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MitteilungVeröffentlicht am 7. Juli 2026

Arztpraxen und Apotheken in der Schweiz: wie viele gibt es und wem gehören sie?

Eine im Auftrag des BAG durchgeführte Studie der Universität Luzern gibt zum ersten Mal Einblick in die Eigentümerstruktur von Arztpraxen und Apotheken in der Schweiz.

Die Studie untersucht die Bedeutung und die Auswirkungen von Private-Equity-Investitionen in der ambulanten Gesundheitsversorgung in der Schweiz. Private Equity bezeichnet Beteiligungskapital von privaten Investoren, das gezielt in nicht-börsennotierte Unternehmen investiert wird.

Ein Ergebnis der Studie ist, dass es bislang keine systematischen wissenschaftlichen Untersuchungen zur Eigentümerstruktur im ambulanten Schweizer Gesundheitsmarkt gibt. Aus den verfügbaren statistischen Grundlagen lassen sich nur Hinweise auf Private-Equity-konforme Typen von Arztpraxen und Apotheken gewinnen, so dass die Bedeutung von Private Equity nur annähernd bestimmt werden kann.

Die meisten Arztpraxen gehören selbst praktizierenden Ärztinnen und Ärzten

Insgesamt gibt es 14 722 Arztpraxen in der Schweiz mit einem Umsatz von mehr als 30 000 Franken pro Jahr. Diese Arztpraxen sind überwiegend im Besitz von selbst praktizierenden Ärztinnen und Ärzten, die in Einzel- oder Gruppenpraxen arbeiten (78 Prozent). Grundlegende Kriterien für Private-Equity-Beteiligungen erfüllen lediglich vier Prozent der Arztpraxen in der Schweiz. Das heisst, sie haben eine Eigentümerstruktur in Form einer Aktiengesellschaft (AG) oder einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und sind an mehreren Standorten aktiv. Reine Private-Equity-Beteiligungen sind aber auch innerhalb dieser Strukturen selten. Am ehesten sind sie in der fachärztlichen Gesundheitsversorgung wie Radiologie, Ophthalmologie, Dermatologie, Urologie oder Gastroenterologie zu finden.

40 Prozent der Apotheken sind Teil von Ketten

Der Apothekenmarkt ist deutlich stärker konsolidiert: Rund 40 Prozent der 1796 Apotheken sind Teil von Ketten, meist in Form einer AG. Obwohl diese Struktur von der Organisationsform her Private-Equity-Beteiligungen ermöglichen würde, finden sich in der Studie kaum Hinweise auf entsprechende Investitionen. Nur eine Kette ist im Besitz eines ausländischen Eigners.

In der Studie werden auch mögliche Vor- und Nachteile von Private-Equity-Investitionen in der ambulanten Versorgung diskutiert. Ausserdem werden aktuell erkennbare Auswirkungen von privaten Investitionen auf das Schweizer Gesundheitssystem dargelegt und Hinweise zum Regulierungsbedarf aufgezeigt.

Weitere Informationen

Bundesamt für Gesundheit BAG

Abteilung Kommunikation und Kampagnen
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern