Studie zur Rolle von interprofessioneller Zusammenarbeit im Schnittstellenmanagement bei Personen in komplexen Situationen

Welche Probleme ergeben sich beim Management von Schnittstellen bei komplexen Fällen? Kann interprofessionelle Zusammenarbeit das Schnittstellenmanagement entlang des Behandlungspfades verbessern? Die Studie gibt Antworten.

Aus der Perspektive der Patientinnen, Patienten sowie deren Angehörigen wird oft kritisiert, dass sich die involvierten Gesundheitsfachpersonen entlang der gesamten Behandlungskette nicht genügend absprechen und ihre Arbeiten koordinieren. Vor allem bei der Betreuung von Menschen in komplexen Situationen ist diese Abstimmung jedoch zentral.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass interprofessionelle Zusammenarbeit zwar als relevantes Element zur Optimierung des Schnittstellenmanagements betrachtet wird. Im Versorgungsalltag fehlt aber oftmals deren nachhaltige Verankerung. Es konnte dargelegt werden, dass die derzeitigen Rahmenbedingungen zur Abrechnung von Koordinationsleistungen, verschiedene strukturelle Faktoren wie die monoprofessionelle Berichterstellung oder professionsspezifische Einstellungen wie das jeweilige Rollenverständnis einschränkend wirken. Eine Verbesserung in diesen Bereichen würde das Schnittstellenmanagement und damit die Versorgung von Patientinnen und Patienten in komplexen Situationen optimieren.

Forschungsfrage, Ziel und methodisches Vorgehen

Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wurde anhand von komplexen Fallbeispielen analysiert, wie das Schnittstellenmanagement derzeit gehandhabt wird und wo die Stärken und Schwächen der heutigen Praxis liegen. Weiterhin wurde eruiert, ob bzw. wie verstärkte interprofessionelle Zusammenarbeit das Schnittstellenmanagement optimieren könnte.

Es wurden drei Patientengruppen als komplexe Fallbeispiele betrachtet:
• Personen mit erhöhtem Suizidrisiko;
• Frauen mit geburtsbedingten psychischen oder physischen
  Komplikationen (bei sich oder dem Kind);
• Menschen in palliativen Situationen bzw. in Situationen ohne Chance
  auf Heilung.

Das Projekt gliederte sich in zwei Teile: Im ersten Teil wird eine Ist-Analyse des Schnittstellenmanagements anhand realer Beispiele der klinischen Praxis durchgeführt. In einem zweiten Teil werden im Rahmen einer Soll-Analyse Empfehlungen zur Optimierung des Schnittstellenmanagements bzw. der interprofessionellen Zusammenarbeit erarbeitet.

Laufzeit: Mai 2019 bis Juli 2020

Projektteam: Prof. Dr. Kai-Uwe Schmitt (Projektleitung), Franziska Geese, Berner Fachhochschule – Departement Gesundheit in Zusammenarbeit mit der Insel Gruppe AG und den Universitären Psychiatrischen Dienste Bern

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Letzte Änderung 07.09.2020

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