Legislatur-Schwerpunkte 2020-2023 der EKSN

Die Eidgenössische Kommission für Fragen zu Sucht und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (EKSN) schlägt den Bogen von der bisherigen substanzspezifischen Politik zu einer übergreifenden Suchtpolitik.

Sie möchte einen Rahmen bieten, in dem Sucht als komplexes biopsychosoziales, multidimensionales Phänomen betrachtet wird, das alle bisherigen und neuen Substanzen und Verhaltensweisen einschliesst, die potenziell abhängig machen, und in welchem Ansätze, die sich in einem Bereich etabliert haben, systematisch weiterentwickeln und auf andere Bereiche übertragen werden können. Die EKSN nimmt daher die wichtige, einmalige Rolle einer umfassenden Kommission für alle Suchtfragen ein.

Die EKSN hat für die Legislaturperiode 2020-2023 drei Schwerpunktthemen gesetzt:

1. Werte

Symbolbild: Werte

In der Auseinandersetzung mit psychoaktiven Substanzen und Verhaltensweisen mit einem Suchtpotential spielen Moralvorstellungen und Werte eine bedeutende Rolle. Nicht selten sind sie Anlass für Meinungsverschiedenheiten und Konflikte. Die EKSN hat sich daher zum Ziel gesetzt, Werthaltungen, Normen und Moralvorstellungen im Kontext der Gesundheitsförderung, Prävention und Suchtarbeit zu analysieren und zu hinterfragen. Mit Hilfe von ethischen Methoden befasst sich die Kommission daher sowohl mit der Klärung grundlegender Begriffe und ihrer eigenen moralischen Haltung(-en) wie auch derjenigen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. Darüber hinaus soll ein kommissionseigenes Leitbild konzipiert werden, das als Arbeitsgrundlage für die gemeinsame Arbeit dienen soll.

2. Kohärentes Regulierungsmodell

Justizia

Mit dem Schwerpunktthema «Kohärente Regulierung» zielt die EKSN darauf ab, die Grundzüge für ein substanz- und verhaltensweiseunabhängiges Regulierungsmodell zur Reduktion der Auswirkungen von Suchterkrankungen auf die öffentliche Gesundheit zu entwickeln. Ein solches Modell soll Entscheidungsträgerinnen und -trägern als Orientierungshilfe bei der Entwicklung von Strategien und gesetzlichen Grundlagen im Bereich psychoaktiver Substanzen und abhängigkeitserzeugender Verhaltensweisen dienen. Heute sind solche Strategien und Gesetze oft historisch gewachsen und orientieren sich stark an den spezifischen gesellschaftlichen Eigenschaften und Traditionen von Substanzen und Verhaltensweisen und weniger am übergreifenden Ziel der Reduktion ihrer negativen Auswirkung auf die öffentliche Gesundheit. Ein kohärentes Regulierungsmodell soll aufzeigen, wie in der Regulierung von psychoaktiven Substanzen und abhängigkeitserzeugenden Verhaltensweisen Synergien genutzt werden können, um die Auswirkungen von Suchterkrankungen und anderen gesundheitlichen Problemen auf die öffentliche Gesundheit effektiv zu reduzieren.

3. Optimierung der Versorgung

Hände in Herzform

Sucht ist eine komplexe, aber behandelbare Krankheit, die die Gehirnfunktion und das Verhalten beeinflusst und oft mit zahlreichen sozialen Problemen verbunden ist. Die Behandlung muss jedoch sowohl für Betroffene wie auch für Angehörige leicht zugänglich sein. In der Schweiz sind 9 von 10 Menschen vom «Treatment Gap» betroffen. «Treatment Gap» bezeichnet die Differenz, die zwischen der Anzahl der Menschen besteht, die eine Versorgung benötigen (beispielsweise Suchtberatung), und denen, die tatsächlich eine Versorgung erhalten. Daher möchte die EKSN einen Beitrag zur Versorgungsoptimierung leisten, indem sie den Handlungsbedarf analysiert und mögliche Ansatzpunkte zur Optimierung der integrierten Versorgung für Menschen mit Suchtproblemen und ihre Angehörigen aufzeigt. Den Schwerpunkt legt sie auf die ungenügende Koordination der Angebote (interprofessionelle und interinstitutionelle Zusammenarbeit, Steuerung und Finanzierung) und die mangelhafte Erreichung der Zielgruppen. Ziel ist, mit der Erarbeitung von Grundlagen einen Beitrag zur Optimierung der Suchthilfe zu leisten, damit zukünftig die Zugänge, die Chancengleichheit sowie die Versorgungsqualität verbessert werden.

Letzte Änderung 08.06.2021

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Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Eidgenössische Kommission für Fragen zu Sucht und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten
Schwarzenburgstrasse 157
3003 Bern
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Tel. +41 58 463 88 24
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