Fachinformationen über die Covid-19-Testung

Diese Seite enthält Informationen für Gesundheitsfachpersonen, die die Covid-19-Test durchführen können: Labore, Arztpraxen, Apotheken, Spitäler und von Kanton zugelassenen Testzentren, sozialmedizinische Institutionen, Alters- und Pflegeheime sowie die Spitex.

Teststrategie

Die Testung auf Covid-19 ist im Übergang in die endemische Phase neben der Impfung ein zentraler Bestandteil der Gesamtstrategie. Die Ziele der Strategie sind:

  1. Reduktion der Krankheitslast, indem besonders gefährdete Personen frühzeitig diagnostiziert, behandelt und geschützt werden
  2. die Aufrechterhaltung einer vollumfassenden Gesundheitsversorgung und der weiteren kritischen Infrastruktur

Diese Ziele spiegeln sich in den drei Pfeilern der Testung wider:
I. Symptom- und fallorientierte Testung
II. Repetitive Testung
III. Präventive Einzeltests

Die Umsetzung der Teststrategie mit entsprechenden Voraussetzungen und Bedingungen ist in folgendem Schema graphisch dargestellt:

Für die anderen Aspekte der Testung oder für Fragen der Bevölkerung besuchen Sie bitte die folgende Seite:
Coronavirus: Testen


Pfeiler I – Symptom- und fallorientierte Testung

Für besonders gefährdete Personen oder Personen mit engem und regelmässigen Kontakt zu besonders gefährdeten Personen kann es sinnvoll sein, sich bei Symptomen oder bei Kontakt zu einem bestätigten Fall testen zu lassen.

Personen mit Symptomen können sich weiterhin kostenlos testen lassen.

Sequenzierung der Varianten

Zur Überwachung von Virusvarianten wurde ein genomisches Surveillance-Programm (Berichte in Englisch) aufgebaut. Informationen zu der aktuellen Lage der besorgniserregenden Virusvarianten in der Schweiz sind auf dem Covid-⁠19 Schweiz | Coronavirus | Dashboard (admin.ch) zu finden.

Eine individuelle diagnostische Sequenzierung (Whole Genome Sequencing) WGS dient nicht der Surveillance. Sie ist in Ausnahmefällen und ausschliesslich bei einem begründeten Verdacht auf das Vorliegen einer besorgniserregenden Variante möglich und empfohlen, sofern diese in der Schweiz noch nicht weit verbreitet ist. Eine gezielt durchgeführte Sequenzierung kann insbesondere in folgenden Fällen in Frage kommen:

  1. bei schweren individuellen Verläufen in Spitälern.
  2. in ausgewählten Fällen bei stark immunsupprimierten Personen.
  3. bei auffälligen Ausbrüchen in Spitälern und Alters- und Pflegeheimen.

Weitere Informationen zur symptom- und fallorientierten Testung, sowie zur Sequenzierung zur Erkennung von besorgniserregenden Varianten sind in den folgenden Dokumenten zu finden:


Pfeiler II – Repetitive Testung

Ziel der repetitiven Testung ist eine schnelle Erkennung von infektiösen prä- und asymptomatischen Personen, zum Schutz besonders gefährdeter Personen, zur Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens und sozialmedizinischer Institutionen sowie der kritischen Infrastruktur.

Info für Unternehmen

Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Unternehmen von Ihrem Kanton als kritische Infrastruktur klassifiziert wird und damit die Kosten für die repetitive Testung vom Bund übernommen wird, wenden Sie sich an die entsprechende Ansprechstelle für Testungen in Ihrem Kanton.

Sie haben Fragen? Hier finden Sie Antworten:

Mitarbeitende finden Informationen wie die repetitiven Tests durchgeführt werden im folgenden Flyer:

Prioritär sollen hier gepoolte PCR-Speichel-Tests zum Einsatz kommen, da PCR-Tests in der symptomlosen Anfangsphase der Infektion am Zuverlässigsten sind.
Falls eine gemischte Probe positiv ausfällt, sollen die einzelnen Mitglieder dieses Pools eine individuelle Bestätigungsdiagnostik durchführen lassen, um zu ermitteln, welche der Pool-Mitglieder positiv sind.
In folgendem Merkblatt wird das Verfahren im Detail erklärt:


Pfeiler III – Präventive Einzeltests

Präventive Einzeltests können von Personen ohne Symptome und ohne Kontakt zu einer positiv getesteten Person auf Wunsch durchgeführt werden. Präventive Tests können sinnvoll sein, wenn Sie oder Ihr Umfeld ein erhöhtes Schutzbedürfnis haben. Sie können sich dabei an den Grundprinzipien auf der Seite So schützen wir uns orientieren.

Zum Einsatz kommen hierfür:

  1. Antigen-Schnelltests zur Fachanwendung
  2. Gepoolte Speichel-PCR-Tests
  3. Einzel-PCR-Tests

Die Kosten bei der individuellen Teilnahme an Speichel-PCR-Pooltests sowie nasopharyngealen Antigen-Schnelltests für Covid-Zertifikate für Getestete werden vom Bund übernommen. Die Kosten von Einzel-PCR-Tests für Covid-Zertifikate für Getestete und Selbsttests sowie im Allgemeinen von Antikörpertests werden weiterhin nicht vom Bund übernommen.

Für die Ausstellung von Testzertifikaten durch Antigen-Schnelltests wird nur der Nasen-Rachen-Abstrich akzeptiert. Antigen-Schnelltests auf Basis von nasalen Abstrichen werden für die Testzertifikatsausstellung nicht akzeptiert.

Der Selbsttest ist ein Antigen-Schnelltest, der einfach zu handhaben ist (z.B. nasaler Abstrich) und kann durch einen Laien selber durchgeführt werden. Testung und Ablesen des Testresultats erfolgt ohne Beteiligung von Fachpersonen zu Hause. Da Selbsttests ein weniger verlässliches Resultat liefern, sind sie ausschliesslich als präventiver Einzeltest – sofern nicht im Umfeld besonders gefährdeter Personen – einzusetzen. Selbsttests können nicht zu einem Covid-Zertifikat führen und sind selbst zu bezahlen.

Speichel-PCR-Tests ausserhalb der Probeentnahmestelle sind zulässig (z.B. per Post eingeschickt) und können auch zu einem Testzertifikat führen, solange die Vorgaben befolgt sind (Art. 24 Abs. 3 Covid-19-Verordnung 3). Zudem muss die Identität der zu testenden Person geprüft und die sichere Zuordnung der Probe zur zu testenden Person durch geeignete Vorkehrungen, namentlich durch Videoüberwachung, sichergestellt werden.


Antikörpertests/Serologische Tests

Antikörpertests sind im Allgemeinen selbst zu bezahlen. Ausnahmen: Im Rahmen einer fachärztlichen Abklärung und nach ärztlicher Anordnung werden die Kosten der Antikörpertests erstens bei Personen mit einer Indikation für eine monoklonale Antikörper-Therapie sowie zweitens bei stark immunsupprimierten Personen 4 Wochen nach der vollständigen Impfung (gemäss der aktuellen Empfehlungen des BAG und der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF)) übernommen. Ebenso werden die Kosten übernommen, wenn die zuständige kantonale Stelle eine Testung auf Antikörper anordnet.

Ein positives Resultat eines Antikörpertests führt seit dem 17. Februar 2022 nicht mehr zu einem Schweizer Covid-Zertifikat für Genesene. Bisher ausgestellte Schweizer Covid-Zertifikate für Genesene auf Basis eines Antikörpertests (Gültigkeit max. 90 Tage) behalten innerhalb der Schweiz ihre Gültigkeit.

Weitere Informationen zu Zertifikate finden Sie auf unserer Seite Covid-Zertifikat.


Meldungen und Vergütung

Meldung

Negative und positive Ergebnisse von Einzel-PCR-Tests und eines Schnelltests in der symptom- und fallorientierten Testung (Pfeiler I) sind meldepflichtig. In Pfeiler II (repetitive Tests) und III (präventive Einzeltests) erfolgt bei Schnelltests und gepoolten PCR-Tests keine Meldung; bei einem positiven Testresultat ist hier in jedem Fall unmittelbar eine Bestätigungsdiagnostik durchzuführen.
Detaillierte Informationen finden Sie in folgendem Dokument:

Andere Dokumente und Informationen über Kriterien und Meldungen sind auf der Seite Meldeformulare zu finden.

Vergütung

  • Die Kosten von Einzel-PCR-Tests und Antigen-Schnelltests zur Fachanwendung im Rahmen der symptom- und fallorientierten Testung werden vom Bund übernommen. Ab April 2022 wird eine Testung lediglich bei besonders gefährdeten Personen bzw. Personen mit engem und regelmässigem Kontakt zu besonders gefährdeten Personen als sinnvoll erachtet.
  • Individuelle Einzel-PCR-Tests für Testzertifikate werden vom Bund nicht vergütet.
  • Die Kosten bei der individuellen Teilnahme an Speichel-PCR-Pooltests sowie nasopharyngealen Antigen-Schnelltests für Testzertifikate werden vom Bund übernommen.
  • Antikörpertests, die keine medizinische oder epidemiologische Indikation aufweisen und Selbsttests sind selbst zu bezahlen.

Weitere Informationen zur Kostenübernahme der Analysen auf SARS-CoV-2 finden Sie auf unsere Seite Vergütung und in folgendem Faktenblatt:


Qualität und Validierung der Antigen-Schnelltests

Um eine ausreichende Qualität von ausserhalb von Laboratorien genutzten Schnelltests sicher zu stellen, sollen gemäss international anerkannten Empfehlungen diese nur nach einer Prüfung der unabhängigen Validierung der Leistungsparameter eingesetzt werden. Selbsttest müssen CE-Zertifiziert sein und der Konformität der Schweiz entsprechen.

Mit der Anpassung der Covid-19-Verordnung 3 vom 30. August 2021 dürfen nur Sars-Cov-2-Schnelltests für die Fachanwendung, die in der EU für die Ausstellung eines des digitalen COVID-Zertifikats der EU zugelassen sind und vom BAG namentlich aufgeführt sind, ausserhalb von nach Art. 16 Epidemiengesetz bewilligten Laboratorien genutzt werden.

Anerkannte Antigen-Schnelltests für ein Covid-Zertifikat

Nach dem Beschluss der EU werden für die Ausstellung des digitalen COVID-Zertifikats in der EU nur Schnelltests aus der gemeinsamen europäischen Liste (HSC common list) anerkannt.

Für eine Anerkennung der Schweizer Covid-Zertifikate in der EU hat man sich darauf verständigt, dass die Schweiz für getestete Personen nur Covid-Zertifikate für Schnelltests ausstellt, die in der Schweiz gelistet und auf oben genannten EU Liste aufgeführt sind.

Hersteller von Antigen-Schnelltests, die nicht auf der EU-Liste stehen, haben die Möglichkeit ihre Bewerbungen auf der folgenden Website (JRC Submission Link) einzureichen, um für eine Prüfung und Listung durch das Health Security Committee der EU in Betracht gezogen zu werden.

Weitere Informationen zu Covid-Zertifikat finden Sie unter: Coronavirus: Covid-Zertifikat.
 

Listung der Sars-CoV-2 Antigen Schnelltests

Folgend listet das BAG Tests, welche die Kriterien erfüllen und ausserhalb von Laboratorien genutzt werden dürfen:


Antragstellung zur Listung von Sars-CoV-2-Schnelltests

Fachanwendung

Das BAG nimmt keine Anträge für die Liste der Sars-CoV-2 Schnelltests für die Fachanwendung mehr entgegen. In der Schweiz werden Sars-Cov-2-Antigen-Schnelltests der europäischen Liste (HSC common list) anerkannt. Diese Tests für die Fachanwendung haben mittels unabhängiger Validierung den Nachweis erbracht, dass die Anforderungen und Leistungsparameter gemäss den EU Mindestkriterien erfüllt sind.

Eigenanwendung (Selbsttests)

Zur Aufnahme in die Liste der Antigen-Schnelltests für die Eigenanwendung (Selbsttests) kann für CE-zertifizierten Selbsttests ein Antrag für eine Prüfung der Konformität und Listung ans BAG gestellt werden.

Antragsformular

Ein Antrag für die Konformitätsprüfung eines Selbsttests kann mit folgendem Antragsformular beim BAG eingereicht werden:

Weitere Informationen bezüglich der Anforderungen an Schnelltest und der Antragstellung finden Sie hier:  

Letzte Änderung 03.10.2022

Zum Seitenanfang

Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Arbeitsgruppe Covid Surveillance
Schwarzenburgstrasse 157
3003 Bern
Schweiz
E-Mail

Kontaktinformationen drucken

https://www.bag.admin.ch/content/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/information-fuer-die-aerzteschaft/covid-testung.html