5. Nationale Konferenz Gesundheit2020: Kostenanstieg eindämmen

Bern, 14.2.2018 - Am 29. Januar empfing Bundespräsident Alain Berset über 300 Akteure aus allen gesundheitspolitischen Bereichen zur 5. Nationalen Konferenz Gesundheit2020. Diskutiert wurden konkrete Vorschläge zur Eindämmung des Kostenwachstums.

Über 300 Akteure aus allen gesundheitspolitischen Bereichen nahmen an der fünften Nationalen Konferenz Gesundheit2020 in Bern teil. Thema waren die steigenden Gesundheitskosten. Diskutiert wurden die in einem Expertenbericht vorgeschlagenen Massnahmen gegen die medizinisch nicht begründbare Mengenausweitung.

Expertenbericht mit konkreten Lösungsansätzen

Ende 2017 hat eine international besetzte Expertengruppe in einem Bericht zuhanden des Bundesrates aufgezeigt, wie das Wachstum der Gesundheitskosten eingedämmt werden könnte. Mit dem Ziel, das Schweizer Gesundheitssystem für alle zugänglich und bezahlbar zu halten. Die neuen Massnahmen, welche der Bericht zur Entlastung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) empfiehlt und die das Eidgenössische Departement des Innern im Auftrag des Bundesrates konkretisieren soll, waren Gegenstand des Austauschs vom 29. Januar.

Zwei neue Ansätze standen im Zentrum der Konferenz:

Verbindliche Zielvorgaben für das Kostenwachstum in der OKP
Die Expertengruppe empfiehlt, die Gesamtsteuerung zu verbessern. Als zentrales und neues Steuerungsinstrument schlägt sie verbindliche Zielvorgaben beim Kostenwachstum in der OKP vor. Dies erhöhe die Kostenverantwortung für alle beteiligten Akteure. Ähnliche Massnahmen haben sich in umliegenden Ländern bewährt.

Experimentierartikel
Ein «Experimentierartikel» könnte den Spielraum der Akteure für innovative Lösungen erweitern und Projekte ausserhalb des bisherigen Rahmens der OKP ermöglichen. So könnten zeitlich und räumlich begrenzte Möglichkeiten zur Eindämmung des Kostenwachstums getestet werden. Denkbar wären zum Beispiel entsprechende Projekte einer einheitlichen Finanzierung der ambulanten und stationären Leistungen oder einer Zulassungssteuerung für Ärztinnen und Ärzte.

Alle Akteure müssen Verantwortung übernehmen

Bundespräsident Alain Berset erinnerte die Gäste in seinem Schlusswort an die gemeinsame Verantwortung. Die diversen Akteure im Gesundheitswesen verfolgten zwar unterschiedliche Interessen. Die Bevölkerung erwarte aber, dass wirksame Lösungen von allen Beteiligten mit höchster Priorität umgesetzt werden.

Prämienanstieg belastet Familienbudgets

Aufgrund der demographischen Entwicklung und des medizinisch-technischen Fortschritts nehmen die Kosten im Gesundheitswesen stetig zu. Für viele Familien mit mittleren und tiefen Einkommen stellen die Prämien für die obligatorische Krankenversicherung eine grosse Belastung dar. Selbst für Familien, die Prämienverbilligungen erhalten, machen die Prämien in einigen Kantonen bis zu 18 Prozent ihres Budgets aus.

Das EDI wird dem Bundesrat im Frühjahr Vorschläge für jene neuen Massnahmen aus dem Expertenbericht unterbreiten, die umgesetzt werden sollen. Diese Massnahmen sollen in der Folge so schnell wie möglich erarbeitet und in Vernehmlassung geschickt werden.

Mit der Strategie Gesundheit 2020 und den Legislaturzielen 2015–2019 hat der Bundesrat ein qualitativ hochstehendes, für alle gut zugängliches und finanziell tragbares Gesundheitswesen zu einem seiner Hauptziele erklärt. Die Ziele von Gesundheit2020 werden in über 90 Teilprojekten umgesetzt.

Bilder

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© BAG, Foto: Nicolas Zonvi

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Weiterführende Informationen

Nationale Konferenz Gesundheit2020

Der Einbezug der Partner ist entscheidend für Gesundheit2020. Die Nationale Konferenz Gesundheit2020 bildet jedes Jahr einen Höhepunkt dieses Dialogs.

Kostendämpfung

Das EDI hat eine Expertengruppe eingesetzt, die neue Modelle zur Mengensteuerung prüft. Ihr Bericht wird im Herbst 2017 erwartet.

Letzte Änderung 14.02.2018

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