Koordination der Versorgung mit wichtigen Covid-19-Arzneimitteln

Es gibt verschiedene Massnahmen, um die Versorgung der Schweiz mit wichtigen Covid-19-Arzneimitteln besser zu koordinieren.

Die wichtigen Arzneimittel für die Versorgung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten werden regelmässig vom BAG, vom BWL und von Swissmedic überwacht.
Das BAG wird von Expertinnen und Experten der Clinical Care Group der Swiss National Covid-19 Science Task Force in den klinischen und wissenschaftlichen Abklärungen beraten.

Wichtige Covid-19-Arzneimittel  — Versorgungssituation und Meldepflicht

Informationen für Spitalapothekerinnen und Spitalapotheker

Verfügbarkeit wichtiger Covid-19-Arzneimittel

  • Das BAG und das BWL überwachen wöchentlich sowohl die Lagerbestände in den Gesundheitseinrichtungen, wie auch die Lagerbestände und die geplanten Lieferungen bei den Lieferanten, um die Versorgung mit den wichtigen Covid-19-Arzneimitteln sicherzustellen.
  • Angesichts der aktuellen Versorgungslage bitten wir Sie, bei Bestellungen von wichtigen Covid-19-Arzneimitteln wie folgt vorzugehen:
    Minimaler Lagerbestand: 30 Tage, Basis Normalbedarf im 2019
    Maximale Bestellmenge: 30 Tage, Basis Normalbedarf im 2019 plus zusätzlicher Bedarf für Covid-19 Patientinnen und Patienten.
  • Falls Ihr Lagerbestand bereits den Bedarf von mehr als zwei Monaten deckt, bestellen Sie bitte keine weiteren Waren, bis Sie Ihren Lagerbestand auf 30 Tage reduziert haben.

Die wöchentliche Meldung in der Datenbank «drugshortage» ist momentan nicht erforderlich.
Für Fragen wenden Sie sich bitte an die Arbeitsgruppe Arzneimittel (hmr_covid@bag.admin.ch).

Informationen für Hersteller und Lieferanten

  • Sie müssen sicherstellen, dass die vom BAG bestimmten Mengen der Arzneimittel, die für Covid-19-Patientinnen und -Patienten wichtig sind, zusätzlich zum normalen Vorrat immer verfügbar sind.
  • Falls Sie ein anormales Marktverhalten beobachten, melden Sie dies unverzüglich dem BWL und der Arbeitsgruppe Arzneimittel (hmr_covid@bag.admin.ch).

Antikörper-Therapien

Monoklonale Antikörper werden angewendet zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einer bestätigten Covid-19 Erkrankung und die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung haben.

Die Antikörper müssen in einem frühen Stadium der Covid-19 Erkrankung gegeben werden. Hat sich das Virus bereits so weit im Körper ausgebreitet, dass die Entzündungsreaktionen überwiegen, zeigte sich in Studien keine zusätzliche Wirkung gegen das Virus. Die Behandlung sollte innerhalb der ersten 5 Tage seit Symptombeginn erfolgen. Daher ist eine zeitnahe Information von Risikopatientinnen und -patienten über diese Behandlungsoption von grosser Wichtigkeit.

Seit Mitte Mai ist in der Schweiz eine Behandlung mit der Antikörperkombination «Casirivimab / Imdevimab» von der Firma Regeneron / Roche möglich.

Die detaillierten Kriterien, welche Patientinnen und Patienten von dieser Therapie profitieren können, wurden von der Clinical Care Group der Swiss National COVID-19 Task Force (CCG SNTF) in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie (SSI) erarbeitet und sind hier einsehbar:

Das Arzneimittel «Casirivimab / Imdevimab» hat noch keine Zulassung von Swissmedic erhalten und darf deshalb nur unter Einhaltung der Kriterien der CCG/SSI an Risikopatientinnen und -patienten verschrieben werden. Seine Anwendung ist im Rahmen der Covid-19-Krise gemäss Artikel 21 der Covid-19-Verordnung 3 ausnahmsweise erlaubt.

Die Kantone sind für die Organisation und die Kommunikation mit der Ärzteschaft bzw. den Patientinnen und Patienten zuständig.
Die Therapie wird als Infusion verabreicht. Die Behandlung von ambulanten Patientinnen und Patienten erfolgt in von den Kantonen bestimmten Zentren. Eine Therapie stationärer Patientinnen und Patienten kann grundsätzlich in jedem Schweizer Spital angeboten werden, diesbezügliche kantonale Information sind zu beachten.

Der Bund übernimmt die Kosten des Arzneimittels für ambulante Patientinnen und Patienten solange es noch nicht von der obligatorischen Krankenversicherung vergütet wird. Für stationäre Patientinnen und Patienten werden die Kosten des Arzneimittels über ein ausserordentliches Zusatzentgelt vergütet.

Das BAG stellt folgende Informationen zur Antikörpertherapie zur Verfügung, die Sie am Ende der Seite unter «Dokumente» und «Links» finden:

  • Kriterienliste der Clinical Care Group der Nationalen Science Taskforce und der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie:
    Diese Liste der Kriterien, die ein Patient oder eine Patientin erfüllen muss, um sich für die Antikörperkombination Casirivimab/Imdevimab zu qualifizieren, ist verbindlich einzuhalten.
  • Checkliste Hausärzte:
    Dieses Dokument informiert die Hausärzteschaft oder Spezialisten über ihre Rolle als Überweiser.
  • Ablauf Therapie Patient ambulant 
  • Ablauf Therapie Patient stationär
    Diese Dokumente beschreiben den möglichen Therapieablauf für ambulante bzw. stationäre Patientinnen und Patienten und die Aufgaben der einzelnen involvierten Stellen.
  • Verordnungsvorlage ambulant
  • Verordnungsvorlage stationär
    Diese Vorlagen dienen als Verordnungsvorlage für die verordnenden Ärzte oder Ärztinnen zur Übermittlung an die Spitalapotheke und können bei Bedarf ergänzt werden.
  • Bestellformular Casirivimab/Imdevimab:
    Dieses Dokument ist das Bestellformular für die Therapie bei Alloga. Die Telefonnummer von Alloga wird nur von Mo-Fr während der Bürozeiten bedient (Notfallnummer ausserhalb Bürozeit: Roche Alarm-zentrale Basel Tel.: +41 61 688 47 11).
  • Formular Meldung mkAK Therapien:
    Dieses Excelformular dient dazu, den Bestand und den Verbrauch der Antikörpertherapien wöchentlich an das BAG zu melden.
  • Patient Medical Record Form (nur auf Englisch):
    Anhand dieses Dokumentes kann die Therapie und der Therapieoutcome dokumentiert werden.
  • Recommendation for Use (nur auf Englisch):
    entspricht einer Fachinformation und ist auf der Seite Swissmedicinfo aufgeschaltet.
  • Anwendungsempfehlung für Patienten:
    entspricht einer Patienteninformation und ist auf der Seite Swissmedicinfo aufgeschaltet.


Bei Fragen zu diesen Antikörpertherapien wenden Sie sich bitte an die Arbeitsgruppe Arzneimittel (hmr_covid@bag.admin.ch).

Letzte Änderung 22.06.2021

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Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Taskforce BAG Covid-19
Arbeitsgruppe Arzneimittel
Schwarzenburgstrasse 157
3003 Bern
Schweiz
Tel. +41 58 485 65 00
E-Mail

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https://www.bag.admin.ch/content/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/information-fuer-die-aerzteschaft/covid19_vo_2.html