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Gesundheitsbezogene Hitzeschutzmassnahmen: Wo steht die Schweiz?

Das Projekt (2023 bis 2027) untersucht den Stand der Umsetzung von Anpassungsmassnahmen an die zunehmende Hitzebelastung im Sektor Gesundheit und formuliert Empfehlungen.

Ausgangslage

Die zunehmende Hitzebelastung stellt ein Risiko für die menschliche Gesundheit dar. Welche Massnahmen werden zum Schutz der Bevölkerung im Sektor Gesundheit umgesetzt? Das BAG befragt jährlich eine spezifische Zielgruppe: die Bevölkerung, kantonale und ausgewählte städtische Gesundheitsbehörden, Gesundheitsfachpersonen und Gesundheitseinrichtungen. Ziel ist, bestehende Umsetzungslücken zu identifizieren und auf dieser Basis Empfehlungen für relevante Akteure zu entwickeln.

Erhebung 2024: Befragung zu Hitzeaktionsplänen und Engagement der Gesundheitsbehörden

Im Sommer 2024 wurden die Gesundheitsbehörden aller Kantone, Liechtenstein sowie fünf grösserer Schweizer Städte nach ihren Hitzeschutzmassnahmen befragt. Die Befragung zeigt:

  • Immer mehr Kantone engagieren sich im Bereich Hitzeschutz.
  • 18 von 26 Gesundheitsbehörden setzen bereits Massnahmen um, acht Kantone haben Hitzeaktionspläne (HAP) eingeführt (Stand 2024).
  • Weitere Kantone planen eine Einführung.
  • Alle fünf befragten Städte ergriffen Massnahmen zum Hitzeschutz.

Die Grafik zeigt, welche Kantone und Städte Hitzeaktionspläne, einzelne Massnahmen oder eine Kombination davon umsetzen.

Die Gesundheitsbehörden übernehmen eine koordinierende Rolle, indem sie Informationen bereitstellen und zeitnah über Hitzewellen informieren. Die meisten Massnahmen richten sich an Risikogruppen wie ältere Menschen. Zu den häufigsten Massnahmen gehören Informationskampagnen über Risiken und Empfehlungen zum Verhalten bei Hitze. Erfolgsfaktoren sind engagierte Personen, politische Beschlüsse und hohe Betroffenheit; Hürden bestehen oft in fehlenden finanziellen und personellen Ressourcen.

Viele Deutschschweizer Kantone wünschen sich mehr Austausch, bessere Koordination zwischen Kantonen und Unterstützung durch den Bund bei der Einführung von Hitzeaktionsplänen, unter anderem im Bereich Monitoring und Evaluation.

Lesen Sie den ganzen Bericht hier:

Erhebung 2023: Befragung zur Hitzekompetenz der Bevölkerung ab 50 Jahren

Im Sommer 2023 wurden 1’800 Personen ab 50 Jahren zu ihrer Hitzekompetenz befragt.

Die Umfrage erfasste insbesondere:

  • das Wissen über mögliche Schutzmassnahmen bei Hitze,
  • die Betroffenheit durch die Hitze (wahrgenommene Belastung und Gesundheitsrisiko) und
  • das Handeln bei Hitze, insbesondere das Umsetzen von Verhaltensempfehlungen.

Obwohl fast alle Befragten angaben, zu wissen, wie sie sich bei Hitze schützen können, nannten viele nur wenige der möglichen Schutzmassnahmen. Die am häufigsten genannten Empfehlungen waren:

  • «Viel trinken»
  • «Aufsuchen kühler Orte»
  • «Körperliche Anstrengung vermeiden»

Andere Massnahmen wurden wenig genannt, wie beispielsweise:

  • «Alkohol meiden»
  • «Dosierung von Medikamenten anpassen»
  • «Leichte Kleidung tragen»

Etwa die Hälfte der Befragten empfand die Hitze als belastend und als eigenes Gesundheitsrisiko. Ein Drittel der besonders gefährdeten Zielgruppe – Menschen mit chronischen Erkrankungen und über 75 Jahre – unterschätzte jedoch das eigene Gesundheitsrisiko.

Trotz vorhandenen Wissens ergriffen viele Befragte nur wenige Schutzmassnahmen. Besonders ältere Männer und sozial benachteiligte Gruppen ergriffen seltener Schutzmassnahmen gegen Hitze. Dies verdeutlicht, dass Wissen allein nicht ausreicht, um Verhalten zu ändern. Öffentliche Aufklärung, vor allem für gefährdete Gruppen, ist deshalb wichtig. Zentrale Informationsquellen sind klassische Medien, Wetter-Apps und insbesondere das soziale Umfeld. Auch Gesundheitsfachpersonen spielen hierbei eine wichtige Rolle.

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Weitere Informationen

Weiterführende Themen

Bundesamt für Gesundheit BAG

Abteilung Gesundheitsversorgung und Berufe
Sektion Weiterentwicklung Gesundheitsversorgung
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern