Koordination der Versorgung mit wichtigen Covid-19-Arzneimitteln

Es gibt verschiedene Massnahmen, um die Versorgung der Schweiz mit wichtigen Covid-19-Arzneimitteln besser zu koordinieren.

Die wichtigen Arzneimittel für die Versorgung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten werden vom BAG, vom BWL und von Swissmedic überwacht.
Das BAG wird von Expertinnen und Experten in den klinischen und wissenschaftlichen Abklärungen beraten.

Wichtige Covid-19-Arzneimittel  — Versorgungssituation und Meldepflicht

Informationen für Spitalapothekerinnen und Spitalapotheker

Meldung der Lagerbestände in der Datenbank «drugshortage»

Diese Meldungen wurden per 31. März 2022 eingestellt.

Die Meldungen der Therapien mit Tixagevimab/Cilgavimab (Evusheld) (ambulant und stationär), Sotrovimab (Xevudy®)(ambulant und stationär) und der Prä-Expositionsprophylaxe mit Tixagevimab/Cilgavimab (Evusheld) (ambulant und stationär) müssen im Formular «Meldeformular Covid-19 Therapien und Prophylaxen» aufgeführt und wöchentlich an HMR_COVID@bag.admin.ch übermittelt werden.

Verfügbarkeit wichtiger Covid-19-Arzneimittel

  • Das BAG und das BWL überwachen regelmässig sowohl Lagerbestände in den Gesundheitseinrichtungen, wie auch Lagerbestände und geplante Lieferungen bei den Lieferanten, um die Versorgung mit den wichtigen Covid-19-Arzneimitteln sicherzustellen.

Informationen für Hersteller und Lieferanten

  • Sie müssen sicherstellen, dass die vom BAG bestimmten Mengen der Arzneimittel, die für Covid-19-Patientinnen und -Patienten wichtig sind, zusätzlich zum normalen Vorrat immer verfügbar sind.
  • Falls Sie ein anormales Marktverhalten beobachten, melden Sie dies unverzüglich dem BWL und dem Kompetenzzentrum Versorgungssicherheit (HMR_COVID@bag.admin.ch).

Therapien für Covid-19 Patientinnen und Patienten

Monoklonale Antikörper oder direkt wirksame Antiviralia werden angewendet zur frühzeitigen Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einer bestätigten Covid-19 Erkrankung, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben.

Seit dem 27. Juli 2022 kann Paxlovid® von allen Ärztinnen und Ärzten, die gemäss KVG zugelassen und zulasten der OKP tätig sind, verordnet und von selbstdispensierenden Ärzten selbst abgegeben, oder in Apotheken mit Rezept bezogen werden. Paxlovid® ist rezeptpflichtig und darf nur an Personen mit einer bestätigten Covid-19 Erkrankung unter Einhaltung der Kriterienliste der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie (SSI) verschrieben werden:

Arzneimittelinteraktionen sind häufig und müssen bei jeder Verschreibung überprüft werden, z. B. anhand der Fachinformation oder eines Arzneimittelcheckers (Liverpool website). Für weitere Informationen ist die Fachinformation zu konsultieren.

Die Behandlung von ambulanten Patientinnen und Patienten mit Tixagevimab/Cilgavimab (Evusheld) und Xevudy® (Sotrovimab) soll ausschliesslich in den von den Kantonen bestimmten Zentren erfolgen. Behandlungen von stationären Patientinnen und Patienten sind auch in anderen Spitälern möglich unter Einhaltung der Kriterien der SSI.

Die Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit monoklonalen Antikörper- oder direkt wirksamen Antiviralia-Therapien wird wie bisher durch das BAG sichergestellt.
Der Bund übernimmt die Kosten für die ambulanten Anwendungen von (Paxlovid®) Nirmatrelvir [PF-07321332]/Ritonavir, Tixagevimab/Cilgavimab (Evusheld) und Xevudy® (Sotrovimab) zur Behandlung einer bestätigten Coronavirus Erkrankung (Covid-19) und unter Einhaltung der Kriterien der SSI, solange diese Arzneimittel nicht von der obligatorischen Krankenversicherung vergütet werden. Detaillierte Informationen zur Vergütung von (Paxlovid®) Nirmatrelvir [PF-07321332]/Ritonavir sind dem Faktenblatt «Neue Krankheit Covid-19 (Coronavirus): Kostenübernahme ambulanter Covid-19 Arzneimittel (PDF, 601 kB, 25.07.2022)» zu entnehmen. Veklury® (Remdesivir) wurde per 1. September 2022 in die Spezialitätenliste (SL) mit einer Limitatio aufgenommen.

Für stationäre Patientinnen und Patienten kann das BAG keine Kosten übernehmen. Für diese Therapien sind die Vorgaben von SwissDRG zu beachten.


Prä-Expositionsprophylaxe für schwer immundefiziente Personen mit ungenügendem Impfschutz gegen Covid-19

Monoklonale Antikörper können zur passiven Immunisierung angewendet werden bei schwer immundefizienten Personen, die ein hohes Risiko für einen schweren Covid-19 Verlauf haben und keine wirksame Immunantwort auf die Impfung gegen SARS-CoV-2 aufbauen können.

Die Prä-Expositionsprophylaxe ist in der Schweiz mit Tixagevimab/Cilgavimab (Evusheld) möglich und soll für ambulante Patientinnen und Patienten ausschliesslich in einem von den Kantonen bestimmten Zentrum erfolgen. Anwendungen bei stationären Patientinnen und Patienten sind auch in anderen Spitälern möglich unter Einhaltung der Kriterien der SSI.

Die detaillierten Kriterien, welche Patientinnen und Patienten von dieser Prä-Expositionsprophylaxe profitieren können, wurden von der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie (SSI) und der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) erarbeitet. Die aktuellen Kriterien werden laufend angepasst und sind hier einsehbar:

Die Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit monoklonalen Antikörpern zur Prä-Expositionsprophylaxe wird durch das BAG sichergestellt.

Der Bund übernimmt die Kosten für die Anwendungen von Tixagevimab/Cilgavimab (Evusheld) zur SARS-CoV-2 Prä-Expositionsprophylaxe (Prävention) bei ambulanten Patientinnen und Patienten, solange dieses Arzneimittel nicht von der obligatorischen Krankenversicherung vergütet wird. Für Prä-Expositionsprophylaxen bei stationären Patientinnen und Patienten kann das BAG seit der Swissmedic-Zulassung für diese Indikation keine Kosten mehr übernehmen. Per Stichtag 9.9.2022 (Zulassung) sind die Vorgaben von SwissDRG zu beachten.


Das BAG stellt folgende Informationen zur Verfügung, die Sie am Ende der Seite unter «Dokumente» und «Links» finden

  • Kriterienliste der der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie
    Detaillierte Liste der Kriterien, die eine Patientin oder ein Patient für eine Prä-Expositionsprophylaxe oder Therapie mit monoklonalen Antikörpern oder direkt wirksamen Antiviralia erfüllen muss.
  • Positionspapier zum Gebrauch monoklonaler Antikörper gegen SARS-CoV-2 als passive Immunisierungs-Therapie bei schwer immundefizienten Personen in der Schweiz
    Hintergründe und Einschätzungen zur passiven Immunisierung (Prä-Expositionsprophylaxe) von der SSI und der EKIF (Stand: April 2022).
  • Checkliste Therapie für Ärztinnen und Ärzte
    Informiert die Hausärzteschaft oder Spezialisten über ihre Rolle.
  • Checkliste Prä-Expositionsprophylaxe für überweisende Ärztinnen und Ärzte
    Informiert die Hausärzteschaft oder Spezialisten über ihre Rolle.
  • Verordnungsvorlage «Nirmatrelvir [PF-07321332]/Ritonavir»
    Die Verwendung und Ablage dieses Formulars ist fakultativ, sofern die Verordnung und Einhaltung der Kriterien der SSI anderweitig dokumentiert wird und nachweisbar ist.
  • Verordnungsvorlage «Sotrovimab» ambulant-nosokomial-Zufallsbefund
    Die Verwendung und Ablage dieses Formulars ist fakultativ, sofern die Verordnung und Einhaltung der Kriterien der SSI anderweitig dokumentiert wird und nachweisbar ist.
  • Verordnungsvorlage Therapie «Tixagevimab/Cilgavimab» ambulant-nosokomial-Zufallsbefund
    Die Verwendung und Ablage dieses Formulars ist fakultativ, sofern die Verordnung und Einhaltung der Kriterien der SSI anderweitig dokumentiert wird und nachweisbar ist.
  • Verordnungsvorlage Prä-Expositionsprophylaxe «Tixagevimab/Cilgavimab»
    Die Verwendung und Ablage dieses Formulars ist fakultativ, sofern die Verordnung und Einhaltung der Kriterien der SSI anderweitig dokumentiert wird und nachweisbar ist.
  • Liste der kantonalen Zentren
    Aufstellung der von den Kantonen bestimmten Zentren,in denen ambulante Therapien mit (Paxlovid®) Nirmatrelvir [PF-07321332]/Ritonavir, Tixagevimab/Cilgavimab (Evusheld), Xevudy® (Sotrovimab) oder Veklury® (Remdesivir) oder eine Prä-Expositionsprophylaxe mit Tixagevimab/Cilgavimab (Evusheld) durchgeführt werden können.
  • Liste Notfall-Abgabestellen «Paxlovid®»
    Aufstellung der Apotheken, ärztlichen Notfallpraxen oder Zentren für Covid-19 Behandlungen, in welchen im Notfall eine Abgabe von Paxlovid® am Wochenenden möglich ist.
  • Bestellformular «Paxlovid®»
    Bestellformulare für Nirmatrelvir/Ritonavir bei Alloga.
  • Bestellformular «Sotrovimab»
    Bestellformulare für Sotrovimab bei Alloga.
  • Bestellformular «Tixagevimab/Cilgavimab»
    Bestellformulare für Tixagevimab/Cilgavimab bei Alloga.
  • Formular Meldung Covid-19 Arzneimittel
    Mit diesem Excel-Formular muss der Bestand und der therapeutische Verbrauch von Tixagevimab/Cilgavimab (ambulant und stationär) und Sotrovimab (ambulant und stationär) an das BAG gemeldet werden. Zudem muss der prophylaktische Verbrauch von Tixagevimab/Cilgavimab (ambulant und stationär) ausgewiesen werden.
  • Faktenblatt «Neue Krankheit Covid-19 (Coronavirus): Kostenübernahme ambulanter Covid-19 Arzneimittel sowie dazugehöriger Pandemietarif
    Beschreiben die Kostenübernahme von oralen Covid-19 Therapien (aktuell Paxlovid®).
  • Bestellung bis Abrechnung «Paxlovid®»-Apotheke
    Beschreibt den Bestell- und Abrechnungsweg von Paxlovid® für Apotheken.
  • Bestellung bis Abrechnung «Paxlovid®»-SD-Ärzteschaft
    Beschreibt den Bestell- und Abrechnungsweg von Paxlovid® für selbstdispensierende Ärztinnen und Ärzte.
  • Die Fachinformation Paxlovid® (Nirmatrelvir [PF-07321332]/Ritonavir) ist auf Swissmedicinfo aufgeschaltet.
  • Ein DHPC-Paxlovid® (Nirmatrelvir [PF-07321332]/Ritonavir) ist auf Swissmedic.ch aufgeschaltet.
  • Die Patienteninformation Paxlovid® (Nirmatrelvir [PF-07321332]/Ritonavir) ist auf Swissmedicinfo aufgeschaltet.
  • Fachinformation Xevudy® (Sotrovimab) ist auf Swissmedicinfo aufgeschaltet.
  • Fachinformation Veklury® (Remdesivir) ist auf Swissmedicinfo aufgeschaltet.
  • Die Anwendungsempfehlung Tixagevimab/Cilgavimab (Evusheld) ist auf Swissmedicinfo aufgeschaltet. Dieses Dokument beinhaltet u. A. die therapeutische Indikation des laufenden Zulassungsverfahrens bei der Swissmedic. Bezüglich Prä-Expositionsprophylaxe siehe nachfolgender Punkt.
  • Die Fachinformation für Evusheld zur Prä-Expositionsprophylaxe ist auf Swissmedicinfo aufgeschaltet.

Bei Fragen zu diesen Therapien oder der Prä-Expositionsprophylaxe können Sie sich an das Kompetenzzentrum Versorgungssicherheit Gruppe Krisenlage (HMR_COVID@bag.admin.ch) wenden.

Die Kantone sind für die Organisation und die Kommunikation mit der Ärzteschaft bzw. den Patientinnen und Patienten zuständig.

Dokumente

Letzte Änderung 28.09.2022

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Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Direktionsbereich Gesundheitsschutz
Kompetenzzentrum Versorgungssicherheit
Schwarzenburgstrasse 157
3003 Bern
Schweiz
Tel. +41 58 485 65 00
E-Mail

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