Meldepflicht einer Krebserkrankung

Mit dem Inkrafttreten des Krebsregistrierungsgesetzes (KRG) sind Ärztinnen und Ärzte, Spitäler, Labore und andere private oder öffentliche Institutionen des Gesundheitswesens verpflichtet, Krebserkrankungen zu melden.

Für Auswertungen der registrierten Daten sind die Vollzähligkeit und die Vollständigkeit dieser Daten zentral. Nur dann sind sie aussagekräftig genug und können zur Weiterentwicklung, Optimierung und Steuerung des Gesundheitswesens beitragen.

Welche Krebserkrankungen sind meldepflichtig?

Nur Daten zu bestätigten Diagnosen meldepflichtiger Krebserkrankungen müssen gemeldet werden; Verdachtsfälle fallen nicht unter Meldepflicht. Die meldepflichtigen Erkrankungen sind aufgeführt in:

Wer muss eine Krebserkrankung melden?

Mit dem Krebsregistrierungsgesetz sind Ärztinnen und Ärzte, Spitäler und andere private oder öffentliche Institutionen des Gesundheitswesens verpflichtet, diagnostizierte Krebserkrankungen an das zuständige Krebsregister zu melden. Dies umfasst Daten zu Erstdiagnosen, Rückfällenund Metastasen. Grundsätzlich gilt: Diejenige Person oder Organisation muss die Daten melden, bei der die (ohnehin in der Krankengeschichte zu dokumentierenden) Daten anfallen.

Widerspruchsrecht gegen Datenregistrierung

Patientinnen und Patienten haben das Recht, der Registrierung ihrer Daten jederzeit zu widersprechen: Patientenrechte in der Krebsregistrierung

Welche Angaben sind wie zu melden?

Basisdaten bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen

1. Zu Patientin oder Patienten

  • Name und Vorname
  • Versichertennummer (AHVN13)
  • Wohnadresse
  • Geburtsdatum
  • Geschlecht

2. Zur meldepflichtigen Person (für allfällige Rückfragen des Krebsregisters)

  • Name und Vorname
  • Telefonnummer
  • Adresse und E-Mail-Adresse

3. Zur meldepflichtigen Institution (für allfällige Rückfragen des Krebsregisters)

  • Name, Vorname und Funktion der zuständigen Ansprechperson
  • Telefonnummer
  • Adresse und E-Mail-Adresse

4. Zur Diagnose

  • Art der Krebserkrankung, Typ und Eigenschaften des Tumors
  • Tumorausbreitung zum Zeitpunkt der Diagnose, Krankheitsstadium, tumorspezifische Prognosefaktoren
  • Untersuchungsmethode und Untersuchungsanlass
  • Datum der Information der Patientin oder des Patienten
  • Diagnosedatum und Lokalisation von Metastasen und Rezidiven

5. Zur Behandlung (Erstbehandlungskomplex)

  • Art der Behandlung und Behandlungsziel
  • Grundlagen des Behandlungsentscheids
  • Behandlungsbeginn

Zusatzdaten bei Erwachsenen

  • Angaben zu Vor- und Begleiterkrankungen
  • Angaben zu Prädispositionen

Zusatzdaten bei Kindern und Jugendlichen

  • Angaben zu Vor- und Begleiterkrankungen
  • Angaben zu Prädispositionen
  • Art der Behandlung und Behandlungsziel
  • Grundlagen des Behandlungsentscheides
  • Behandlungsbeginn
  • Ergebnis der Erstbehandlung
  • Ergebnis der Behandlung
  • Angaben zu Nachsorgeuntersuchungen

Meldepflichtige Personen und Institutionen können Daten elektronisch oder in Papierform an das kantonale Krebsregister bzw. an das Kinderkrebsregister übermitteln.

Ablauf der Meldung_DE

Der Meldeaufwand soll sich in überschaubaren Grenzen halten. Deshalb dürfen meldepflichtige Personen und Institutionen Berichte ans Krebsregister weiterleiten, die sie im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit ohnehin erstellen. Darunter fallen beispielsweise Tumorboard-, Operations-, Pathologie-, Histologie-, Zytologie- oder Spitalaustrittsberichte, Arztbriefe oder Auszüge aus der Krankengeschichte. Dabei müssen sie sicherstellen, dass diese Dokumente ausschliesslich Informationen enthalten, die im Zusammenhang mit der Krebserkrankung stehen.

Für die elektronische Datenmeldung ans Krebsregister soll langfristig ein einheitliches Datenformat zur Anwendung kommen. Deshalb wird ein sogenanntes «Austauschformat KRG» geschaffen. Es gibt keine rechtliche Verpflichtung, dieses Format zu nutzen. Langfristig lohnt sich sein Einsatz aber für alle Beteiligen. Mehr Informationen finden Sie in der Rubrik «Datenformat Krebsregistermeldung».

Was ist ein Austauschformat?

Ein Austauschformat ist ein nach einheitlichen technischen und semantischen Standards definiertes Datenformat für den Informationsfluss zwischen zwei IT-Systemen. Ein entscheidender Vorteil von Austauschformaten besteht darin, dass damit keine bilateralen Absprachen oder Schnittstellendefinitionen mehr nötig sind, weil sich alle Beteiligten am gleichen übergeordneten Standard ausrichten. Dies erhöht die Effizienz des Datenflusses für alle Beteiligten markant und senkt langfristig den Aufwand für den Aufbau von Schnittstellen.

Weiterführende Themen

Krebserkrankungen in der Schweiz

Zwischen 2008 und 2012 erkrankten jährlich rund 21‘000 Männer und 17‘700 Frauen an Krebs. Damit hat die Zahl der Neuerkrankungen bei beiden Geschlechtern zugenommen. Dennoch ist die Sterblichkeit bei Krebs rückläufig.

Rechte in der Krebsregistrierung

Mit dem neuen Krebsregistrierungsgesetz haben Patientinnen und Patienten ab 1. Januar 2020 ein Recht auf Information sowie ein Widerspruchsrecht. Darüber hinaus haben sie Anspruch auf Auskunft und Unterstützung.

Datenformat Krebsregistermeldung

Meldepflichtige Institutionen und Softwarehersteller finden hier die normative Spezifikation und Informationen zum «Austauschformat KRG». Ziel ist die Förderung eines einheitlichen Formats für die Datenmeldung ans Krebsregister.

Letzte Änderung 10.09.2019

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