Gesundheitsrisiken durch zunehmende Hitze in der Schweiz
Steigende Temperaturen und eine alternde Bevölkerung erhöhen das gesundheitliche Risiko durch Hitze markant. Besonders in Städten treffen hohe Hitzebelastung und vulnerable Gruppen häufig zusammen – mit spürbaren Folgen für die öffentliche Gesundheit.
Zunehmende Hitzebelastung durch steigende Temperaturen
Der Klimawandel führt zu höheren Durchschnittstemperaturen und häufigeren Hitzeperioden. Gleichzeitig wächst der Anteil älterer, gesundheitlich vorbelasteter Menschen – eine Bevölkerungsgruppe, die besonders empfindlich auf Hitze reagiert. Diese Kombination verstärkt das Risiko hitzebedingter Gesundheitsprobleme und Todesfälle erheblich.
Deutlich mehr hitzebedingte Todesfälle erwartet
Projektionen für die Schweiz zeigen: Ohne wirksamen Klimaschutz könnten sich die hitzebedingten Todesfälle bis Mitte des Jahrhunderts vervierfachen. Schon bei moderatem Klimaschutz steigt die jährliche Sterblichkeit auf rund das Doppelte an. Wird zusätzlich die Überalterung berücksichtigt, können bis zu 2’500 hitzebedingte Todesfälle pro Jahr auftreten.
Regionale Unterschiede erfordern lokale Lösungen
Die Belastung ist nicht überall gleich hoch. Besonders stark betroffen sind die Genferseeregion, das Tessin sowie dicht bebaute städtische Gebiete. Dort treffen hohe Temperaturen häufig auf besonders viele vulnerable Personen, was das Gesundheitsrisiko zusätzlich verstärkt. Anpassungsmassnahmen müssen daher lokal geplant und umgesetzt werden.
Mehr Informationen dazu finden Sie im Fachbericht und dazugehörigen Faktenblatt:
Hitze und Stadtstrukturen: Wo Risiken zusammentreffen
In Städten verstärken versiegelte Flächen und dichte Bebauung den Hitzeinseleffekt. Das Tool Urban Heat Vulnerability zeigt, wie Hitzebelastung und Vulnerabilität räumlich zusammenfallen – etwa in Bern, Basel und Zürich. Besonders betroffene Quartiere sind oft jene, in denen auch zentrale Einrichtungen wie Pflegeheime, Spitäler oder Schulen liegen. Dadurch sind gleichzeitig Bewohnende, Patientinnen und Patienten sowie Beschäftigte erhöhten Risiken ausgesetzt.
Mehr Informationen dazu finden Sie im Fachbericht und dazugehörigen Faktenblatt:
Diese Arbeiten wurden durch das National Centre for Climate Services NCCS gefördert und im Rahmen des Programms «Entscheidungsgrundlagen für den Umgang mit dem Klimawandel in der Schweiz (NCCS-Impacts)» als Teil des Projektes «Auswirkungen des Klimawandels auf Gesundheit von Mensch und Tier» durchgeführt.
Weitere Informationen zum NCCS-Impacts finden Sie hier: Programm NCCS-Impacts.
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National Centre for Climate Services NCCS
Das NCCS ist das Netzwerk des Bundes für Klimadienstleistungen. Als nationales Koordinations- und Innovationsorgan und Wissensdrehscheibe unterstützt das NCCS klimakompatible Entscheidungsfindungen, um Risiken zu minimieren, Chancen zu maximieren und Kosten zu optimieren.
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Bundesamt für Gesundheit BAG
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