Weiterer Rückgang von HIV: 425 neu gemeldete Fälle im Jahr 2018

Bern, 07.10.2019 - Die Zahl der HIV-Diagnosen erreicht dank Screening und frühzeitiger Behandlung einen historischen Tiefstand: 2018 wurden dem Bundesamt für Gesundheit 425 neue Fälle gemeldet, 4,5 Prozent weniger als 2017. Auch die Präexpositionsprophylaxe hat wahrscheinlich zu dieser Abnahme beigetragen. Bei den anderen sexuell übertragbaren Infektionen wurde ein Anstieg der Gonorrhoe-Fälle verzeichnet, der auf ein erweitertes Screening zurückzuführen ist.

Die sinkende Anzahl neuer HIV-Fälle hat zwei Hauptursachen: Erstens lassen sich Personen mit hohem Infektionsrisiko häufiger testen. So kann die Behandlung im Infektionsfall früher aufgenommen werden. Zweitens hat wahrscheinlich auch die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) dabei eine Rolle gespielt. Mit der PrEP kann man sich durch die Einnahme von Medikamenten vor einer HIV-Infektion schützen. Diese Massnahme wird Personen mit hohem HIV-Infektionsrisiko empfohlen. Laut Schätzungen haben letztes Jahr 1500 Personen PrEP benutzt. Dabei handelt es sich grossmehrheitlich um Männer, die Sex mit Männern haben.

Trotz der Abnahme bleibt die HIV-Prävention wichtig. Nur wenn die Safer-Sex-Regeln befolgt werden, kann HIV bis 2030 in der Schweiz eliminiert werden. Die Krankheit bleibt unheilbar und erfordert eine lebenslange Behandlung.

Gonorrhoe, Chlamydiose und Syphilis

Bei den anderen sexuell übertragbaren Infektionen nahmen die Gonorrhoe-Fälle mit 3116 gemeldeten Fällen im Jahr 2018 um elf Prozent zu. Dieser Anstieg ist vor allem auf ein verstärktes Screening infolge verschiedener Kampagnen bei den Risikogruppen zurückzuführen.

Die Chlamydiose bleibt mit 11 102 gemeldeten Fällen im Jahr 2018 stabil. Diese Stabilisierung stellt einen neuen Trend dar. Zwischen 2000 und 2016 stiegen die Chlamydiosefälle von jährlich 2000 auf 11 000 Fälle an.

Seit 2018 werden aus methodischen Gründen auch Fälle von Syphilis gezählt, die im Labor nicht bestätigt wurden. Dadurch nimmt die Gesamtzahl der Fälle zu. Vertiefte Analysen zeigen aber, dass die tatsächliche Anzahl von Neuinfektionen in den letzten drei Jahren stabil geblieben ist.


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