Strahlenschutzausbildung in der Tiermedizin

Nachfolgend erfahren Sie, welche Strahlenschutzausbildungen für Tierärztinnen/Tierärzte und tiermedizinische Praxisassistentinnen/Praxisassistenten vorgesehen sind.

Tierärztinnen/Tierärzte

Konventionelle veterinärmedizinische Röntgenanlagen (MA 14)

Tierärztinnen/Tierärzte, welche die Funktion des Strahlenschutz-Sachverständigen einer konventionellen diagnostischen Röntgenanlage ausüben möchten, müssen eine Strahlenschutzausbildung (Dauer 1 Tag) vorweisen können. Diese Strahlenschutz-Ausbildung kann fakultativ während des Tierarztstudiums an den beiden Vetsuisse-Fakultäten (Bern / Zürich) absolviert werden.

Für die Tierärztinnen/Tierärzte, welche diese Strahlenschutzausbildung nicht während des Studiums absolviert haben, besteht die Möglichkeit, die Ausbildung der «Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte» zu absolvieren. Die Ausbildung gilt als Nachweis der notwendigen Ausbildung im Strahlenschutz zur Durchführung diagnostischer Anwendungen mit konventionellen veterinärmedizinischen Röntgenanlagen und um als Strahlenschutz-Sachverständige/r für diese Anwendungen zu fungieren. Ausgenommen ist die Bedienung von computertomografischen Anwendungen. Die Voraussetzung zum Kursbesuch ist das eidgenössische Tierarztdiplom oder eine gleichwertige, anerkannte ausländische Ausbildung.

Weitere Informationen über die Durchführung der Sachverständigenkurse (Ort und Datum) erhalten Sie direkt bei der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (siehe Link unten).

Anlagen für erweiterte diagnostische Anwendungen (MA 16)

In der revidierten Strahlenschutz-Ausbildungsverordnung werden für die einzelnen Berufsgruppen die notwendigen Aus- und Fortbildungen sowie die erlaubten Tätigkeiten im Strahlenschutz präzisiert. Eine der Änderungen betrifft Tierärztinnen und Tierärzte, die eine CT-Anlage installiert haben oder installieren möchten. Damit diagnostische Untersuchungen mit CT-Anlagen durchgeführt und die erforderliche Verantwortung als Strahlenschutz-Sachverständige/r für diese Anwendungen übernommen werden kann, muss die dafür zuständige Person über eine der folgenden Ausbildungen verfügen:

  • Tiermedizinische/r Radiologe/-in ECVDI
    (European College of Veterinary Diagnostic Imaging, 3-jährige Ausbildung)
  • Tiermedizinische/r Radiologe/-in ACVR
    (American College of Veterinary Radiology (Radiation Oncology), 3-jährige Ausbildung)
  • Diplomierte Radiologiefachperson HF oder FH
  • Medizinphysiker/-in mit Fachanerkennung SGSMP

Das bedeutet, eine CT-Anlage darf nur von einem/einer tiermedizinischen Radiologen/-in (ECVDI oder ACVR), von einer diplomierten Dipl. Radiologiefachperson oder einem/einer Medizinphysiker/-in bedient werden. Ein/eine tiermedizinische/-r Praxisassistentin/-assistent (TPA) darf nach einer Einführung die Vorbereitung (Narkose und Positionierung) durchführen, die CT-Anlage jedoch nicht selber in Betrieb nehmen und bedienen.

Für die Erfüllung der tiermedizinischen Aspekte zur Durchführung von CT-Untersuchungen (Rechtfertigung, Indikation und Befund) wird einen tiermedizinischen Radiologen oder eine Radiologin (ECVDI oder ACVR) benötigt.

Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) arbeitet derzeit an der Entwicklung einer CT-Ausbildung für Tierärztinnen und Tierärzte. Diese Ausbildung befähigt Tierärztinnen und Tierärzte, die Funktion des Strahlenschutz-Sachverständigen für eine CT-Anlage auszuüben.

Als möglichen nächsten Schritt wird die GST eine Ausbildung anbieten, die es Tierärztinnen und Tierärzten ermöglicht, die CT-Anlage selbstständig zu bedienen. Das BAG ist diesbezüglich in Kontakt mit der GST um einen entsprechenden Kurs anzubieten.

Anwendung von offenen radioaktiven Quellen (MA 15)

Tierärztinnen/Tierärzte, welche Umgang mit offenen radioaktiven Quellen haben, müssen den Nachweis der notwendigen Ausbildung im Strahlenschutz durch den Besuch eines anerkannten Kurses erwerben. Weitere Informationen zu den verschiedenen Kursen finden Sie hier.


Tiermedizinische Praxisassistentinnen/Praxisassistenten EFZ (MP 16)

Mit dem Erhalt des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses als Tiermedizinische Praxisassistent/in (TPA) ist der Nachweis der notwendigen Ausbildung im Strahlenschutz für tiermedizinische Röntgenuntersuchungen erbracht. Damit hat man die Berechtigung zur Bedienung von Röntgenanlagen für veterinärmedizinische Diagnostik unter der verantwortlichen Leitung einer entsprechenden sachverständigen Tierärztin oder eines entsprechenden sachverständigen Tierarztes.

Ausländische Ausbildung als Tiermedizinische Praxisassistentinnen/Praxisassistenten (TPA)

Personen mit einer ausländischen Ausbildung, die in der Schweiz eine Anstellung als TPA anstreben, benötigen eine vom Staatssekretariat für Forschung, Bildung und Innovation SBFI anerkannte Ausbildung. Mit der Anerkennung bestätigt das SBFI, dass das ausländische Diplom bzw. der Ausweis einem schweizerischen Diplom oder Ausweis gleichwertig ist. Die Prüfung und Beurteilung der Anerkennung (Gleichwertigkeit) erfolgt nach den Kriterien der entsprechenden gesetzlichen Grundlagen.

Gesuche um Anerkennung können direkt beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI eingereicht werden. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link. Innerhalb dieses Anerkennungsverfahren kann, wenn notwendig, die Röntgenberechtigung für Aufnahmen in der Veterinärmedizin ähnlich einer/eines TPA EFZ erworben werden.

Fortbildung im Strahlenschutz

Bei der Fortbildungspflicht wird zwischen einer von der Anerkennungsbehörde anerkannten Fortbildung und einer nicht-anerkannten Fortbildung unterschieden. Von Berufsgruppen mit Tätigkeiten, welche einem erhöhten Gefährdungspotential ausgesetzt sind, wird eine von der Anerkennungsbehörde anerkannte Fortbildung gefordert. In dem veterinärmedizinischen Bereich müssen nur Tierärztinnen und Tieräzte, welche die Funktion der/des Strahlenschutz-Sachverständigen in einem Arbeitsbereich B/C ausüben, eine anerkannte Fortbildung absolvieren. Die übrigen Berufsgruppen können eine nicht-anerkannte Fortbildung besuchen.

Die erlaubten Tätigkeiten dürfen nur ausgeübt werden, solange der notwendige Nachweis der Aus- und Fortbildung erbracht wird. Der/die Bewilligungsinhaber/in ist verantwortlich für das Erstellen eines betriebsinternen Konzeptes (wie die Ausbildung und Fortbildung im Strahlenschutz der Betriebsangehörigen absolviert und überprüft wird).

Für die folgenden Berufsgruppen im tiermedizinischen Bereich sieht die Fortbildungspflicht folgendermassen aus:

Berufsgruppe Fortbildungspflicht
Tiermediziner/innen MA 14 – konventionelle veterinärmedizinische Röntgenanlagen Alle 5 Jahre, 4 UE*
Tiermediziner/innen MA 15 – Anwendungen von offenen radioaktiven Quellen   Alle 5 Jahre, 8 UE
Tiermediziner/innen MA 15 – Strahlenschutz-Sachverständige in einem Arbeitsbereich B/C   Alle 5 Jahre, 16 UE anerkennungspflichtig
Tiermediziner/innen MA 16 – erweiterte diagnostische und therapeutische Anwendungen (CT, Beschleuniger) Alle 5 Jahre, 4 UE
TPA Alle 5 Jahre, 8 UE
* 1 UE = Unterrichtseinheit von 45 min Dauer

Zusätzliche Informationen über die Fortbildung finden Sie hier.

Letzte Änderung 01.07.2019

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Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Abteilung Strahlenschutz
Schwarzenburgstrasse 157
3003 Bern
Schweiz
Tel. +41 58 462 96 14
E-Mail

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