Affenpocken: Impfung & Behandlung

Der Pockenimpfstoff der dritten Generation bietet einen guten Schutz gegen Affenpocken. Er ist demnächst in der Schweiz verfügbar. Dadurch wollen wir Schwere Krankheitsverläufe, Komplikationen oder Todesfälle verhindern und Infektionsketten unterbrechen.

Impfung

Das Pockenvirus und das Affenpockenvirus sind genetisch ähnlich. Deshalb können die vorhanden Pocken-Impfstoffe auch wirksam gegen Affenpocken eingesetzt werden. Diese Impfstoffe der ersten und zweiten Generation wurden in der Schweiz bis 1972 zur Ausrottung der Pocken verabreicht.

In Europa und den USA gibt es einen zugelassenen Pockenimpfstoff der dritten Generation. Dieser Impfstoff bietet auch einen guten Schutz gegen Affenpocken. Er ist jedoch in der Schweiz nicht zugelassen, weil die Herstellerfirma bis jetzt keinen Antrag gestellt hat. Der Bund ist daran, 40 000 Dosen dieses Impfstoffs der Firma Bavarian Nordic gegen Affenpocken zu beschaffen. Die Beschaffung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Armeeapotheke. Anschliessend werden die Impfdosen den Kantonen zur Verfügung gestellt. Die Kantone sind für die Organisation und Durchführung der Impfung verantwortlich.

Ziel der Impfung ist es, schwere Krankheitsverläufe, Komplikationen oder Todesfälle zu verhindern und Affenpocken-Infektionsketten zu unterbrechen.

Wie bei anderen Medikamenten oder Impfungen kann es nach der Impfung zu unerwünschten Wirkungen kommen. Diese sind meistens mild.

Verabreichung

Impfen lassen kann man sich vorbeugend (prophylaktisch durch Grundimmunisierung). Oder nach engem Kontakt zu einer Person mit bestätigter Affenpocken-Infektion (Postexpositionsprophylaxe). In diesem Fall sollte die Impfung innerhalb von vier Tagen jedoch bis spätestens 14 Tage nach dem Kontakt erfolgen.

Je nach Ausgangslage werden eine bis zwei Impfstoff-Dosen verabreicht.

Nicht bekannt ist aktuell, ob die Impfung alle Symptome der Affenpocken oder die Übertragung des Virus verhindern kann. Möglicherweise entwickeln manche Menschen trotz Impfung eine milde Form der Krankheit und übertragen das Virus.

Weil die Impfung nicht zu hundert Prozent vor einer Ansteckung schützt und nicht klar ist, wie lange der Impfschutz anhält, sollte die Schutzmassnahmen auch nach einer Impfung weiterhin eingehalten werden.

Für folgende Bevölkerungsgruppen ist die Impfung empfohlen

In der Schweiz und weltweit sind eine begrenzte Zahl an Impfstoff-Dosen gegen Affenpocken verfügbar. Gemeinsam mit der Eidgenössische Kommission für Impffragen EKIF empfehlen wir eine Impfung für folgende Bevölkerungsgruppen:

  • präventiv für Männer, die Sex mit Männern haben, und trans Personen mit wechselnden Sexualpartnern;
  • präventiv für Personen, die aus beruflichen Gründen gegenüber Affenpockenviren exponiert sind (zum Beispiel medizinisches Personal oder Personal von Speziallaboratorien);
  • für Kontaktpersonen von erkrankten Personen, um die Infektionsketten zu unterbrechen und auch Kinder, Schwangere und allfällige weitere Risikopersonen zu schützen.

Die Impfungen werden gemäss der Anzahl verfügbarer Dosen verabreicht. Eine Priorisierung der Impfungen für die am stärksten gefährdeten Personen wird deshalb notwendig sein.

Für die breite Bevölkerung ist momentan keine Impfempfehlung vorgesehen.

Nicht empfohlen ist die Impfung für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie für Schwangere, weil die klinischen Sicherheitsdaten dazu gegenwärtig nicht ausreichend verfügbar sind. In bestimmten Fällen (beispielsweise bei Immunschwäche) können diese Personen den Nutzen und das Risiko einer Impfung mit ihrer Ärztin/ihrem Arzt abwägen.

Behandlung

Behandelt werden hauptsächlich die Krankheitssymptome. In besonders schweren Fällen kann eine antivirale Therapie erfolgen.

In Zusammenarbeit mit der Armeeapotheke will der Bund 500 Behandlungseinheiten des antiviralen Arzneimittels Tecovirimat beschaffen. Dieses Medikament wird in bestimmten Fällen möglichst rasch nach der Diagnose der Krankheit eingesetzt. Es soll den Krankheitsverlauf mildern oder Komplikationen verhindern. Behandelnde Ärztinnen und Ärzte können das Medikament verordnet, wenn eine Person eine Immunschwäche oder ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf hat.

Impf- und Behandlungskosten

Der Bund wird die Kosten für die Impfung und das antivirale Arzneimittel übernehmen, solange die Vergütung über die Krankenkasse nicht möglich ist.

Verordnung

Letzte Änderung 14.09.2022

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Kontakt

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