Publikation der Fallkosten der Spitäler

Der Bundesrat ist verpflichtet, in Zusammenarbeit mit den Kantonen schweizweite Betriebsvergleiche zwischen Spitälern anzuordnen. Auf dieser Seite finden Sie die Vergleiche zu den Fallkosten der Spitäler und Geburtshäuser.

Die Revision des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) im Bereich der Spitalfinanzierung brachte insbesondere zwei Neuerungen: die Leistungsfinanzierung und die erweiterte freie Spitalwahl. Die Neuerungen fördern die Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung und den Qualitätswettbewerb unter den Leistungserbringern. Damit diese Instrumente die gewünschte Wirkung entfalten können, bedarf es in diesem Bereich einer erhöhten Transparenz. Bereits heute stellen wir allen Interessierten jährlich aktualisierte Publikationen zur Verfügung:

Publikation durch das BAG

Das BAG hat im Austausch mit der schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) ein Konzept zur Publikation der Fallkosten der Spitäler und Geburtshäuser ausgearbeitet. Das Konzept sieht vor, dass die Kantone die Datengrundlagen bei den Leistungserbringern erheben und plausibilisieren sowie die zu publizierende Fallkosten ermitteln.

Das BAG hat festgestellt, dass die Fallkosten der Jahre 2018 und 2019 mit wenigen Ausnahmen stabil sind und sich in dieser Zeitspanne insgesamt nicht merklich verändert haben. Zudem zeigt sich, dass sich die Plausibilität der Daten der Spitäler leicht verbessert hat. Die zweite Publikation lässt allerdings noch keine vertiefte Analyse betreffend Kostenentwicklung im akutstationären Spitalbereich zu. Die Publikationen der Fallkosten 2018 und 2019 finden Sie auf dieser Seite im Register „Dokumente“.

Die Publikation dient:

  • als Orientierungshilfe für die Tarifbildung,
  • den Kantonen im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsprüfung der Spitalplanung durch die Kantone,
  • den betroffenen Patientinnen und Patienten sowie zuweisenden Ärztinnen und Ärzten als Entscheidhilfe.

Keine Publikation der Fallkosten im Jahre 2022

Das BAG hat entschieden, auf eine diesjährige Publikation der im Jahre 2020 erhobenen Fallkosten der Spitäler zu verzichten. Die Analyse hat ergeben, dass die Fallkosten 2020 der Spitäler zur Durchführung von Betriebsvergleichen ungeeignet sind. Aufgrund der ungewöhnlichen Entwicklung der Fallkosten 2020 im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie werden die Fallkosten in diesem Jahr somit weder als Orientierungshilfe für die Tarifbildung noch für die Wirtschaftlichkeitsprüfung im Rahmen der Spitalplanung oder als Entscheidhilfe für die Versicherten zur Verfügung gestellt.

Vergleich der schweregradbereinigten Fallkosten

Die stationären Leistungen der Spitäler und Geburtshäuser werden über die Fallpauschalen der Tarifstruktur SwissDRG vergütet. Damit der unterschiedlichen Komplexität der Fälle Rechnung getragen werden kann, werden homogene Gruppen von Fällen gebildet und diese unterschiedlich gewichtet. Für einen Vergleich werden die Fallkosten eines Spitals um die unterschiedlichen Gewichtungen der eigenen Fälle bereinigt (schweregradbereinigte Fallkosten). So können die Kosten eines standardisierten Falls der Spitäler untereinander verglichen werden.

Zu beachten ist, dass die Vergütung mittels Pauschalen systembedingt zu Abbildungsungenauigkeiten bei gewissen Leistungen führt. Spitäler, welche einen hohen Anteil an nicht sachgerecht abgebildeten Leistungen erbringen, weisen unter Umständen Fallkosten auf, welche nicht unbedingt auf deren Effizienz schliessen lassen. So weisen weder hohe Kosten (etwa bei Endversorgerspitälern) zwingend auf eine tiefe Effizienz, noch tiefe Kosten zwingend auf eine hohe Effizienz hin. Dieser Aspekt muss bei einem Vergleich der schweregradbereinigten Fallkosten zwischen den einzelnen Spitälern berücksichtigt werden.

Die vorliegende Publikation stellt ein Instrument dar, welches bei der Tarifermittlung hinzugezogen werden kann, enthält hierzu aber keine Vorgaben.

Letzte Änderung 27.04.2022

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Direktionsbereich Kranken- und Unfallversicherung
Abteilung Tarife und Grundlagen
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Tel. +41 58 462 37 23
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