Klimawandel

Hohe Temperaturen beeinflussen die Gesundheit: Direkt kann Hitze Menschen schwächen, indirekt durch veränderte Pflanzenwelt und Pollensaison ihre Gesundheit verschlechtern. Oder Mücken und Zecken verbreiten sich – und mit ihnen Krankheitserreger.

Hitzewarnungen des Bundes wurden angepasst

Das neue Hitzewarnkonzept basiert ab Juni 2021 auf der mittleren Tagestemperatur und führt neu auch eine Warnung der Stufe 2 ein. Damit passt das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz die Hitzewarnungen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen an und steigert den Nutzen der Warnungen. Im Hitzewarnkonzept wird unter anderem die Nachttemperatur berücksichtigt und auch vor kurzen intensiven Hitzeperioden gewarnt.

Drei goldene Regeln für Hitzetage

  1. Körperliche Anstrengungen vermeiden
  2. Hitze fernhalten – Körper kühlen
  3. Viel trinken – leicht essen

Was ist eine «Hitzewelle» und wie wirkt sie auf die Gesundheit?

Sonnenschirm

Eine Hitzewelle besteht dann, wenn die Temperatur mehrere Tage lang über 30°C hoch ist und sie nachts nicht unter 20°C sinkt. Diese klimatische Situation kann ein Gesundheitsrisiko darstellen. Für ältere oder (chronisch) kranke Menschen, schwangere Frauen oder für Kleinkinder kann sie sogar lebensbedrohlich sein. Sie kann zu Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen führen. Grund dafür ist eine beeinträchtigte Wärmeregulation. Man schwitzt dann weniger und empfindet ein vermindertes Durstgefühl.

Symptome bei Hitzestress

  • Hohe Körpertemperatur
  • Erhöhter Puls
  • Schwäche/Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Trockener Mund
  • Verwirrtheit, Schwindel, Bewusstseinsstörungen
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

Wie Sie sich (und andere) vor der Hitze schützen

  • Vermeiden Sie körperliche Anstrengungen.
  • Halten Sie Wohnung und Körper möglichst kühl.
  • Nehmen Sie regelmässig und ausreichend Flüssigkeit zu sich (mindestens 1,5 Liter pro Tag).
  • Verpflegen Sie sich mit erfrischenden, kühle Speisen.
  • Gleichen Sie während und nach sportlichen Betätigungen den Salzverlust aus.
  • Lassen Sie weder Personen noch Tiere im abgestellten Auto zurück.

Hitze und Sterblichkeit

In ihrer Broschüre - "Welche Risiken gefährden die Schweiz?" (Katastrophen und Notlagen Schweiz 2020) hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) Hitzewellen als eine der grössten Bedrohungen für die Schweiz klassifiziert.

Seit 2005 informieren wir gemeinsam mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) über Hitzewellen und Verhaltensempfehlungen. Mit diesen wollen wir Risikopersonen, Angehörige, Pflegepersonal, Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Stakeholder sensibilisieren.

Hitzesommer wie in den Jahren 2003, 2015, 2018 und 2019 werden gemäss Klimaszenarien in Zukunft häufiger auftreten, intensiver sein und länger andauern. Hitze kann sich vielschichtig auf die Gesundheit auswirken und auch zum Tod führen.

Hitzebedingte Übersterblichkeit während den bisher vier heissesten Sommer (Juni bis August) in der Schweiz. (Ragettli & Röösli 2020, siehe Bericht unter Wissensgrundlagen)
Sommer Rangfolge der heissesten Sommer Zusätzliche Todesfälle (Anzahl) Übersterblichkeit (%)
2003 1 975 6.9
2015
2 804 5.4
2018 4 185* 1.2*
2019 3 521 3.5
* statistisch nicht signifikant. Im Jahr 2018 beschränkte sich die Übersterblichkeit auf den Monat August (+3.4%).

Hohe Temperaturen und Ozon

Hohe Temperaturen lassen auch die Ozonwerte steigen. Auch diese beeinträchtigen die Gesundheit, z.B. wenn die Atemwege gereizt oder entzündet werden.

Informationen zur Ozon-Beobachtung finden Sie auf der Webseite von MeteoSchweiz.

Einfluss auf Pflanzenwelt und Pollensaison

Der Klimawandel beeinflusst auch die Pflanzenwelt: Eingeschleppte nicht-einheimische Pflanzen (Neophyten) nehmen zu. Diese können Allergiker zunehmenden belasten. Ambrosia ist ein solches Beispiel. Sie hat hoch allergene Pollen. Weil sie von Mitte Juli bis Anfang Oktober blühen kann, verlängert sie die Allergiesaison um mehrere Wochen.

Klimawandel begünstigt Krankheitsübertragungen

Langanhaltende, hohe Temperaturen begünstigen auch eine übermässige Mücken- und Zeckenzunahme. Sie können Erreger in sich tragen, die zu Infektionskrankheiten führen. Nähere Informationen erhalten Sie unter vektorübertragene Krankheiten. Unter vektorübertragenen Krankheiten versteht man Infektionskrankheiten, bei denen sogenannte Vektoren, z. B. Mücken oder Zecken, die Erreger auf den Menschen übertragen.

Der Klimawandel begünstigt zudem das Auftreten bereits bestehender oder neu auftretender Infektionskrankheiten, beispielsweise Dengue- oder Chikungunya-Fieber und die Verbreitung von durch Zecken übertragener Encephalitis.

Weiterführende Themen

Elektromagnetische Felder (EMF), UV, Laser und Licht

Das BAG erfasst die Exposition der Bevölkerung durch nichtionisierende Strahlung und verfolgt die Forschung über mögliche biologische und gesundheitliche Auswirkungen.

Letzte Änderung 31.05.2021

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