Dosimetrie und berufliche Strahlenexposition

In der Schweiz sind über 100 000 Personen beruflich strahlenexponiert. Dies entspricht rund 2 Prozent der arbeitenden Bevölkerung, die zuverlässig vor ionisierender Strahlung geschützt werden muss. Dazu gehört, dass die aufgenommene Strahlendosis individuell überwacht wird.

Aktuell: IAEA-Konferenz zu Arbeitnehmerschutz in Genf

Die Schweiz ist Gastgeberin der dritten internationalen Konferenz der International Atomic Energy Agency (IAEA) zum beruflichen Strahlenschutz, die vom 5. bis 9. September 2022 in Genf stattfinden wird. Weitere Informationen finden sich hier: International Conference on Occupational Radiation Protection – Twenty Years After | IAEA

Vorbereitung eines Patienten für eine Strahlentherapie.
Bildquelle: International Atomic Energy Agency (IAEA) (Link: https://www.iaea.org/)

Wer bei der Arbeit oder Ausbildung ein Risiko für eine erhöhte Strahlenexposition hat, gilt als beruflich strahlenexponierte Person. Im Aufsichtsbereich des BAG betrifft dies beispielsweise den Umgang mit einem Röntgengerät oder mit radioaktiven Stoffen im Spital oder in der Forschung.
Die akkumulierte Strahlendosis muss individuell durch eine anerkannte Dosimetriestelle überwacht werden. Bei externer Strahlung, etwa durch Röntgenanlagen, erfolgt dies in der Regel mit tragbaren Dosimetern. Besteht die Gefahr einer Einnahme von radioaktiven Stoffen, werden direkt Messungen am Körper durchgeführt (Triagemessungen) und gegebenenfalls durch exaktere Messungen ergänzt (Urin oder Ganzkörperzähler). Beim Flugpersonal hat sich eine Berechnung der Dosen anhand der Flugroute bewährt.

Werden so erhöhte Dosen oder Grenzwertüberschreitungen festgestellt, führt das BAG zusammen mit dem betroffenen Betrieb eine Untersuchung durch. Durch Strahlenschutzmassnahmen sollen weitere Dosen vermieden oder zumindest vermindert werden. Für Betriebe besteht eine grundsätzliche Optimierungspflicht für den Strahlenschutz, so dass die Dosen und Wahrscheinlichkeiten einer Exposition so weit als möglich und sinnvoll reduziert werden müssen.

Das BAG führt das Zentrale Dosisregister (ZDR), in welchem die Ergebnisse der Dosimetrie jeder beruflich strahlenexponierten Person seit 1989 festgehalten werden. Auf dieser Grundlage können mögliche Versicherungsansprüche abgeklärt werden. Zudem dient das ZDR der Aufsichtstätigkeit. Aufgrund des ZDR wird jährlich eine Statistik erstellt und im Jahresbericht Dosimetrie der Aufsichtsbehörden publiziert.

Die Zahl der beruflich strahlenexponierten Personen in der Schweiz ist in den letzten 20 Jahren um fast 60 % gestiegen, während die zusammenzählte Dosis aller überwachten Personen (Kollektivdosis) relativ stabil blieb. Etwa zwei Drittel sind im medizinischen Bereich tätig, wo aktuell auch die meisten Grenzwertüberschreitungen festgestellt werden. Dies betrifft meist die Augenlinsendosis von Personen, welche in der Kardiologie oder interventionellen Radiologie Eingriffe mit Durchleuchtung durchführen.

Letzte Änderung 02.09.2022

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Abteilung Strahlenschutz
Sektion NIS und Dosimetrie
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