Anwendung und Optimierung des Schweizer Interprofessionalitäts-Evaluations-Instrumentariums SIPEI

Wie gut lässt sich interprofessionelle Zusammenarbeit mit dem Schweizer Interprofessionalitäts-Evaluations-Instrumentarium (SIPEI) messen und wie kann es ggf. optimiert werden? Diese Studie gibt Antworten und Hinweise auf mögliche nächste Schritte.

Im Rahmen eines Projekts des Förderprogramms Interprofessionalität wurde zwischen 2017 und 2019 das Schweizer Interprofessionalitäts-Evaluationsinstrumentarium (SIPEI) entwickelt (vgl. Rubrik Schweizerisches Interprofessionalitäts- Evaluationsinstrument SIPEI). Das SIPEI umfasst Fragebögen auf Stufe der Mitarbeitenden, der Vorgesetzten sowie der Patientinnen und Patienten und liegt in den Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch vor. Mit ihm lassen sich Effekte interprofessioneller Berufsausübung messen. Es kann sowohl zur Selbstevaluation, als auch zur Fremdevaluation angewendet werden.

Im vorliegenden Projekt wurde das SIPEI erstmalig in verschiedenen klinischen Settings der Schweiz angewendet, um seine Validität und Reliabilität zu prüfen und Vorschläge für die Optimierung des Instruments zu erarbeiten.

Das Projektteam kam zum Schluss, dass das SIPEI ein zweckmässiges, praxistaugliches Instrumentarium darstellt, mit dem auf einfache und standardisierte Weise Einblicke in die interprofessionelle Zusammenarbeit im Gesundheitswesen erlangt werden können.

Forschungsfrage, Ziel und methodisches Vorgehen

Ziel des Projekts war es, das SIPEI im Feld zu testen und gegebenenfalls Beiträge zu dessen Optimierung zu leisten. Zu diesem Zweck wurde es an fünf Spitälern der Insel Gruppe sowie am EOC-Regionalspital Lugano eingesetzt. Die Resultate wurden statistisch ausgewertet und es wurde eine Faktorenanalyse zu den einzelnen Elementen der Fragebogen durchgeführt. Anschliessend wurden die Kommentare der Befragten qualitativ analysiert, um zu untersuchen, ob die verschiedenen Personen die Fragen richtig und einheitlich verstanden hatten.

Das Instrument zeigte eine gute interne Konsistenz, mit adäquater Validität und Reliabilität. Die qualitative Analyse bestätigte dies. Die Mitarbeitenden und leitenden Mitarbeitenden benötigten durchschnittlich 14 Minuten zur Beantwortung der Fragen. Das SIPEI sollte daher gut im Alltag einsetzbar sein.

Auf Basis der Ergebnisse und der Erfahrungen bei der Anwendung wurden Vorschläge zur Optimierung des SIPEI entwickelt. Es wurde beispielsweise vorgeschlagen, gewisse Begriffe im Fragebogen besser zu erläutern und die in der Frage relevanten Punkte durch entsprechendes Layout besser hervorzuheben.

Es wurde ferner angeregt, eine «Open Data»-Strategie zu verfolgen. Dies würde bedeuten, dass Institutionen, die SIPEI benutzen, auf freiwilliger Basis ihre Ergebnisse (anonymisiert) für einen Datenpool zur Verfügung stellen. Dafür können die Institutionen ihre Ergebnisse mit den Daten anderer Institutionen des Gesundheitswesens vergleichen.

Mit den daraus gewonnenen Erfahrungen liesse sich das Instrument längerfristig noch besser validieren und optimieren.

Laufzeit: Juni 2019 bis Juni 2020

Projektleitung: Prof. Dr. Kai-Uwe Schmitt, Berner Fachhochschule (BFH), Departement Gesundheit, in Zusammenarbeit mit der Insel Gruppe AG, Direktion Pflege/MTT und dem Institut für Medizinische Lehre (IML)

 

Weiterführende Themen

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Publikationen im Bereich Interprofessionalität im Gesundheitswesen

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Schweizerisches Interprofessionalitäts-Evaluationsinstrument (SIPEI)

Das «Schweizerische Interprofessionalitäts-Evaluationsinstrument SIPEI» macht Effekte interprofessioneller Berufsausübung messbar und ermöglicht Vergleiche auch über einzelne Settings und Institutionen hinweg. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Letzte Änderung 16.09.2020

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