Flexiblere Regelung der heroingestützten Behandlung

Der Bundesrat plant eine Anpassung der Regelung der heroingestützten Behandlung (HeGeBe). Die therapeutische Begleitung soll flexibler ausgestaltet werden, um besser auf spezifische Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten eingehen zu können.

Am 10. Juni 2022 hat der Bundesrat einen Entwurf zur Änderung der Regelung der Betäubungsmittelsuchtverordnung (BetmSV) in Vernehmlassung geschickt. Die Frist läuft noch bis zum 30. September.

Die heroingestützte Behandlung (HeGeBe) wurde in den letzten Jahren einer Evaluation unterzogen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Regelung der HeGeBe revidiert werden muss. Dies betrifft vor allem die Ab- und Mitgabe des Medikaments (Diacetylmorphin). In Zukunft sollen Möglichkeiten geschaffen werden, die eine Behandlung auch ausserhalb der HeGeBe-Zentren ermöglichen. So soll unter anderem den besonderen Bedürfnissen von älteren Patientinnen und Patienten Rechnung getragen werden, die wenig mobil sind und an mehreren Krankheiten gleichzeitig leiden.

Überdies hat sich gezeigt, dass sich die flexiblere Regelung der Mitgabe von Diacetylmorphin während der Coronapandemie in der Praxis bewährt hat. Sie soll bei der Weiterentwicklung der Behandlung deshalb berücksichtigt werden.

Ausgehend von diesem Anpassungsbedarf wurde ein Revisionsentwurf zur BetmSV erarbeitet.

Aktuelle Regelung

In ihrer aktuellen Fassung sieht die BetmSV vor, dass die HeGeBe grundsätzlich in einem spezialisierten Zentrum durchgeführt werden muss. Ausnahmen sind nur möglich, wenn das Diacetylmorphin bei der Patientin oder dem Patienten zu Hause oder bei einem kurzen Spitalaufenthalt im Spital verabreicht werden kann.

Gemäss BetmSV können den Patientinnen und Patienten in der Regel nur bis zu zwei Tagesdosen der Behandlung mitgegeben werden. Im Rahmen der Corona-Pandemie wurde diese Regelung gelockert, um eine Mitgabe von bis zu sieben Tagesdosen Diacetylmorphin zu erlauben.

Geplante Änderungen an der Regelung

Die geplante Änderung der BetmSV dient vor allem zwei Zielen.

  • Einerseits soll sie für die HeGeBe-Zentren die Möglichkeit einführen, die Verabreichung und die Mitgabe von Diacetylmorphin an geeignete externe Institutionen zu delegieren. Dies soll ermöglichen, auf die Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten einzugehen, die sich wegen ihres hohen Alters, wegen Erkrankungen, der geografischen Entfernung oder einer Freiheitsstrafe nicht zwei- bis dreimal täglich in die HeGeBe-Zentren begeben können.
  • Andererseits soll mit der Änderung die Möglichkeit geschaffen werden, in besonderen Fällen mehrere Tagesdosen mitzugeben. Diese Regelung würde sich an der Lösung orientieren, die während der Corona-Pandemie eingeführt worden war. Diese hat sich bewährt und dürfte zu einer Verbesserung der therapeutischen Begleitung der Patientinnen und Patienten beitragen, indem sie deren Wiedereingliederung erleichtert.

Letzte Änderung 10.06.2022

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