Gesund altern: Wohlbefinden trotz Einschränkungen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO entwickelte das Konzept des gesunden Alterns. Es bewertet die Gesundheit im Alter nach einem neuen Massstab. Was bedeutet das für die Gesundheitspolitik?

Im Alter nehmen körperliche und psychische Krankheiten zu. Der Fokus liegt deshalb nicht auf hundertprozentiger Gesundheit, sondern auf den Ressourcen der älteren Menschen. Was können sie erreichen? Was brauchen Sie dazu? Ein guter Umgang mit den körperlichen und psychischen Einschränkungen erhöht das Wohlbefinden der betroffenen Person. Zu diesem Ansatz hat die Weltgesundheitsorganisation WHO ihr Konzept des gesunden Alters entwickelt.

Die Ressourcen der älteren Menschen nutzen heisst: trotz chronischer Erkrankungen gelingt es ihnen, mit den sozialen, körperlichen und emotionalen Herausforderungen umzugehen. Dazu leisten ältere Menschen eigene Anpassungen und erreichen damit eine hohe Lebenszufriedenheit. Vorhandene Ressourcen sollen deshalb fortlaufend entwickelt oder aufrechterhalten werden und so zum Wohlbefinden beitragen. Selbstmanagement-Kompetenzen im Umgang mit Erkrankungen oder mit einer Sucht tragen zusätzlich zum Wohlbefinden bei.


Altersbilder anpassen

Altersbilder sind individuelle und gesellschaftliche Vorstellungen zum Alter und zum Prozess des Älterwerdens. Viele der gängigen Altersbilder beruhen auf Stereotypen und entspringen negativen Annahmen. Sie gehen davon aus, dass Älterwerden einhergeht mit abnehmender körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit und ein Leben in Abhängigkeit bedeutet.

Solche Stereotypen werden der heterogenen Gruppe älterer Menschen nicht gerecht. Denn die Heterogenität ist gross: Im Alter reicht die Spannweite von Personen, die teilweise noch im Berufsleben stehen, bis hin zu Menschen, die auf Pflege und Unterstützung angewiesen sind. Generell erfordert die Versorgung und Gesundheitsförderung deshalb einen differenzierten Blick auf das Altern.

Die kritische Überprüfung von Altersbildern in allen Bereichen der Gesellschaft erweist sich als wichtige Aufgabe zur Bewältigung des demografischen Wandels. Ältere Menschen sind nicht einfach ein Kostenfaktor, sondern tragen auf vielfältige Weise zur Gesellschaft bei. Daher sollen Menschen auf ihre Stärken angesprochen und ihre Ressourcen gefördert werden. Dies kann unter anderem geschehen, indem Möglichkeiten für freiwilliges Engagement geschaffen werden.

Wichtig für einen selbstbestimmten Umgang mit dem Älterwerden ist die Erkenntnis, dass Entwicklung in jeder Lebensphase möglich ist. Auch Behörden können dazu beitragen, indem sie differenzierte Alterskonzepte erstellen und umsetzen. Mit dem Bekenntnis zu einem vielfältigen Altersbild geht schliesslich auch die Anerkennung kultureller Besonderheiten einher.

Umfassende Gesundheitspolitik

Um gesundes Altern zu ermöglichen, braucht es eine umfassende gesundheitspolitische Antwort. Individuelle wie auch gesellschaftliche Faktoren, die den Alterungsprozess bestimmen, sollen bei Massnahmen miteinbezogen werden. Dazu braucht es eine gute Versorgung und Gesundheitsförderung, ein unterstützendes soziales Umfeld, eine angemessene Lebens- und Wohnsituation und ein Altersbild, das die Ressourcen älterer Menschen erkennt.

Letzte Änderung 06.05.2019

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