Mehr Sicherheit bei der Dosierung von Medikamenten für Kinder

Bern, 10.4.2019 - Seit einem Jahr haben Fachpersonen Zugriff auf ein nationales Verzeichnis mit Empfehlungen zur Dosierung von Arzneimitteln in der Pädiatrie. Die Website von SwissPedDose enthält bereits mehr als 200 Dosierungsempfehlungen zu über 60 Wirkstoffen. Als erste Schweizer Klinik setzt das Kinderspital Luzern die Daten flächendeckend ein und kann damit die Sicherheit bei der Arzneimitteldosierung für Kinder weiter erhöhen.

Symbolbild

Im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) betreibt SwissPedDose eine nationale Datenbank zur Dosierung von Arzneimitteln für Kinder. Damit soll der Einsatz von Arzneimitteln bei Kindern und Neugeborenen sicherer werden. Das BAG finanziert den Betrieb und die Weiterentwicklung der Datenbank. An seiner Sitzung vom 10. April 2019 hat der Bundesrat beschlossen, sich weiterhin an der Finanzierung von SwisspedDose zu beteiligen.

Es gibt zu wenig für Kinder entwickelte oder an sie angepasste Arzneimittel. Ein Grund ist, dass für die Zulassung klinische Versuche nötig sind. Studien mit Kindern sind jedoch schwer realisierbar. Das bedeutet, dass Kinderärzte häufig Medikamente verschreiben müssen, die nur bei Erwachsenen getestet und für sie zugelassen sind.
Die Situation trägt das Risiko in sich, dass Medikamente bei Kindern in zu kleiner (ungenügende Wirksamkeit) oder zu hoher Dosierung (Toxizität) eingesetzt werden. Medikationsfehler ereignen sich daher bei Kindern häufiger als bei Erwachsenen.

Hochwertige Daten – einfach abrufbar

Das nationale Verzeichnis mit Empfehlungen zur Arzneimitteldosierung bei Kindern (Swisspeddose) wurde 2018 gestartet und umfasst mittlerweile bereits über 200 Dosierungsempfehlungen zu über 60 Wirkstoffen. Bis 2022 sollen für über 130 in der Pädiatrie verwendete Wirkstoffe Dosierungsempfehlungen im Verzeichnis abrufbar sein.

Die Dosierungsempfehlungen sind ein Konsens der Schweizer Fachexperten basierend auf den neusten Erkenntnissen der internationalen Forschung. Die Harmonisierung der Dosierungen verläuft dabei nach einem standardisierten Prozess: Zunächst sammelt SwissPedDose die Dosierungsempfehlungen der Schweizer Kinderkliniken, analysiert die aktuellste Fachliteratur und konsultiert Standardwerke. Zusammen mit den Kinderärzten der grössten Schweizer Kinderkliniken werden dann in einem zweiten Schritt die harmonisierten Dosierungsempfehlungen erarbeitet.

Kinderspital Luzern als Vorreiter

Im Kinderspital Luzern werden die harmonisierten Daten bereits heute konsequent genutzt. Als erste Kinderklink der Schweiz speist Luzern die Daten von SwissPedDose in das klinikinterne Spitalinformationssystem ein. Die Luzerner Kinderärztinnen und Kinderärzte dosieren die Arzneimittel damit wie von SwissPedDose empfohlen. Auch die anderen Schweizer Kinderkliniken wollen die Dosierungsempfehlungen von SwissPedDose künftig nutzen. In allen Kliniken laufen entsprechende Vorbereitungsarbeiten.

Weiterführende Informationen

Kinderarzneimittel

Ein nationales Verzeichnis mit Empfehlungen zur Arzneimitteldosierung bei Kindern (Swisspeddose) steht den Gesundheitsfachpersonen seit dem 1. April 2018 zur Verfügung.

Letzte Änderung 15.04.2019

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