Studie zum Potenzial interprofessioneller Ausbildung im Gesundheitswesen

Ist interprofessionelle Ausbildung ein wesentlicher Faktor, der dazu beitragen könnte, den Fachkräftemangel zu mindern und gleichzeitig die Versorgungsqualität zu erhöhen und Kosten zu senken? Falls ja, wie? Die Studie gibt Antworten am Beispiel der SUPSI im Tessin.

Diese Studie untersucht den Mehrwert der interprofessionellen Ausbildung in der Berufspraxis sowie das Potenzial für die Entwicklung von Fähigkeiten zur interprofessionellen Zusammenarbeit in den Gesundheitsberufen. Sie beleuchtet die Komplexität des Lernprozesses und zeigt die Voraussetzungen für dessen Erfolg auf. Gleichzeitig erforscht sie die Bedeutung des späteren Arbeitsumfelds für die Aufrechterhaltung, Umsetzung und Förderung der Fähigkeit zur interprofessionellen Zusammenarbeit.

Die Nachhaltigkeit der Wirkung der interprofessionellen Ausbildung beim Aufbau der Fähigkeit zur interprofessionellen Zusammenarbeit ist gemäss dieser Studie zwei Jahre nach Abschluss der Ausbildung deutlich zu beobachten. Sie bewegt sich jedoch nicht auf einer kontinuierlichen, stabilen Achse: Ein Jahr nach Abschluss des Studiums scheint die Wirkung der interprofessionellen Ausbildung nachzulassen, nimmt aber in den folgenden Monaten wieder deutlich zu. Dies kann gemäss der Studie darauf zurückgeführt werden, dass die Personen im ersten Arbeitsjahr stärker mit anderen Prozessen beschäftigt sind und sich erst nach einer gewissen Zeit wieder der IPZ widmen können.

Forschungsfrage, Ziel und methodisches Vorgehen

Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der übergeordneten Frage: «Welches Potenzial hat die interprofessionelle Ausbildung im schweizerischen Gesundheitswesen hinsichtlich der Verbesserung der Versorgungsqualität, der Reduktion des Fachkräftemangels und der Kostensenkung?»

Ziel der Studie war es, die Auswirkungen interprofessioneller Ausbildung zu analysieren und die wichtigsten Faktoren zu identifizieren, die die Anwendung erworbener interprofessioneller Kompetenzen im interprofessionellen Berufsalltag fördern bzw. behindern. Darüber hinaus sollte sie eruieren, mit welchen Massnahmen man diese Anreize stärken bzw. diese Barrieren überwinden könnte.

Das Projekt basiert auf einer Kombination von quantitativen und qualitativen Zugängen (Mixed Method Design). Zuerst werden die Haltungen der Studierenden aus dem 1. und 3. Studienjahr und der ehemaligen Studierenden (1-2 Jahre nach Abschluss der Ausbildung) des Studiengangs Gesundheit der SUPSI gegenüber der interprofessionellen Zusammenarbeit erhoben. Dazu wird der international validierte Fragebogen «Attitudes toward Health Care Teams» (ATHCT) verwendet. Im zweiten Teil der Erhebung werden Interviews mit einer grösseren Zahl von Teilnehmenden der quantitativen Studie durchgeführt. Ziel ist es, zu erfahren, wie die Studierenden interprofessionelle Kompetenzen erlernt haben und wie sich das Erlernte verändert, sobald die Studierenden in der Berufspraxis stehen.

Laufzeit: Juni 2017 bis November 2019

Projektleitung: Prof. Monica Bianchi, Scuola Universitaria della Svizzera Italiana (SUPSI)

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Letzte Änderung 29.01.2020

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