Bevölkerung interessiert sich für Humanforschung

Bern, 7.2.2019 - Seit 2014 ist die Forschung am Menschen einheitlich durch das Humanforschungsgesetz geregelt. Das BAG hat untersuchen lassen, wie viel die Bevölkerung über die Forschung am Menschen weiss, welche Erfahrungen gemacht werden und wie der Wissensstand zur gesetzlichen Regelung ist.

Humanforschung

Im Frühjahr 2018 liess das BAG online eine repräsentative Bevölkerungsbefragung durchführen. Ziel war herauszufinden, was die Bevölkerung über die Forschung am Menschen weiss, also beispielsweise über klinische Versuche mit Arzneimitteln oder die Forschung mit gesundheitsbezogenen Daten. Untersucht wurde zudem, ob die gesetzliche Regelung bekannt ist, ob sich die Bevölkerung durch das Humanforschungsgesetz ausreichend geschützt fühlt.

Die Teilnahme an der Befragung war mit knapp 2000 Personen deutlich grösser als erwartet. Die Teilnehmenden haben deutliches Interesse am Thema bekundet: Knapp zwei Drittel der Befragten wünschen sich generell mehr Informationen zur Humanforschung, 50 Prozent möchten auch über die rechtlichen Regelungen besser unterrichtet werden. Die praktischen Erfahrungen sind indes eher gering: nur gut jede fünfte Person hat bereits einmal an einem Forschungsprojekt teilgenommen.

Einige weitere Ergebnisse der Befragung:

  • 95 Prozent finden medizinische Forschung notwendig.
  • 49 Prozent der Bevölkerung macht der Fortschritt in der Humanforschung manchmal Angst und 58 Prozent sind der Ansicht, dass die Entwicklung neuer Technologien gestoppt werden soll, wenn unbekannte Risiken bestehen; Frauen etwas öfter als Männer.
  • 43 Prozent der Bevölkerung haben sich schon mit der Humanforschung, 24 Prozent mit den gesetzlichen Regelungen zur Humanforschung in der Schweiz befasst oder davon gehört; die meisten via Medien.
  • 3 Prozent der Bevölkerung haben bereits einmal an Medikamententests teilgenommen, 19 Prozent weitere an anderen Typen von Humanforschungsprojekten.
  • Grundsätzlich wären 66 Prozent der Bevölkerung generell bereit, im Rahmen einer Humanforschungsstudie Fragen zu ihrer Gesundheit zu beantworten. 50 Prozent wären bereit, medizinische Untersuchungen an sich durchführen zu lassen, 49 Prozent biologisches Material zur Verfügung zu stellen und 10 Prozent wären bereit, Testmedikamente einzunehmen.
  • Von den Personen, die schon einmal an einem Humanforschungsprojekt teilgenommen haben, würden 51 Prozent erneut teilnehmen, 25 Prozent lehnen eine erneute Teilnahme ab und 24 Prozent sind unentschlossen.
  • 89 Prozent der Befragten vertrauen darauf, dass in der Schweiz Teilnehmende in Humanforschungsstudien durch das Gesetz gut geschützt sind.
    Das Vertrauen in Forschende an Universitäten ist höher als das Vertrauen in Forschende in Industrie und Wirtschaft oder in die Pharmaindustrie im Allgemeinen.
  • Für 50 Prozent der Bevölkerung erhöht das Wissen um die Existenz des Humanforschungsgesetzes die Bereitschaft, selber an einer Humanforschungsstudie teilzunehmen.


Die Bevölkerungsbefragung ist eine von mehreren Studien zur Evaluation des Humanforschungsgesetzes, das seit 1. Januar 2014 in Kraft ist. Bis 2019 wird seine Wirksamkeit analysiert – drauf aufbauend werden bei Bedarf Vorschläge für Anpassungen am Gesetz oder den Verordnungen erarbeitet.

 

Weiterführende Informationen

Ressortforschungsprojekte Humanforschung

Im Rahmen der Ressortforschung im Bereich Humanforschung gibt das BAG Studien zu spezifischen Fragestellungen in Auftrag. Deren Ergebnisse bilden die Grundlage der Gesetzesevaluation. Hier findet sich eine Übersicht der bisherigen Projekte.

Forschung am Menschen

Forschung am Menschen bezeichnet die naturwissenschaftliche Forschung in Medizin, Psychologie und Biologie und ist in der Schweiz gesetzlich geregelt. Oberstes Ziel ist der Schutz des Menschen, seiner Würde, Persönlichkeit und Gesundheit.

Letzte Änderung 07.02.2019

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