Fachinformationen über die Covid-19-Testung

Diese Seite enthält Informationen für Gesundheitsfachpersonen, die die Covid-19-Test durchführen können: Labore, Arztpraxen, Apotheken, Spitäler und von Kanton zugelassenen Testzentren, sozialmedizinische Institutionen, Alters- und Pflegeheime sowie die Spitex.

Eine ausreichende, breit verfügbare und schnelle Testung spielt eine entscheidende Rolle zur Verhütung und Bekämpfung von Covid-19. Es ist unerlässlich, eine hohe Testkapazität bereitzustellen, sowie einen niederschwelligen Zugang zu den Tests und einen raschen Erhalt des Resultats zu gewährleisten.

Teststrategie

Die Testung auf Covid-19 ist neben den nicht-pharmazeutischen Interventionen und der Impfung ein zentraler Bestandteil der Gesamtstrategie in der Pandemiebekämpfung. Ziele der Strategie sind

  1. der Schutz besonders gefährdeter Personen
  2. die Aufrechterhaltung einer vollumfassenden Gesundheitsversor-gung
  3. das Brechen von Infektionsketten
  4. Equity und soziale Gerechtigkeit
  5. eine «neue Normalität» in Gesellschaft, Bildung und Wirtschaft zu ermöglichen.

Diese Ziele erfordern eine vielschichtige Teststrategie, welche sich in den drei Pfeilern der Testung widerspiegelt:
I. Symptom- und fallorientierte Testung
II. Breite repetitive Testung
III. Präventive Einzeltests

Die Umsetzung der Teststrategie mit entsprechenden Voraussetzungen und Bedingungen ist in folgendem Schema graphisch dargestellt:

Für die anderen Aspekte der Testung oder für Fragen der Bevölkerung besuchen Sie bitte die folgende Seite:
Coronavirus: Testen

Pfeiler I – Symptom- und fallorientierte Testung

Die symptom- und fallorientierte Testung ist seit Beginn der Pandemie der Hauptpfeiler der Testung. Sie umfasst die Testung von Personen mit Symptomen sowie das Umfeld von positiv getesteten Personen.
Es werden mit höchster Priorität Personen getestet:

  1. mit Symptomen
  2. mit Kontakt zu einer positiv getesteten Person
        a. in Quarantäne
        b. nach Meldung der SwissCovid App
        c. im Rahmen einer Ausbruchsuntersuchung oder -kontrolle

Tests von symptomatischen Personen und Personen mit engem Kontakt zu einer infizierten Person führen prinzipiell nicht mehr zu einem Covid-Zertifikat.

Sequenzierung der Varianten

Eine diagnostische Sequenzierung (Whole Genome Sequencing) WGS ist ausschliesslich bei einem begründeten Verdacht auf das Vorliegen einer besorgniserregenden Variante möglich und empfohlen. Dies gilt insbesondere bei Infektionen von immunsupprimierten Personen sowie bei Infektionen von geimpften Personen, bei Verdacht auf eine Reinfektion oder als gezielt und stichprobenartig durchgeführte Sequenzierung von Proben bei auffälligen Ausbrüchen.
Unabhängig davon, wurde zur Überwachung von Virusvarianten ein genomisches Surveillance-Programm aufgebaut. Informationen zu der aktuellen Lage der besorgniserregenden Virusvarianten in der Schweiz sind auf dem Covid-⁠19 Schweiz | Coronavirus | Dashboard (admin.ch) zu finden.

Weitere Informationen zur symptom- und fallorientierten Testung, sowie zur Sequenzierung zur Erkennung von besorgniserregenden Varianten sind in den folgenden Dokumenten zu finden:

Empfehlungen für Kinderärztinnen und -ärzte zur diagnostischen Testung von Kindern sind im folgenden Merkblatt zu finden:

Pfeiler II – Repetitive und gezielte Testung von Personen ohne Symptome

Eine repetitive Testung von symptomlosen Personen in der mobilen Bevölkerung ist der zweite zentrale Pfeiler der Teststrategie. Diese wird in Schulen, Unternehmen und anderen Institutionen angeboten. Erreicht werden so gezielt diejenigen Personen, welche viele Kontakte haben sowie Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen sowie Bewohnerinnen und Bewohner in Alters- und Pflegeheimen.

Ziel der repetitiven Testung ist eine schnelle Erkennung von infektiösen prä- und asymptomatischen Personen in Gruppen mit hoher Kontaktdichteund zum Schutz besonders gefährdeter Personen:

  1. Schutz von Schulen und Schülerinnen sowie Betrieben, Institutionen und Mitarbeitenden. Verhinderung grösserer Unterrichts- und Arbeitsausfälle durch Infektionsausbrüche, Krankheit, Isolation und Quarantäne
  2. Sicherstellung von ungestörtem Präsenzunterricht und Planungssicherheit in Betrieben
  3. frühzeitige Erkennung und Verhinderung von Ausbrüchen in Schulen, Unternehmen und Institutionen. Brechen von Infektionsketten.
  4. Schutz von besonders gefährdeter Personen durch frühzeitige Er-kennung und Verhinderung von Ausbrüchen in Einrichtungen des Gesundheitswesens, z.B. in Spitäler, Alters- und Pflegeheime.

Die Kosten für die Ausstellung von Zertifikaten im repetitiven Testen werden vom Bund übernommen. Für Besucher in Einrichtungen des Gesundheitswesens werden keine Zertifikate ausgestellt, lediglich eine Bestätigung über ein negatives Testzertifikat, welche in Gesundheitseinrichtungen als Voraussetzung zum Eintritt verwendet werden können.

Info für Unternehmen

Verschiedenen Testtypen für die repetitive Testung:

Webseiten und Ansprechstellen der Kantone für die repetitive Testung:

Schweizweite Koordination von Speichel-PCR-Pooltests

Seit dem 1. November 2021 besteht die Möglichkeit, durch eine schweizweit koordinierte Lösung repetitives Testen anzubieten, auch wenn ein Kanton nicht über ein kantonales Konzept für repetitive Testungen verfügt. Weiterführende Informationen zu der schweizweiten Koordination der gepoolten-PCR-Speicheltests können auf dieser Webseite abgerufen werden. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit zur Ausstellung von Zertifikaten, sofern der Kanton dies vorsieht.

Sie haben Fragen? Hier finden Sie Antworten:

Mitarbeitende finden Informationen wie die repetitiven Tests durchgeführt werden im folgenden Flyer:

Prioritär sollen hier gepoolte PCR-Speichel-Tests zum Einsatz kommen, da PCR-Tests in der symptomlosen Anfangsphase der In-fektion am zuverlässigsten sind.
Falls eine gemischte Probe positiv ausfällt, sollen einzelnen Mitglieder dieses Pools eine PCR-Bestätigungsdiagnostik durchführen lassen um zu ermitteln, welche der Pool-Mitglieder infiziert ist oder sind.
In folgendem Merkblatt wird das Verfahren im Detail erklärt:

Lagerorganisatoren finden Informationen zur Testung in Lagern im Kultur-, Freizeit- und Sportbereich in folgendem Merkblatt:

Kosten für das Testmaterial bei Veranstaltungen werden nicht mehr vergütet. 

Pfeiler III – Präventive Einzeltests

Präventive Einzeltests können von Personen ohne Symptome und ohne Kontakt zu einer positiv getesteten Person auf Wunsch durchgeführt werden. Dies können einmalige Tests unmittelbar vor Begegnungen, welche ohnehin stattfinden sein, oder auch Tests u.a. zur Einreise in andere Länder.

Zum Einsatz kommen hierfür

  1. Gepoolte Speichel-PCR-Tests
  2. Antigen-Schnelltests in Apotheken, Arztpraxen, Spitäler oder Testzentren
  3. PCR-Tests
  4. Selbsttests (diese führen nicht zu einem Testzertifikat)

Wichtig: Bei einem positiven Einzeltest in Pfeiler III (u.a. Selbsttest) ist in jedem Fall unmittelbar eine PCR-Bestätigungsdiagnostik durchzuführen.

Präventive Einzeltests sind generell kostenpflichtig, mit Ausnahmen für:

  1. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren
  2. aus medizinischen Gründen nicht impfbare Personen mit ärztlichem Attest.
  3. Antigen-Schnelltests und individuelle Teilnahme an Speichel-PCR-Pool-Tests für Personen die eine erste Impfung erhalten haben, aber noch nicht vollständig geimpft sind und daher noch kein Impfzertifikat erhalten haben. Die Kosten werden für eine begrenzte Zeit nach der ersten Dosis übernom-men. Für den Impfstoff von Pfizer/BioNTech oder Moderna werden die Kosten nach der ersten Impfung für sechs Wochen übernommen. Für Impfstoffe von Janssen werden die Kosten nach der einmaligen Impfung für 22 Tagen übernommen.

Für die Ausstellung von Zertifikaten durch Antigen-Schnelltests wird nur der Nasenrachenabstrich akzeptiert. Antigen-Schnelltests auf Basis von nasalen Abstrichen werden für das Zertifikat nicht akzeptiert.  

Der Selbsttest ist ein Antigen-Schnelltest, der einfach zu handhaben ist (z.B. nasaler Abstrich) und kann durch einen Laien selber durchgeführt werden. Testung und Ablesen des Testresultats erfolgt ohne Beteiligung von Fachpersonen zu Hause. Da Selbsttests ein weniger verlässliches Resultat liefern, sind sie ausschliesslich als präventiver Einzeltest – sofern nicht im Umfeld besonders gefährdeter Personen – einzusetzen. Selbsttests können nicht zu einem Covid-Zertifikat führen und sind kostenpflichtig.

PCR-Tests mit Selbstentnahme von Proben (Speichel) ausserhalb der Probeentnahmestelle sind zulässig (z.B. per Post eingeschickt) und können auch zu einem Testzertifikat führen, solange die Vorgaben befolgt sind (Art. 24 Abs. 3 Covid-19-Verordnung 3). Zudem muss die Identität der zu testenden Person geprüft und die sichere Zuordnung der Probe zur zu testenden Person durch geeignete Vorkehrungen, namentlich durch Videoüberwachung, sichergestellt werden.  

Präventive Einzeltests sollen als zusätzlichen Schutz den bestehend Hygiene- und Verhaltensregeln sowie Schutzkonzepten stehen und diese nicht ersetzen.

Bitte beachten Sie dafür das folgende Schema, wo der Umgang mit positiven bzw. negativen Resultaten dargestellt ist:

Antikörpertests/Serologische Tests

Antikörpertests sind im Allgemeinen selbst zu bezahlen. Ausnahmen: Im Rahmen einer fachärztlichen Abklärung und nach ärztlicher Anordnung werden die Kosten der Antikörpertests erstens bei Personen mit einer Indikation für eine monoklonale Antikörper-Therapie sowie zweitens bei stark immunsupprimierten Personen 4 Wochen nach der zweiten Impfdosis (zum Zweck der Entscheidung über eine 3. Impfung gemäss der Empfehlung der EKIF) übernommen. Ebenso werden die Kosten übernommen, wenn die zuständige kantonale Stelle eine Testung auf Antikörper anordnet.

Ein Covid-Zertifikat für Genesene kann nach einem positiven Test auf Sars-CoV-2-Antikörper ausgestellt werden. Hier werden die Kosten nicht vom Bund übernommen. Dies gilt nur, wenn Probeentnahme nach dem 15. November 2021 durchgeführt wurde. Akzeptiert werden Antikörpertests, die von einem durch Swissmedic zertifizierten Labor durchgeführt werden.

Die Gültigkeitsdauer des Zertifikats ist auf 90 Tage beschränkt. Nach Ablauf dieser 90 Tage kann die betroffene Person einen weiteren Antikörpertest durchführen lassen. Ein Zertifikat für Antikörpertest gilt nur in der Schweiz.

Weitere Informationen zu Zertifikate finden sie auf unserer Seite Covid-Zertifikat.

Meldungen und Vergütung

Negative und positive Ergebnisse eines Schnelltests in der symptom- und fallorientierten Testung (Pfeiler I) sind meldepflichtig. In Pfeiler II (repetitive Tests) und III (präventives Einzeltests) erfolgt bei Schnelltests und gepoolten PCR-Tests keine Meldung; bei einem positiven Testresultat ist hier in jedem Fall unmittelbar eine Bestätigungsdiagnostik mit PCR durchzuführen.
Bitte finden Sie detaillierte Informationen in folgendem Dokument:

Andere Dokumente und Informationen über Kriterien und Meldungen sind auf der Seite Meldeformulare zu finden.

Individuelle Tests für Zertifikate (Präventiver Einzeltest) werden vom Bund im Allgemeinen nicht vergütet. Ausschliesslich bei der individuellen Teilnahme an Speichel-PCR-Pooltests sowie Antigen-Schnelltests gelten Ausnahmen für:

  1. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren
  2. Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (ärztliches Attest erforderlich)
  3. Besuchende von Gesundheitseinrichtungen (keine Ausstellung eines Covid-Testzertifikates)

Die Kosten für Tests für Testzertifikaten bei einmal geimpften Personen, die noch Impfzertifikat erhalten haben, werden für eine begrenzte Zeit nach der ersten Dosis übernommen. Für den Impfstoff von Pfizer/BioNTech oder Moderna werden die Kosten nach der ersten Impfung für sechs Wochen übernommen. Für Impfstoffe von Janssen werden die Kosten nach der einmaligen Impfung für 22 Tagen übernommen.

Weitere Informationen zur Kostenübernahme der Analysen auf SARS-CoV-2 finden Sie auf unsere Seite Vergütung und in folgendem Faktenblatt:

Qualität und Validierung der Antigen-Schnelltests

Um eine ausreichende Qualität von ausserhalb von Laboratorien genutzten Schnelltests sicher zu stellen, sollen gemäss international anerkannten Empfehlungen diese nur nach einer unabhängigen Validierung der Leistungsparameter eingesetzt werden.

Mit der Anpassung der Covid-19-Verordnung 3 vom 30. August 2021 dürfen nur Sars-Cov-2-Schnelltests für die Fachanwendung, die in der EU für die Ausstellung eines des digitalen COVID-Zertifikats der EU zugelassen sind und vom BAG namentlich aufgeführt sind, ausserhalb von nach Art. 16 Epidemiengesetz bewilligten Laboratorien genutzt werden.

Anerkannte Antigen-Schnelltests für ein Covid-Zertifikat

Nach dem Beschluss der EU werden für die Ausstellung des digitalen COVID-Zertifikat für Getestete in der EU nur Schnelltests aus der gemeinsamen europäischen Liste (HSC common list) anerkannt.

Für eine Anerkennung der Schweizer Covid-Zertifikate in der EU hat man sich darauf verständigt, dass die Schweiz für getestete Personen nur Covid-Zertifikate für Schnelltests ausstellt, die in der Schweiz gelistet und auf oben genannten EU Liste aufgeführt sind.

Hersteller von Antigen-Schnelltests, die nicht auf der EU-Liste stehen, haben die Möglichkeit ihre Bewerbungen auf der folgenden Website (JRC Submission Link) einzureichen, um für eine Prüfung und Listung durch das Health Security Committee der EU in Betracht gezogen zu werden.

Weitere Informationen zu Covid-Zertifikat finden Sie unter: Coronavirus: Covid-Zertifikat.
 

Listung der Sars-CoV-2 Antigen Schnelltests

Folgend listet das BAG Tests, welche die Kriterien erfüllen und ausserhalb von Laboratorien genutzt werden dürfen:

Antragstellung zur Listung von Sars-CoV-2-Schnelltests

Fachanwendung

Das BAG nimmt keine Anträge für die Liste der Sars-CoV-2 Schnelltests für die Fachanwendung mehr entgegen. Mit der Anpassung der Verordnung werden in der Schweiz Sars-Cov-2-Antigen-Schnelltests der europäischen Liste (HSC common list) anerkannt. Diese Tests für die Fachanwendung haben mittels unabhängiger Validierung den Nachweis erbracht, dass die Anforderungen und Leistungsparameter gemäss den EU Mindestkriterien erfüllt sind.

Eigenanwendung (Selbsttests)

Zur Aufnahme in die Liste der Antigen-Schnelltests für die Eigenanwendung (Selbsttests) kann für CE-zertifizierten Selbsttests ein Antrag für eine Prüfung der Konformität und Listung ans BAG gestellt werden.

Aufgrund der Verfügbarkeit von CE-zertifizierten Selbsttests wurde die Möglichkeit auf eine befristete Ausnahmebewilligung von Swissmedic aufgehoben.

Antragsformular

Ein Antrag für die Konformitätsprüfung eines Selbsttests kann mit folgendem Antragsformular beim BAG eingereicht werden:

Weitere Informationen bezüglich der Anforderungen an Schnelltest und der Antragstellung finden Sie hier:  

Versorgung Testmaterial

Im Frühjahr 2020 hat das BAG proaktiv bei ausgewählten Herstellern Testmaterial bestellt. Zur Überbrückung von Lieferengpässen wurden Teile des Materials an interessierte Laboratorien weitergegeben.
Die vorhandenen Restbestände können bei der Armee-Apotheke bezogen werden. Eine Liste der vorhandenen Materialien finden Sie hier:

Letzte Änderung 17.11.2021

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Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Arbeitsgruppe Testung Covid-19
Schwarzenburgstrasse 157
3003 Bern
Schweiz
E-Mail

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https://www.bag.admin.ch/content/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/information-fuer-die-aerzteschaft/covid-testung.html