Affenpocken: Übertragung, Symptome & Krankheitsverlauf

Affenpocken gelten als mässig übertragbar. Beim aktuellen Ausbruch in der Schweiz wurde die Krankheit bisher von Mensch zu Mensch übertragen. Krankheitssymptome können bis zu 21 Tage nach engem Kontakt auftreten.

Übertragung

Beim aktuellen Ausbruch in der Schweiz wurde das Affenpocken-Virus von Mensch zu Mensch durch engen Kontakt mit einer infizierten Person übertragen. Die Übertragung kann aber auch durch den Kontakt mit Sekreten und Körperflüssigkeiten einer infizierten Person erfolgen.

Übertragungswege

  • Durch direkten Haut- und Schleimhautkontakt während sexueller Aktivitäten.
  • Enger körperlicher Kontakt mit Bläschen oder -schorf (auch bei sexuellem Kontakt, Küssen, Kuscheln oder Händchenhalten)
  • Haut und Schleimhäute, zum Beispiel Auge, Nase, Mund, Geschlechtsorgane,
  • Hautverletzungen (infiziertes Sekret oder Blut),
  • Atemwegssekrete und grosse Atemwegströpfchen,
  • Über die Hände, nach Berühren von kontaminierten Gegenständen und Oberflächen, zum Beispiel Bettwäsche, Handtücher oder Kleider.

Nicht gesichert ist derzeit, ob Affenpocken auch durch Sperma oder Vaginalsekret verbreitet werden können.

Sexueller Kontakt mit einer erkrankten Person und wechselnde männliche Sexualpartner erhöhen das Risiko einer Ansteckung. Wobei jede infizierte Person das Affenpocken-Virus bei engem Kontakt auf eine andere Person – ob Mann oder Frau – übertragen kann.

Bei infizierten Schwangeren kann das Affenpocken-Virus über die Plazenta auf den Fötus übertragen werden. Auch während und nach der Geburt ist durch den Hautkontakt eine Übertragung auf das Kind möglich.

Ansteckend ist man möglicherweise ab Auftreten erster Symptome bis zum Ende des Hautausschlags, also bis die letzten Hautkrusten abgefallen sind (siehe Krankheitssymptome unten). Dabei muss man beachten, dass Schäden der Schleimhaut von aussen meist nicht sichtbar sind.

Zum aktuellen Zeitpunkt haben insbesondere (aber nicht ausschliesslich) Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), sowie trans Personen mit wechselnden männlichen Sexualpartnern ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung.

Aids-Hilfe Schweiz

Information finden Sie auch auf:
Affenpocken: Aids-Hilfe Schweiz
Affenpocken: Dr. Gay

Die Aids-Hilfe Schweiz informiert ihre Community regelmässig über das Thema Affenpocken.

Krankheitssymptome

Symptome können bis zu 21 Tagen nach engem Kontakt mit einer mit Affenpocken infizierten Person auftreten. Krankheitssymptome sind:

  • akuter Hautausschlag oder einzelne Bläschen, Pusteln und schliesslich Krusten,
  • Symptome in der Genital- und Analregion, zum Beispiel eitriger oder blutiger Stuhl, rektale Schmerzen oder rektale Blutungen, und/oder Entzündungen in der Genital- und Analregion,
  • geschwollene Lymphknoten,
  • Fieber (>38,5°C),
  • Schüttelfrost,
  • Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen,
  • Erschöpfung,
  • die Atmung betreffende (respiratorische) Symptome, zum Beispiel Halsschmerzen.

Die Ausprägung der Symptome ist individuell unterschiedlich. Beim aktuellen Ausbruch treten in einigen Fällen nur einzelne und schwach ausgeprägte Symptome auf. Oft ist der Hautausschlag unauffällig, mit nur wenigen oder einzelnen Bläschen oder Pusteln. In einigen Fällen ist der Ausschlag nur auf eine Körperregion begrenzt, wie zum Beispiel die Genitalregion oder den Mundbereich. Die Bläschen oder Pusteln (Läsionen) können Schmerzen verursachen, jucken und in verschiedenen Entwicklungsstadien auftreten. Die Entwicklung der Läsionen durchläuft in der Regel vier Stadien, bevor sie verschorfen und sich abschuppen. Bei einigen Erkrankten tritt überhaupt kein Ausschlag auf.

Inwieweit eine Infektion ganz ohne Krankheitssymptome (asymptomatische Infektionen) auftreten können, ist noch nicht abschliessend geklärt, kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Krankheitsverlauf

Die Zeitspanne von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung (= Inkubationszeit) beträgt in der Regel fünf bis 21 Tage (Quelle WHO).

Die Krankheit klingt von alleine ab und verläuft in der Regel mild. Die meisten Betroffenen erholen sich innerhalb weniger Wochen. Immungeschwächte Personen, Schwangere, Kinder sowie früher nicht gegen Pocken geimpfte ältere Erwachsene scheinen ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf zu haben.

Zu den (seltenen) Komplikationen der Affenpocken gehören bakterielle Infektionen wie Lungenentzündung, Blutvergiftung, Gehirnentzündung oder Hornhautentzündung der Augen. Aufkratzen von Bläschen oder Pusteln kann die Risiken einer zusätzlichen Infektion und einer Übertragung erhöhen.

Letzte Änderung 04.10.2022

Zum Seitenanfang

Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Abteilung Übertragbare Krankheiten
Schwarzenburgstrasse 157
3003 Bern
Schweiz
Tel. +41 58 463 87 06
E-Mail

Kontaktinformationen drucken

https://www.bag.admin.ch/content/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/affenpocken/uebertragung-symptome-krankheitsverlauf.html