Aufbewahrung von Blutstammzellen aus dem Nabelschnurblut bei Cryo-Save AG

Bern, 11.10.2019 - Das BAG hat am 11.9.2019 bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Genf eine Strafanzeige gegen Cryo-Save AG Plan-les-Quates (Genf) bzw. die verantwortlichen Personen eingereicht. Es bestehen Hinweise, dass die Firma gegen das Transplantationsgesetz (Verletzung von Melde- und Mitwirkungspflichten) verstossen und sich strafbar gemacht hat.

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Die Firma Cryo-Save AG betrieb in Plan-les-Ouates (Kanton Genf) eine private Nabelschnurblutbank. Sie verfügte hierzu seit 2016 über die notwendige Bewilligung des BAG zur Ein- und Ausfuhr sowie zur Lagerung von Stammzellen aus Nabelschnurblut. Bereits Ende August hat das BAG die Cryo-Save AG von der Liste der Bewilligungsinhaber gestrichen. Dies nachdem die Zweigniederlassung Plan-les-Ouates im Handelsregister des Kantons Genf gelöscht wurde, die Firma gemäss eigenen Angaben die eingelagerten Stammzellen nach Polen gebracht hatte und für die Behörden keine Ansprechpartner mehr erreichbar waren.

Die Untersuchungen erfolgen in enger Abstimmung mit Swissmedic. Das Schweizerische Heilmittelinstitut hat der Cryo-Save AG die Bewilligung zum Umgang mit Nabelschnurgewebe entzogen und Ende August ein in ihrer eigenen Kompetenz stehendes Strafverfahren wegen allfälliger Verstösse gegen das Heilmittelgesetz und das Transplantationsgesetz eröffnet. In diesem Zusammenhang führte Swissmedic in Koordination mit dem BAG – mit Unterstützung der kantonalen Strafverfolgungsbehörden und des fedpol – am 10. und 11. September 2019 in der Schweiz mehrere Hausdurchsuchungen durch.

Allgemeine Informationen

Die Firma Cryo Save AG hat ihren Sitz in Pfäffikon (Kanton Schwyz) und betrieb in ihrer Niederlassung Plan-les-Ouates (Genf) eine private Nabelschnurblutbank.

Das BAG und Swissmedic wurden im Frühling 2019 von Cryo-Save AG informiert, die Firma plane den Umzug der in Plan-les-Ouates eingelagerten Blutzellen und Gewebe ins Ausland (Warschau, Polen) und werde ihre Kunden entsprechend informieren. Auf Nachfrage haben das BAG und Swissmedic all jenen Personen, die Nabelschnurblut oder -gewebe bei Cryo-Save AG eingelagert haben, auf die entsprechenden Kontaktmöglichkeiten hingewiesen.

In der Schweiz ist der Umgang mit Stammzellen aus dem Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe im Transplantationsgesetz und im Heilmittelgesetz geregelt. Für Nabelschnurblutbanken gelten spezifische Melde- und Bewilligungspflichten sowie Anforderungen hinsichtlich Qualität der Lagerung und Sicherheit der eingelagerten Stammzellen. Die Aufsicht liegt beim BAG und bei Swissmedic. Die Einlagerung von Nabelschnurblut bei einer Nabelschnurbank durch die Eltern, erfolgt demgegenüber auf privatrechtlicher Basis.

Auf der Homepage des BAG finden sich zum Thema Lagerung sowie Ein-und Ausfuhr von Stammzellen in Nabelschnurblutbanken weitere rechtliche und fachliche Informationen sowie eine Verlinkung auf die Empfehlung des Europarates für Eltern (Parent’s guide to umbilical cord blood banking – A guide for parents).

Weiterführende Informationen

Blut-Stammzellen aus Nabelschnurblut

Blut-Stammzellen können nach der Geburt ohne Risiko für Mutter und Kind aus der Nabelschnur gewonnen werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie in einer Nabelschnurblutbank zu lagern.

Letzte Änderung 18.10.2019

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