Gesundheitliche Vorausplanung: Sensibilisierung der Bevölkerung
Wer früh über Behandlungswünsche nachdenkt und darüber spricht, sorgt für Klarheit, Sicherheit und Erleichterung – für einen selbst, für Angehörige und für behandelnde Fachpersonen. Um dies zu fördern, hat das BAG im Rahmen des Teilprojekts «Sensibilisierung GVP» mit Fachleuten und Beratungsorganisationen Informationen für die Bevölkerung erarbeitet.
Im Auftrag des Bundesrates wurde das nationale Projekt «Gesundheitliche Vorausplanung» ins Leben gerufen, um die Gesundheitliche Vorausplanung (GVP) in der Schweiz zu etablieren und im Alltag zu verankern. Dazu wird u.a. das Teilprojekt «Sensibilisierung GVP» umgesetzt. Ziel des Teilprojekts ist es, Menschen zu ermutigen, sich frühzeitig mit Behandlungsmöglichkeiten und dem Lebensende auseinanderzusetzen. Das soll die Selbstbestimmung in der Bevölkerung stärken. Zu diesem Zweck hat das BAG gemeinsam mit einer Kerngruppe von Expertinnen und Experten entsprechende Grundlagen erarbeitet. Diese Grundlagen sind in Form der Themenseite «Patiententenwillen stärken» auf der BAG-Webseite verfügbar.
Neue Themenseite «Patientenwillen stärken»
Die Themenseite «Patientenwillen stärken» informiert, sensibilisiert und bietet konkrete Hilfestellungen für die individuelle Gesundheitliche Vorausplanung. Drei Hauptbotschaften stehen im Fokus:
- Die Gesundheitliche Vorausplanung ist eine Chance: Der breiten Bevölkerung soll der Einstieg in die Gesundheitliche Vorausplanung mittels konkreter Fragen und Kommunikationsmittel möglichst einfach gemacht werden. Möglichst viele Menschen sollen sich trauen, sich mit Leben und Tod zu beschäftigen und darüber zu reden. Es soll vermittelt werden, dass es eine Chance ist, sich in den Prozess der Gesundheitlichen Vorausplanung einzulassen.
- Die Gesundheitliche Vorausplanung ist ein Prozess – die Patientenverfügung ist das Ergebnis: Die Auseinandersetzung mit der Gesundheitlichen Vorausplanung ist ein Prozess, der damit beginnt, sich Gedanken zu machen und darüber zu sprechen. Die Ergebnisse können in einer Patientenverfügung dokumentiert werden.
- Die Gesundheitliche Vorausplanung entspricht einem Bedürfnis nach Selbstbestimmung und betrifft uns alle: Jede Person in jeder Lebenssituation kann ihre Autonomie und Selbstbestimmung wahren und stärken. Also auch dann, wenn die eigenen Kräfte nachlassen oder Entscheide in schwierigen medizinischen Situationen von anderen getroffen werden müssen.
Inhalt und Aufbau der Themenseite
- Die Einstiegsseite «Patientenwillen stärken» klärt auf und ordnet die Gesundheitliche Vorausplanung ein. Konkrete Fallbeispiele mit Handlungsempfehlungen helfen, das komplexe Thema fassbar und nahbar zu machen.
- Die Webpage «Patientenwillen stärken: Wie gehe ich vor?» beschreibt den Prozess der Gesundheitlichen Vorausplanung in vier Schritten:
Vertretungsperson bestimmen: Wer ist geeignet, meine Interessen zu vertreten, wenn ich nicht für mich entscheiden kann?
Gedanken machen: Welche Fragen sollte ich mir stellen?
Gedanken teilen: Was sollte ich mit wem in welcher Situation besprechen? Wie finde ich den Einstieg in das Gespräch?
Gedanken dokumentieren: Wie halte ich meine Überlegungen fest? Was schreibe ich beispielsweise in einer Patientenverfügung auf? - Die Webpage «Patientenwillen stärken: Wieso ist es sinnvoll?» zeigt, wieso man selbst, aber auch andere, davon profitieren, wenn man sich früh mit den eigenen Wünschen zu zukünftigen Behandlungen auseinandersetzt und darüber spricht.
Kommunikationselemente
Für die Bekanntmachung des Themas GVP wurde eine eigene Bildwelt sowie eine klare Botschaft, ein sogenannter Claim, entwickelt. Diese Elemente finden sich auf der Themenseite wieder und können zukünftig auch für weitere Kommunikationsprodukte verwendet werden, z.B. für Social-Media-Beiträge.
Der Claim – eine klare Botschaft
«Meine Gesundheit. Meine Wünsche. Meine Behandlung. Zusammen besprechen, gemeinsam entscheiden». Diese Botschaft fasst zusammen, was für die GVP wichtig ist: sich vorausschauend mit den eigenen Wünschen für die zukünftige Behandlung auseinanderzusetzen und diese zu besprechen.
Ansprechende Bildwelt mit Zitaten
Die professionell aufbereitete Bildwelt soll ansprechen und zeigen, dass alle Menschen – ob alt oder jung – sich über die eigenen Wünsche für zukünftige Behandlungen klar werden könnnen. Die Zitate sollen den Bezug zum Thema noch verdeutlichen, indem die wichtigsten Aspekte der GVP aufgegriffen werden.
Weitere Kommunikationselemente und -produkte
Das BAG prüft zusammen mit der fachlichen Kerngruppe, welche ergänzenden Kommunikationsgrundlagen erstellt werden könnten (z.B. Erklärvideo, Information für Fachpersonen).
Bekanntmachung des Themas GVP via Partnerkommunikation
Um möglichst viele Menschen zu erreichen, sind auch Partner und Akteure gefragt, die über ihre eigenen Kanäle die Bevölkerung zielgruppenspezifisch informieren und sensibilisieren. Das BAG stellt die Inhalte der Themenseite «Patientenwillen stärken» – also die fachlichen Informationen und Hilfestellungen, die Bildwelt, den Claim sowie zukünftige Produkte – Partnerorganisationen zur Verfügung. Die Partner können die Inhalte an Ihre Zielgruppen und Kommunikationskanäle anpassen und so das Thema zielgruppenspezifisch bekannt machen.
Sie sind Teil einer Organisation, die ihre Zielgruppe zum Thema sensibilisieren möchte?
Wenn Sie Ihre Zielgruppe über das Thema informieren und dazu die obengenannten Inhalte nutzen wollen, schreiben Sie eine Mail an palliativecare@bag.admin.ch.
Wichtiger Hinweis: Das BAG kann für Sensibilisierungsaktivitäten keine finanzielle Unterstützung leisten. Bei Bedarf unterstützt das BAG Sie aber mit seiner Fachkompetenz, zum Beispiel bei der Vermittlung von Interviewpartnern oder der Aufbereitung einer Vorlage im passenden Format (z.B. Vorlage eines Social-Media-Post).
Inhaltsverzeichnis
Weiterführende Themen
Bundesamt für Gesundheit BAG
Sektion Weiterentwicklung Gesundheitsversorgung
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern







