, um das allgemeine Maskentragen für alle (Gesundheits-)Fachpersonen einzuführen, die einen Mindestabstand von zwei Metern nicht einhalten können, wenn Sie die Patientinnen und Patienten, Heimbewohne/rinnen oder Kundinnen und Kunden untersuchen oder pflegen.  

Die Hygiene- und Verhaltensregeln der Kampagne «So schützen wir uns» auf www.bag-coronavirus.ch gelten für alle – auch für Gesundheitsfachpersonen. Auf dieser Seite finden Sie Flyers und Plakate, die Sie herunterladen oder bestellen können.

Schutzmassnahmen im Gesundheitsbereich

Die Vorsorgemassnahmen für eine hospitalisierten Person mit begründetem Verdacht oder mit einer bestätigten COVID-19 finden Sie auf der Internetseite von Swissnoso: www.swissnoso.ch

Derzeit bekannten Hauptübertragungswege des neuen Coronavirus

  • Bei engem und längerem Kontakt: Wenn man zu einer erkrankten Person länger als 15 Minuten weniger als 2 Meter Abstand hält.
  • Durch Tröpfchen: Niest oder hustet die erkrankte Person, können die Viren direkt auf die Schleimhäute von Nase, Mund oder Augen von anderen Menschen gelangen.
  • Über die Hände: Ansteckende Tröpfchen aus Husten, Niesen oder von kontaminierten Oberflächen können sich an den Händen befinden. Sie gelangen an Mund, Nase oder Augen, wenn man diese berührt.

Schutzkonzepte in Praxen und Einrichtungen von Gesundheitsfachpersonen

Gemäss Art. 6a Covid-19-Verordnung 2, müssen auch die Praxen und Einrichtungen von Gesundheitsfachpersonen über ein Schutzkonzept verfügen, das gewährleistet, dass das Übertragungsrisiko für ihre Patientinnen und Patienten und Klientinnen und Klienten sowie für die Arbeitnehmenden minimiert wird. Die gesundheits- und arbeitsrechtlichen Vorgaben des BAG und des SECO finden sich auf der Seite Schutzkonzepte des SECO. Auf Basis dieser Vorgaben des Bundes sowie den untengenannten Grundprinzipien der Verhütung von Übertragung können branchenbezogene Grobkonzepte erstellt werden (z.B. des jeweiligen Dachverbandes).

Um während der COVID-19-Epidemie arbeiten zu können, befolgen Sie die Regeln der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes in ihrem Betrieb: Gewährleisten Sie neben den arbeitsrechtlichen Aspekten zum Schutz der Arbeitnehmenden auch, dass für Ihre Patientinnen und Patienten und Klientinnen und Klienten ein möglichst geringes Risiko einer COVID-19-Ansteckung besteht. Eine vollständige Vermeidung von Ansteckungen ist hierbei weder möglich noch das Ziel. Die Anzahl der Neuerkrankungen soll aber auf einem niedrigen Niveau gehalten und die besonders gefährdeten Personen weiterhin geschützt werden. Damit kann sichergestellt werden, dass das Gesundheitssystem die Erkrankten versorgen kann und Todesfälle vermieden werden.

Die nachfolgenden drei Grundprinzipien zur Verhütung von Übertragungen dienen lediglich als Hilfestellung bei der Festlegung von betriebsbezogenen Schutzkonzepte, die Sie unter Mitwirkung Ihrer Arbeitnehmenden umsetzen können. Welche konkreten Massnahmen Sie dabei wählen sollten, hängt vom Risiko der Übertragung in Ihrer gegebenen Situation ab. Zur Beurteilung Ihres situations- und betriebsadäquaten Schutzkonzeptes braucht es unter Umständen den Beizug einer Fachperson oder der kantonalen Vollzugsorgane. Für Spitäler, niedergelassene Ärzte und (Gesundheits-)Fachpersonen, die COVID-19 Patienten behandeln gibt es spezifische Empfehlungen betreffend Schutzmaterial und Umgang mit schwer Erkrankten. Die Schutzkonzepte zum Betrieb von Arztpraxen und ergänzend dazu das Schutzkonzept für «Gruppentherapien» finden Sie auf der Webseite der FMH unter «aktuelle Informationen zum Coronavirus».

Empfohlene Grundprinzipien zur Verhütung von Übertragung:

Einkauf von Schutzmaterial

Private und öffentliche Organisationen sind für die Beschaffung von Schutzmaterial grundsätzlich selbst verantwortlich. Der Bund beschafft Mangelgüter für das Gesundheitswesen im Sinne einer subsidiären Unterstützung. Im Pflegebereich tätige Organisationen und Gesundheitsfachpersonen können allfällige Gesuche um Unterstützung direkt an die im Kanton zuständige Stelle (in der Regel die Kantonsapotheken) richten. Eine Liste der Kantonsapothekerinnen und Kantonsapotheker ist unter https://www.kantonsapotheker.ch/de/die-kav/kontakt zu finden.  

Schutzmasken

Das BAG empfiehlt die Verwendung einer Hygienemaske (chirurgische Maske, OP-Maske) für:

  • (Gesundheits-)Fachpersonen, die Patientinnen und Patienten, Heimbewohnerinnen und Heimbewohner oder Kundinnen und Kunden untersuchen und pflegen, und dabei einen Mindestabstand von zwei Metern nicht einhalten können
  • Mitarbeitende im Gesundheitswesen, die Dienstleistungen erbringen, die einen engen Kontakt (weniger als zwei Meter Abstand) mit Patientinnen und Patienten, Heimbewohnerinnen und Heimbewohner oder besonders gefährdeten Personen beinhalten (z. B. Zimmerreinigung in Pflegeeinrichtungen oder Wartung von medizinischen Geräten zu Hause).
  • Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion, die aus dem Haus gehen müssen (z.B. für einen Arzttermin). Ohne Hygienemaske muss die symptomatische Person stets einen Abstand von zwei Metern zu anderen Personen wahren.

Das BAG empfiehlt die Verwendung einer FFP2/3-Maske für:

  • Direkt exponierte (Gesundheits-)Fachpersonen bei Tätigkeiten mit grossem Risiko der Aerosolbildung bei Personen mit begründetem Verdacht oder bestätigtem COVID-19.

    Das Tragen der FFP2-Maske ist bis 30 Minuten über die aerosol-generierende Massnahme hinaus, und solange die erkrankte Person während dieser Zeit im Raum ist, empfohlen.

    FFP2-Masken können von einem Mitarbeitenden während einer ganzen Schicht getragen werden.

Swissnoso definiert die Tätigkeiten mit grossem Risiko der Aerosolbildung (z. B. Intubation, nicht invasive Beatmung, Bronchoskopie, Laryngoskopie). Diese Empfehlungen sind auf der entsprechenden Website zu finden: www.swissnoso.ch.

Mittlerweile gibt es ausreichende wissenschaftliche Evidenz, dass sich SARS-CoV-2 über enge Kontakte und Tröpfchen überträgt. Bei Tröpfchen-Infektion reichen Hygienemasken aus um zu schützen, wenn bei einem medizinischen Eingriff keine starke Aerosolbildung zu erwarten ist. Nasen-Rachenabstriche sind keine Eingriffe, die mit starker Aerosolbildung einhergehen, daher ist eine Hygienemaske ausreichend.

Richtige Verwendung der Hygienemasken

  • Waschen Sie sich vor dem Anziehen der Hygienemaske die Hände mit Wasser und Seife oder mit einem Desinfektionsmittel.
  • Setzen Sie die Hygienemaske vorsichtig auf, so dass sie Nase und Mund bedeckt, und ziehen Sie sie fest, so dass sie eng am Gesicht anliegt.
  • Berühren Sie die Maske nicht mehr, sobald Sie sie aufgesetzt haben. Waschen Sie sich nach jeder Berührung einer gebrauchten Hygienemaske, z. B. beim Abnehmen, die Hände mit Wasser und Seife oder mit einem Desinfektionsmittel.
  • Hygienemasken (Typ II oder Typ IIR) können bis zu acht Stunden getragen werden, auch wenn sie feucht sind.
  • Grundsätzlich sollte höchstens eine Maske für eine Dauer von acht Stunden und höchstens zwei Masken für eine Dauer von 12 Stunden getragen werden. Hygienemasken (Typ II oder Typ IIR) können unter bestimmten Umständen häufiger gewechselt werden, zum Beispiel, wenn die (Gesundheits-)Fachperson nach der Betreuung einer infektiösen Patientin/eines infektiösen Patienten eine nicht infektiöse Patientin/einen nicht infektiösen Patienten versorgt oder während der Pause.
  • Wenn ausreichend Hygienemasken verfügbar sind, werden die Masken bei häuslicher Pflege nach jedem Besuch gewechselt.

Schutzhandschuhe, Überschürzen und Schutzbrillen

Das BAG empfiehlt die Verwendung von Schutzhandschuhen und Überschürzen für:

  • (Gesundheits-)Fachpersonen, die Personen mit begründetem Verdacht oder bestätigtem COVID-19 untersuchen oder pflegen und dabei ein Mindestabstand von zwei Meter nicht einhalten können.

Das BAG empfiehlt die Verwendung eines Augenschutzes bzw. das Tragen einer Schutzbrille für:

  • (Gesundheits-)Fachpersonen, die bei Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion (z.B. Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit mit oder ohne Fieber, Fiebergefühl oder Muskelschmerzen) Nasopharynx- und Rachenabstriche auf SARS-CoV-2 durchführen.
  • (Gesundheits-)Personal, welches Atemwegssekreten direkt exponiert ist oder bei Tätigkeiten mit grossem Risiko der Aerosolbildung (wie von Swissnoso definiert), wenn ein begründeter Verdacht oder ein bestätigtes COVID-19 vorliegt.

Jede Fachperson nutzt dieselbe Brille so lange wie möglich. Wiederverwendbare Schutzbrille müssen nach jedem Gebrauch desinfiziert und an einem staubfreien Ort gelagert werden.

Strategie für die Wiederbenutzung von Schutzmaterial im Falle einer Knappheit

Es können Strategien für die Wiederbenutzung von Schutzmaterial angewandt werden. Diese müssen jedoch von erfahrenen Teams entwickelt und von einer einwandfreien Handhygiene begleitet werden. Beispiele dazu sind in den Empfehlungen von Swissnoso beschrieben, die auf der Website www.swissnoso.ch verfügbar sind.

Schutzmassnahmen für besonders gefährdete Personen

Bei der Bekämpfung der Ausbreitung des neuen Coronavirus steht der Schutz der Gesundheit von besonders gefährdeten Personen im Fokus. Sie haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe. Für besonders gefährdete Personen gelten neben den Hygiene und Verhaltensregeln der Kampagne «So schützen wir uns» weitere Schutzmassnahmen:

  • Sie können Ihr Zuhause verlassen, solange sie strikt die Hygiene- und Verhaltensregeln befolgen. Vermeiden Sie Orte mit hohem Personenaufkommen (zum Beispiel Bahnhöfe, öffentliche Verkehrsmittel) und Stosszeiten (zum Beispiel Einkaufen am Samstag, Pendelverkehr)
  • Vermeiden Sie unnötige Kontakte und halten Sie Abstand zu anderen Personen (mindestens zwei Meter).
  • Lassen Sie wenn möglich eine Freundin, einen Freund oder Nachbarn für Sie einkaufen oder bestellen Sie online oder per Telefon. Sie finden auch Unterstützungsangebote bei verschiedenen Organisationen, über Ihre Gemeinde oder im Internet.
  • Nutzen Sie für geschäftliche und private Treffen bevorzugt das Telefon, Skype oder ein ähnliches Hilfsmittel.

Wer ist besonders gefährdet und muss besonders geschützt werden?

Besonders gefährdete Personen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe. Dazu zählen vor allem ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Die folgenden Personengruppen sollen deswegen besonders geschützt werden:

Personen ab 65 Jahren

Erwachsene, die folgende Vorerkrankungen aufweisen

  • Bluthochdruck
  • Chronische Atemwegserkrankungen
  • Diabetes
  • Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Krebs

Studien deuten darauf hin, dass Menschen mit höhergradiger Adipositas (BMI von 40 kg/m2 oder mehr) unabhängig von anderen Vorerkrankungen schwere Verläufe haben können. Sie gehören daher auch zu den besonders gefährdeten Personen. 

Das Risiko für schwere Verläufe ist bei Kindern gering. Mit den vorhandenen Daten kann derzeit keine klare Altersgrenze gezogen werden, ab welcher sich das Risiko bei Jugendlichen mit einer der oben genannten Vorerkrankungen klar erhöht. Ob für einen Jugendlichen/eine Jugendliche mit Vorerkrankung besondere Schutzmassnahmen getroffen werden müssen, kann nur individual-medizinisch entschieden werden. Es sollten dabei sowohl das Expositionsrisiko als auch die Schwere der Vorerkrankung berücksichtigt werden.


Weiterführende Themen

Informationen für Gesundheitsfachpersonen

Immer mehr Menschen infizieren sich mit dem neuen Coronavirus. Als Gesundheitsfachpersonen werden Sie mit diesem Virus konfrontiert, wenn Sie Ihre Patienten oder Klientinnen untersuchen, pflegen oder beraten.

Dokumente für Gesundheitsfachpersonen

Hier finden Gesundheitsfachpersonen aktuelle Dokumente mit Empfehlungen und Informationen sowie die wichtigsten Links.

Umgang mit Erkrankten und ihren Kontakten

Alle Personen mit Symptomen einer akuten Erkrankung der Atemwege und ihre engen Kontaktpersonen sollen zuhause bleiben. Dadurch kann das Gesundheitssystem vorrangig die schweren Fälle sowie besonders gefährdete Personen versorgen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) für Gesundheitsfachpersonen

Hier finden sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen von Gesundheitsfachpersonen.

Letzte Änderung 25.05.2020

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