Verstärkte Bekämpfung von Arzneimittelfälschungen ab 2019

Bern, 14.11.2018 - Der Handel mit gefälschten und illegalen Arzneimitteln nimmt weltweit zu. Das Inkrafttreten von Gesetzesänderungen ermöglicht eine wirksamere Bekämpfung dieses Phänomens ab 2019. Die Anpassungen ermöglichen namentlich die Umsetzung der internationalen Medicrime-Konvention.

Symbolbild

Weshalb hat sich die Schweiz für die Medicrime-Konvention eingesetzt?
Der Handel mit gefälschten und illegalen Heilmitteln nimmt weltweit zu. In einem 2006 publizierten Bericht hat die WHO Schätzungen veröffentlicht, wonach in den meisten industrialisierten Ländern mit effizienten Marktkontrollsystemen der Anteil von gefälschten Arzneimitteln unter 1% des Gesamtmarktes liegt. Hingegen beläuft sich der Anteil gefälschter Arzneimittel in einigen Ländern Lateinamerikas, Südostasiens und Afrikas gemäss Daten von WHO und OECD auf über 30%.

Die Schweiz setzte sich stark für die Medicrime-Konvention (Übereinkommen des Europarats über die Fälschung von Arzneimitteln und Medizinprodukten und über ähnliche die öffentliche Gesundheit gefährdende Straftaten) ein, weil diese das erste internationale Übereinkommen mit dem Ziel ist, gefälschte Heilmittel (Arzneimittel und Medizinprodukte) koordiniert zu bekämpfen.

Die Ratifizierung der Konvention ermöglicht der Schweiz die Verbesserung des Informationsaustausches, die Erweiterung der strafrechtlichen Ermittlungsmethoden sowie die Klärung der Rechtslage für die Vermittlung von Heilmitteln.

Inwieweit ist die Schweiz von illegalen Arzneimittelimporten betroffen?
Es ist schwierig, genaue Zahlen zu ermitteln, aber schätzungsweise gelangen jedes Jahr rund 20 000 illegale Arzneimittelsendungen in die Schweiz. Das ist ein geringer Anteil am Gesamtvolumen der eingeführten Arzneimittel, aber es ist für die Schweiz wichtig, über moderne und wirksame Mittel zur Bekämpfung dieses illegalen Handels zu verfügen.

Was ändert sich für die Patientinnen und Patienten konkret mit dem Inkrafttreten dieser neuen gesetzlichen Bestimmungen?
Das oberste Ziel ist die Erhöhung der Qualität und der Sicherheit von Arzneimitteln, namentlich durch eine verbesserte Kontrolle und Rückverfolgbarkeit der Medikamente in der Lieferkette. Somit sind alle Patientinnen und Patienten direkt betroffen.

Konkret bedeutet dies, dass Patientinnen und Patienten, die beispielsweise an gewissen schweren Erkrankungen leiden, einen erleichterten Zugang zu Prüfpräparaten erhalten, also zu Arzneimitteln, die sich in der Testphase befinden und noch keine Marktzulassung haben. Ausserdem wird es für Gesundheitsfachpersonen einfacher, bei Knappheit Impfstoffe einzuführen.

Schliesslich kann die Verwendung von gefälschten Heilmitteln schwerwiegende Konsequenzen für die Gesundheit haben. Das kann zudem bedeutende Kosten für die Allgemeinheit verursachen. Eine verstärkte Bekämpfung von Heilmittelfälschungen wirkt sich positiv auf die öffentliche Gesundheit sowie auf die Wirtschaft im Allgemeinen aus.

Weiterführende Informationen

Heilmittelfälschungen und illegaler Handel

Der Handel mit gefälschten Heilmitteln nimmt weltweit zu. Er stellt eine Gefahr für die Gesundheit dar und erfordert international koordinierte Gegenmassnahmen.

Letzte Änderung 16.11.2018

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