Neues Coronavirus: Impfen

Aktuell gibt es keine Impfung gegen Covid-19. Weltweit wird daher intensiv an Impfstoffen geforscht. Der Bund führt mit verschiedenen Impfstoffherstellern Gespräche, um Verträge abzuschliessen und der Schweiz Zugang zu einer Impfung zu ermöglichen.

Impfstoffbeschaffung der Schweiz

Momentan gibt es keinen zugelassenen Impfstoff gegen das neue Coronavirus. Weltweit arbeiten viele Forschungseinrichtungen an der Entwicklung einer Impfung gegen Covid-19. Wann ein Impfstoff verfügbar sein wird, kann heute nicht genau gesagt werden.

Der Bund versucht Reservationsverträge mit verschiedenen Impfstoffherstellern abzuschliessen, deren Impfstoff-Projekte schon weit fortgeschritten sind und vielversprechende vorklinische Resultate zeigen. Falls ein solcher Impfstoff die klinischen Phasen erfolgreich durchläuft und von Swissmedic zugelassen wird, erhält die Schweiz aufgrund des Vertrages die Anzahl reservierter Impfdosen. Es wird davon ausgegangen, dass bei den meisten Impfstoffen zwei Impfdosen nötig sein werden, um einen genügenden Impfschutz zu erreichen.

Der Impfstoff der US-Firma Moderna, für welchen der Bund am 7. August 2020 einen Reservationsvertrag unterzeichnet hat, befand sich bei Vertragsabschluss in der klinischen Phase III. Wenn mehr Informationen zur Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes verfügbar sind, kann entschieden werden, welche Bevölkerungsgruppen zuerst geimpft werden.

Welche Impfstoffe am Ende zugelassen und der Schweizer Bevölkerung zur Verfügung stehen werden, ist noch unklar. Deshalb werden parallel zum Vertragsabschluss mit Moderna auch Gespräche mit anderen Impfstoffherstellern geführt, um die Chancen auf den Zugang zu einer Impfung zu erhöhen.

Ein Impfstoff muss unterschiedliche Entwicklungsphasen bestehen und von Swissmedic zugelassen sein, bevor er in der Schweiz verabreicht werden kann.

Was ist eine Impfung?

Eine Impfung ist ein bewährtes Mittel zur Vorbeugung von Krankheiten. Sie reduziert das Ansteckungs- und Erkrankungsrisiko der geimpften Person. Zudem gibt eine geimpfte Person, den Krankheitserreger nicht an andere weiter. Dadurch werden indirekt auch ungeimpfte Personen geschützt.

Bei einer Impfung wird das Immunsystem mit dem Erreger einer Krankheit «bekannt gemacht», ohne dass die Krankheit und deren schwere Komplikationen verursacht werden. Dadurch wird das körpereigene Abwehrsystem für den Ernstfall vorbereitet. Kommt eine geimpfte Person zu einem späteren Zeitpunkt in Kontakt mit dem Erreger, erkennt das Immunsystem diesen schnell und kann ihn unschädlich machen. Die geimpfte Person entwickelt so nur schwache oder keine Krankheitssymptome.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Seite Impfungen & Prophylaxe.  

Ziel einer Impfung gegen Covid-19

Das neue Coronavirus ist sehr ansteckend. Oft haben infizierte Personen zu Beginn keine oder nur schwache Symptome und bemerken die Infektion nicht. In dieser Phase gibt es viele Ansteckungen und das Virus kann sich schnell verbreiten. Das Ziel einer Impfung ist, die weitere Verbreitung des neuen Coronavirus möglichst zu verhindern.

Eine Impfung könnte die Pandemie nachhaltig eindämmen und dadurch einen wichtigen Beitrag für die Rückkehr zur Normalität leisten. Zudem werden durch eine Impfung auch die besonders gefährdeten Personen geschützt.

Entwicklung eines Impfstoffes

Impfstoffe zu entwickeln und herzustellen, ist komplex und aufwändig. Die Anforderungen an die Qualität, die Wirksamkeit und insbesondere die Sicherheit sind hoch. Deshalb muss die Herstellung eines Impfstoffes unterschiedliche Entwicklungsphasen durchlaufen. Nur wenn eine Phase gute Ergebnisse zeigt, kommt der Impfstoff in die nächste Phase der Weiterentwicklung.

Phasen der Entwicklung

1. Vorklinische Phase: Der Impfstoff wird zuerst im Labor getestet. Dann folgen in der vorklinischen Phase Tests an Tieren.

2. Klinische Phase

Die klinische Erprobung unterteilt sich in drei Phasen:

Klinische Phase I: An einer kleinen Zahl von gesunden Freiwilligen wird erstmals geprüft, wie der Mensch auf den Impfstoff reagiert und wie verträglich verschiedene Dosierungen sind. Dosierung heisst, wie oft und mit welcher Menge geimpft wird. In dieser Phase können auch erste häufig auftretende Nebenwirkungen erkannt werden.

Klinische Phase II: In dieser Phase wird der Impfstoff an mehreren hundert Freiwilligen geprüft. Dabei zeigt sich, ob der Impfstoff wie gewünscht wirkt und welche Dosierung optimal ist. Zudem werden Erkenntnisse über die Häufigkeit und den Schweregrad von möglichen Nebenwirkungen gesammelt.

Klinische Phase III: Nun wird der Impfstoff an mehreren tausend Freiwilligen getestet. Diese Phase zeigt, ob der Impfstoff auch tatsächlich vor der Krankheit schützt. Zudem werden seltene Nebenwirkungen und Risiken erkannt. Es wird ausserdem überprüft, für welche Alters- oder Bevölkerungsgruppen der Impfstoff eingesetzt werden kann.

In einem nächsten Schritt werden alle vorliegenden Ergebnisse der klinischen Phasen I – III durch Swissmedic überprüft. Kann Swissmedic die Wirksamkeit, die Sicherheit und die Qualität des Impfstoffes bestätigen, erteilt sie die Marktzulassung für die Schweiz.

Ist ein Impfstoff zugelassen, wird unter engem Einbezug der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) eine Impfempfehlung für die Bevölkerung ausgesprochen. Eine Impfung wird nur empfohlen, wenn der Nutzen durch verhinderte Krankheiten und deren Komplikationen die mit den Impfungen verbundenen Risiken um ein Vielfaches übertrifft.

3. Folgestudien (Phase IV)
Auch nach der Zulassung müssen Impfstoffhersteller die Sicherheit, die Wirksamkeit und die Qualität weiterverfolgen. Die Hersteller prüfen laufend, ob seltene oder schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten und melden diese Swissmedic. Ebenfalls wird die Verträglichkeit des Impfstoffes in Bevölkerungsgruppen geklärt, welche in vorhergehenden Studien nicht eingeschlossen waren.  

Phasen Impfstoffentwicklung

Die erfolgreiche Entwicklung eines Impfstoffes bis zur Marktzulassung nimmt in der Regel mehrere Jahre in Anspruch.

Für einen möglichen Impfstoff gegen das neue Coronavirus wird von Swissmedic ein geeignetes Zulassungsverfahren ausgewählt. Das Verfahren soll aufgrund der Corona-Pandemie angemessen beschleunigt werden, ohne Abstriche bei den Anforderungen zu machen. Die Sicherheit hat dabei höchste Priorität.

Auf der Webseite von Infovac finden Sie eine Übersicht, an welchen SARS-CoV-2 Impfstoffen zurzeit weltweit geforscht wird sowie Informationen über den jeweiligen Stand der Impfstoff-Entwicklung. Die Liste wird laufend aktualisiert.

Ergänzende Informationen

  • Auf der Webseite von Infovac finden Sie Informationen zu den verschiedenen Impfstoffarten.
  • Im Artikel «Vorbeugung statt Behandlung» von Swissmedic finden Sie Informationen zur Zulassung von Impfstoffen in der Schweiz.
  • Auf der Webseite von Swissmedic finden Sie ein Dokument, in welchem die Empfehlungen für die Behandlung von Patienten in klinischen Versuchen bei der Entwicklung eines SARS-CoV-2 Impfstoffes beschrieben sind.
  • Auf der Webseite der EKIF finden Sie den Fragekatalog (Analyserahmen), nach welchem entschieden wird, ob eine Impfung empfohlen werden soll.

Weiterführende Themen

Krankheit, Symptome, Behandlung

Krankheitssymptome, Krankheitsverlauf, Behandlung, Krankheit Covid-19, das neue Coronavirus

Letzte Änderung 27.08.2020

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