Nationales Verzeichnis für mehr Sicherheit bei der Arzneimitteldosierung für Kinder

Bern, 4.12.2017 - Spezifisch für Kinder entwickelte Arzneimittel fehlen nicht nur in der Schweiz, sondern auch auf internationaler Ebene. Medikamente können von den Bundesbehörden erst dann für die pädiatrische Verwendung anerkannt werden, wenn klinische Versuche durchgeführt wurden.

SwissPedDose

Da Studien mit Kindern schwer realisierbar sind, bleibt den Kinderärztinnen und -ärzten oft nichts anderes übrig als die Verschreibung von Arzneimitteln, die bei Erwachsenen getestet und zugelassen wurden. Aus medizinischer Sicht können Kinder jedoch nicht einfach als kleine Erwachsene betrachtet werden. Deshalb waren die Gesundheitsfachpersonen bisher oft gezwungen, die Anwendung des Arzneimittels aufgrund ihrer praktischen Erfahrung auf das Alter und das Körpergewicht des Kindes abzustimmen. Es gab bezüglich Dosierung keinen Konsens unter den Gesundheitsfachpersonen.

Ein 2013 aufgenommenes Pilotprojekt unter der Leitung des Kinderspitals Zürich und mit Beteiligung der acht Kinderkliniken des Collège A ermöglichte, die Machbarkeit einer Datenbank mit harmonisierten Empfehlungen zur Arzneimitteldosierung in der Pädiatrie zu prüfen.

Die Betriebsphase wird 2018 mit dem nationalen SwissPedDose-Verzeichnis eingeleitet. Dieses Verzeichnis wird den Gesundheitsfachpersonen unter www.swisspeddose.ch auf Deutsch, Französisch und Englisch zur Verfügung stehen. Es umfasst rund 100 harmonisierte Empfehlungen für 30 Wirkstoffe zur Indikation, Dosierung und Verabreichung von Arzneimitteln in der Infektiologie, Neonatologie und allgemeinen Pädiatrie.

Der Verein SwissPedDose wurde von den acht Kinderkliniken des Collège A (Aarau, Basel, Bern, Genf, Lausanne, Luzern, St. Gallen, Zürich), von der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie (SGP) und vom Schweizerischen Verein der Amts- und Spitalapotheker (GSASA) gegründet. Wie das Gesetz vorschreibt, ist er im Auftrag des BAG, das seinerseits seine Aufgabe als Kontrollbehörde wahrnimmt, für die Verwaltung des nationalen Verzeichnisses verantwortlich. Der vom Bund bereitgestellte Betrag für die Erstellung des Verzeichnisses beläuft sich auf 3,4 Millionen Franken.

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Weiterführende Informationen

Kinderarzneimitttel

Die Arzneimitteldosierung in der Pädiatrie soll sicherer werden. Neben einem Verzeichnis mit harmonisierten Dosierungsempfehlungen für Kinderarzneimittel soll die Entwicklung pädiatrischer Arzneimittel gefördert werden.

Letzte Änderung 12.04.2018

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